Zum Mond und zurück - RITCHIE BLACKMORE sinniert über zwei Jahrzehnte Blackmore’s Night

Dass er nach zwei Jahrzehnten mit seinem Mittelalterpop-Bandprojekt Blackmore’s Night immer noch aneckt, freut Ritchie Blackmore (72) insgeheim. Damit hatte schließlich niemand gerechnet, dass der Deep-Purple- und Rainbow-Gitarrist der harten, lauten Rockmusik den Rücken kehrt und erst im Herbst seiner Karriere zumindest in Teilzeit dorthin zurückkehrt (dazu mehr im zweiten Teil des Interviews in der kommenden Ausgabe).

eclipsed: Wie viel Blackmore steckt in Blackmore’s Night?

Ritchie Blackmore: Du sprichst mit einem verheirateten Mann, der mit seiner damaligen Freundin und jetzigen Frau sowie Mutter seiner beiden Kinder [Autumn Sky, *2010, und Rory,*2012] ein musikalisches Projekt verwirklicht. Erwartest du da etwas anderes als eine diplomatische Antwort?

eclipsed: Anders gefragt: Wie zufrieden bist du mit deiner Rolle bei Blackmore’s Night?

Blackmore: Candice [Night] hatte als Frontfrau und Sängerin ihre Rolle schnell gefunden. Ich wusste, dass sie das gut beherrscht, und wir fanden schnell Gefallen daran, unsere gemeinsame Liebe zu mittelalterlicher Musik auf einem Album zu verewigen. Schon kurz, nachdem ich sie kennengelernt hatte, fingen wir an, gemeinsam zu musizieren. Aber ehrlich gesagt, weiß ich nach 20 Jahren immer noch nicht, was meine Rolle ist. Ritchie Blackmore, der Rockgitarrist, kann ich dort nicht sein und bin es auch nicht. Und ich wollte es auch nicht mehr sein. Mich interessiert es, ganz verschiedene mittelalterliche Instrumente auszuprobieren. Und ich bilde mir ein, dass ich auf einigen etwas ganz Ordentliches herausbekomme. Im Grunde genommen bin ich jedoch eher derjenige, der für diese Band die Songs komponiert.

eclipsed: Es erscheint nun „To The Moon And Back – 20 Years And Beyond“. Eine Compilation mit Songs aus den letzten 20 Jahren. Welchen Song würdest du als Komponist als besonders gelungen bezeichnen?

Blackmore: Ich bin gegenüber meiner Arbeit immer sehr kritisch. Es gibt und gab keinen Song, egal ob ich ihn für Deep Purple, Rainbow oder Blackmore’s Night geschrieben habe, von dem ich sagen würde, der ist perfekt oder sehr gut. Wenn ich einen Blackmore’s-Night-Track nennen müsste, den ich auch noch nach dem Tag der Veröffentlichung mag, ist es „Home Again“.

Lest mehr im eclipsed Nr. 193 (09-2017).

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