PROCOL HARUM - Novum Harum

28. April 2017

Procol Harum

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Ein neues Studioalbum von Procol Harum hat im Grunde niemand mehr so recht erwartet. Die letzten Aufnahmen erschienen mit „The Well’s On Fire“ vor einer gefühlten Ewigkeit, im Jahr 2003. Jetzt also „Novum“, das tatsächlich mit einigen Neuerungen aufwartet: so haben sich mit Organist Matthew Fisher und Texter Keith Reid zwei Originalmitglieder verabschiedet; erstmals sind alle Procol-Harum-Musiker am Songwriting beteiligt; Urgestein Pete Brown ist verantwortlich für die Lyrics. eclipsed sprach mit Sänger und Pianist Gary Brooker über das überraschende Lebenszeichen englischen Progpioniere und blickte mit ihm auf 50 Jahre Bandgeschichte zurück.

eclipsed: Natürlich ist das Jubiläum von Procol Harum ein wunderbarer Anlass für ein neues Studioalbum. Aber warum habt ihr überhaupt so lange damit gewartet?

Gary Brooker: Wir haben die lange Zeit gar nicht realisiert. Darüber hinaus gab es nach 2003 eine große Unterbrechung. Wir hatten mehrere Gerichtsverhandlungen [Matthew Fisher klagte 2005 Urheberrechte und Tantiemen am Hit „A Whiter Shade Of Pale“ ein und bekam 2009 in letzter Instanz Recht]. Das kostete viel Zeit. Damit ging auch erst mal die Inspiration flöten.

eclipsed: Bist du trotz der Rechtsstreitigkeiten noch in Kontakt mit Matthew Fisher?

Brooker: Warum sollte ich das wohl sein?

eclipsed: Was hat es mit dem Albumtitel „Novum“ auf sich?

Brooker: Nun, natürlich gibt es Procol Harum schon fünfzig Jahre. In der aktuellen Besetzung [neben Brooker Geoff Whitehorn (guit), Josh Phillips (org), Geoff Dunn (dr) und Matt Pegg (b)] spielen wir schon seit zehn Jahren live, waren jetzt aber tatsächlich das erste Mal gemeinsam im Studio. Zudem haben wir die meisten Songs im Team geschrieben statt nur ich zusammen mit einem Texter. Das war neu. Pete Brown schreibt nun die Texte. Hey, er ist nicht neu, er ist alt! (lacht) Dann ein neuer Produzent, Dennis Weinreich. Der Name „Novum“ kommt aus dem Lateinischen wie wohl auch unser Name Procol Harum. Hoffentlich ist auch der Sound immer noch typisch Procol Harum, doch wir schauen in die Zukunft, nicht in die Vergangenheit.

Lest mehr im eclipsed Nr. 190 (05-2017).

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