KADAVAR - Mit uns nicht!

12. Oktober 2017

Kadavar

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„Rough Times“ wird für Kadaver immer das Album bleiben, das beim Aufbau ihres neuen Proberaums, der auch als Aufnahmestudio fungiert und funktioniert, entstanden ist. Noch ist in dem Hinterhofareal in direkter Nachbarschaft zu mehreren Autowerkstätten nicht alles fertig. Und so ist es nicht verwunderlich, dass auch an den Rändern und äußersten Ecken von „Rough Times“, das zwar nicht mit seinen Reizen geizt, manches unfertig ist.

Vielleicht wird und soll das Powertrio Kadavar immer in diesem Zustand verbleiben. Die Wahlberliner mit Ursprüngen in Westfalen, Thüringen und Frankreich sind inzwischen ganz im Bezirk Neukölln angekommen und bieten den Mediengästen zur Albumpräsentation reichlich Flüssignahrung an.

„Vielleicht solltet ihr noch ein Bier mehr in den Control Room mitnehmen“, sagt Tiger. Der Schlagzeuger ist sich offensichtlich der Strahlkraft des neuen Albums nicht ganz sicher. Um noch eins draufzusetzen, wirft eclipsed in die Waagschale, dass das Ganze doch bitte zügig von statten gehen solle, damit wir am Abend noch pünktlich zwei Kilometer weiter die Straße runter zum Marillion-Konzert im Huxleys kommen.

eclipsed: „Berlin“ war ein „Brett“, dagegen ist „Rough Times“ ein breites Surfbrett. War das von euch gewollt?

Christoph „Lupus“ Lindemann: Der Tiger hat immer mit der Produktion von „Berlin“ gehadert. Ich habe als Gitarrist und Sänger das Ergebnis immer sehr gemocht, da ich mich darin wiederfinde. Andererseits hatte ich die Befürchtung, dass das als der Anfang der Anbiederung von Kadavar an den Massengeschmack ausgelegt werden könnte.

eclipsed: Immerhin habt ihr mit der Plattenfirma Nuclear Blast auch einen starken Partner an eurer Seite, der eine Band vom Rande des Spektrums in den Fokus bringen kann.

Lupus: Klar, machen die einen super Job, aber seit Kadavar auf der Bildfläche erschienen ist, ging es, was das Publikumsinteresse angeht, stets bergauf. Es mag sein, dass Nuclear Blast uns mit „Berlin“ einige Stufen weiter hinaufgeschoben hat, aber ich will mal die These wagen, dass wir es auch ohne Hilfe dahin geschafft hätten. Eventuell etwas später. Und da denken wir ganz bandegoistisch. Wir machen unser Ding, und wer auch immer uns dabei hilft, ist willkommen, der Rest kann uns gestohlen bleiben.

Lest mehr im eclipsed Nr. 194 (10-2017).

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