MARILLION - Childhood deluxe

Fish ist gut gelaunt, als wir ihn am Telefon erwischen. Und das, obwohl er gerade erst eine schwierige Situation hinter sich gebracht hat. Nur wenige Tage vor dem Interview musste er die Notaufnahme eines Krankenhauses aufsuchen, weil er Anzeichen eines Herzinfarktes hatte. Am Ende stellte sich das Ganze als zwar durchaus ernstzunehmende, aber leicht zu behandelnde Herzrhythmusstörungen heraus, so dass Fish uns in gewohnter Plauderlaune Auskunft gibt.

Auf die Frage, ob die Deluxebox, die auch als opulentes Vierfachvinyl zu haben ist, der Auftakt zu einer Reihe von Reissues der ersten acht Marillion-Alben ist, gibt sich der 59-jährige Künstler vorsichtig optimistisch. „Es sieht so aus“, so der Schotte. „Genaues ist aber noch nicht entschieden. Ich glaube aber nicht, dass es nur vom kommerziellen Erfolg der ‚Misplaced Childhood‘-Box abhängt, ob noch weiteres erscheint. Es gibt so viel Archivmaterial, das die Fans sicherlich gerne hören würden. Warum sollte Warner Music da Nein sagen? Aber es liegt nicht in meiner Macht, und auch nicht in der Marillions.“

Tatsächlich hatte Fish mit dem Reissue des ursprünglich 1985 erschienenen „Misplaced Childhood“ nur wenig zu tun: „Bei den gerade veröffentlichten Reissues meines Solowerks habe ich als Labelboss das alleinige Sagen. Die ‚Misplaced‘-Box ist jedoch ein Produkt von Warner Music, sie waren es, die auf uns zukamen. Natürlich war ich begeistert, dass uns endlich mal die Ehre einer solchen Special-Edition zuteil wird.“ Sehr zufrieden ist Fish auch mit der Auswahl des Utrechtkonzerts, das er als einen der Höhepunkte der Tour ansieht. „Schade nur, dass es kein brauchbares Videomaterial dazu gibt, das hätte mir sehr gut gefallen. Ich erinnere mich nämlich noch gut an die Show.“

Ebenfalls in der Box enthalten ist eine exklusive Dokumentation über die Entstehung des Albums. „Bei dem Film waren die Band und ich allerdings voll eingebunden. Das Filmen der Doku hat uns richtig Spaß gemacht. [Produzent] Chris Kimsey, Steve Rothery und ich sind nach Berlin in die Hansa-Studios gefahren und haben sozusagen den Ort des Geschehens, der ja ein sehr besonderer Ort war und ist, wieder betreten. Das war ein sehr emotionaler Moment und hat uns alle berührt.“

Lest mehr im eclipsed Nr. 193 (09-2017).

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