SAGA - The last chapter

20. September 2017

Saga

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Vierzig Jahre Saga! Zu Beginn ihres Jubiläumsjahres gaben die kanadischen Neoprogger mit Zug zum Pop ihre Auflösung bekannt. Das führte vor allem in Deutschland zu langen Gesichtern, hatte die Band doch hierzulande ihre größten Erfolge gefeiert. Am Ende ihrer laufenden Tour soll endgültig Schluss sein. eclipsed fragt bei Sänger Michael Sadler und Keyboarder Jim Gilmour nach, was es für sie bedeutet, das letzte Kapitel in der Karriere ihrer Band aufgeschlagen zu haben.

Ihr erster öffentlicher Auftritt fand am 13. Juni 1977 in Cambridge statt, vor etwa vierzig Zuschauern, da hießen sie noch Pockets. Doch der Grundstein war mit vielen der späteren Hits bereits gelegt. Inspiriert von der Arbeit an den mysteriösen „Chapters“, die Bassist Jim Crichton konzipierte, legten sie sich während der Aufnahmen zum Debütalbum (1980) den Namen Saga zu. Der Rest ist Geschichte. Gemeinsam mit Formationen wie Marillion und IQ begannen Saga, gegen aktuelle Strömungen wie Punk, New Wave und Synthipop erfolgreich anzuspielen. Ein ganzes Moog-Arsenal (gespielt von bis zu drei Bandmitgliedern), Ian Crichton an der geschmeidig tönenden Gitarre, und ein Michael Sadler mit großartiger Stimme und Bühnenpräsenz bildeten den Soundnukleus. Äußerst dynamischer Prog ohne allzu lange Tracks, doch mit dem gewissen Pop- und Rockappeal. Mit den Platten „Worlds Apart“ (1981), „Heads Or Tales“ (1983) und „Behaviours“ (1985) erreichten Saga ihren Zenit. Danach prägten Besetzungs- und Stilwechsel (zwei Alben in Rumpfbesetzung; Experimente wie das Konzeptwerk „Generation 13“) die Gruppe. Mit neuen „Chapters“ begannen Saga sich wieder zu stabilisieren. 2007 schied Sadler aus und wurde von Rob Moratti ersetzt, 2011 kehrte er für zwei weitere erfolgreiche Alben zurück.

eclipsed: Fast schien es, als würden Saga ewig weitermachen. Was sind die Gründe dafür, dass ihr gerade jetzt auseinandergeht?

Michael Sadler: Hey, wir wollen nur als Tourband aufhören, das heißt nicht, dass wir ganz mit der Musik aufhören.

eclipsed: Ah ja, das hört sich ja schon etwas anders an.

Sadler: Lass es mich so sagen: Das ist das letzte Kapitel. Doch wir schließen nicht aus, dass wir neue Musik – in welcher Besetzung auch immer – machen, nur gibt es keine konkreten Pläne für ein weiteres Saga-Album. Und live? Es sei denn jemand macht uns ein Angebot, das wir nicht ausschlagen können. Eine Million Dollar für fünf Minuten, wer weiß? (beide lachen)

Lest mehr im eclipsed Nr. 194 (10-2017).

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