VAN MORRISON - Aufhören ist keine Option

25. Oktober 2017

Van Morrison

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Er ist eine Koryphäe in Sachen Jazz, Blues und Soul: Van Morrison ist seit 59 Jahren und 37 Alben im Geschäft, unablässig auf Tour oder im Studio, verfügt über eine göttliche Stimme und ist leuchtendes Vorbild für Generationen von Musikern. Trotzdem wirkt Van the Man nicht glücklich. Er hadert mit der Musikindustrie, der modernen Technik, den Medien, dem Zeitgeist. Deshalb gibt der Nordire kaum Interviews, deshalb steht er auch im Ruf ein unverbesserlicher Grantler zu sein. eclipsed gewährt der Musiker in Belfast eines seiner seltenen Interviews, das nicht immer leicht ist – am wenigsten für ihn.

eclipsed: Mr. Morrison, Ihr letztjähriges Album „Keep Me Singing“ war sehr erfolgreich und sorgte für die höchsten Chartplatzierungen seit Jahrzenten…

Van Morrison: Schon. Nur, was heißt das, wenn es um Verkaufszahlen geht? Denn seien wir ehrlich, heutzutage ist es doch so, dass die meisten Alben sich höchstens ein paar Wochen in den Charts halten und dann verschwinden. Und da bin ich leider keine Ausnahme. Meine letzten Alben, egal, wie hoch sie eingestiegen sind, haben sich alle nur zwei bis drei Wochen gehalten. Von daher verkaufe auch ich nicht mehr richtig viele Alben, und die exakten Zahlen erfahre ich viel später. Was auch daran liegt, dass sie mich nicht interessieren. (lacht) Hauptsache, sie werden überhaupt wahrgenommen und die Leute kommen zu meinen Konzerten.

eclipsed: Sie haben Platz 6 in Deutschland, Platz 4 in Großbritannien und Platz 9 in den USA belegt. Das ist schon eine Leistung.

Morrison: Das sind wahrscheinlich sogar die höchsten Platzierungen, die ich je hatte. Da sind Sie besser informiert als ich. (lacht)

eclipsed: Aber diese Zahlen bedeuten nichts?

Morrison: Nein, weil sie nicht mit den Umsätzen korrespondieren, für die sie früher standen.

eclipsed: Trotzdem legen Sie ein knappes Jahr später schon den Nachfolger vor. Sind Sie arbeitswütig oder läuft Ihnen die Zeit davon?

Morrison: Solche Probleme habe ich nicht. Mein Arzt sagt, ich wäre okay. Und soll ich Ihnen was verraten? So ein Album macht man nicht in ein paar Monaten, sondern das dauert. Für dieses habe ich über ein Jahr gebraucht, nämlich seit das letzte fertig war.

Lest mehr im eclipsed Nr. 195 (11-2017).

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