CALIGULA’S HORSE - Über die Kunst, ein Künstler zu sein

12. Oktober 2017

Caligula´s Horse

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Caligula’s Horse sind wie die Dämmerung: Die australische Progmetalformation zeichnet seit ihrer Gründung im Jahr 2011 eine lyrische Balance aus Licht und Dunkelheit aus. Auf „In Contact“ frönt sie dieser künstlerischen Herangehensweise gar in doppelter Hinsicht, präsentiert sie doch darauf nicht nur ihre eigene Kunst, sondern auch die der von ihnen geschaffenen Figuren. Sänger Jim Grey gab uns Auskunft über dieses Experiment.

eclipsed: Vier Alben in sechs Jahren Bandgeschichte – das ist ziemlich produktiv, würde ich sagen.

Jim Grey: Wir können nicht anders. Sam [Vallen; Gitarre] und ich langweilen uns, wenn wir nicht auf etwas Neues hinarbeiten. Wir ruhen uns nie auf unseren Lorbeeren aus. Ist etwas abgeschlossen, freuen wir uns schon auf das nächste Projekt, um uns weiterzuentwickeln. Beschäftigt bleiben ist für uns der einzige Weg zu existieren!

eclipsed: „In Contact“ ist als vierteiliges Konzept angelegt. Bitte gib einen Abriss des Inhalts.

Grey: Im Zentrum jedes Kapitels steht ein Künstler. Es gibt den Maler, den Komponisten, den Dichter und den Bildhauer. Jeder von ihnen strebt nach etwas. Sie versuchen, ihr Leben zu verbessern. Unwissentlich streben alle nach demselben Traum. In ihrer Welt ist jedes Kunstwerk der Versuch, sich an einen Traum zu erinnern, den wir alle einst teilten, doch über die Zeit vergessen haben. Dieses Streben ist das zentrale Motiv. Individuelle Handlungsbögen existieren jedoch ebenso. Ich wollte nicht im Sci-Fi-Aspekt des Traums gefangen sein, sondern mich auf die Menschlichkeit fokussieren und untersuchen, was die Figuren als Menschen – und damit wohl auch uns – untereinander verbindet.

eclipsed: Wie haben deine eigenen Erfahrungen oder die anderer realer Vorbilder die Figuren geformt?

Grey: Kaum, ehrlich gesagt. Aber in [dem Schlusstrack] „Graves“ finden sich Elemente, die von meinen Ängsten und Gefühlen beeinflusst wurden, besonders was [das Thema] Vaterschaft angeht. Die Figur erlebt Ähnliches wie ich, wobei es sicherlich keine autobiografische Geschichte ist. Seit einigen Jahren kämpfe ich mit psychischen Problemen, was ebenso durchschimmert. In den Storys schwingt Tragik mit, nicht alle enden gut. Das ist wohl ein Spiegel meiner mentalen Verfassung, als ich die Figuren kennenlernte und ihre Motivation begriff.

Lest mehr im eclipsed Nr. 194 (10-2017).

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