27. November 2014

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U2

Wenn eine Band vom Range U2s vor einem Publikum aus Elektromarktkunden und Privatradiohörern aufspielt und sich dabei – exklusiv – von der Boulevardpresse über die Schulter blicken lässt, dann ist etwas faul im Staate Dänemark, dann hat der Rock’n’Roll seine Zähne und Krallen verloren, und der Künstler macht sich zum ausführenden Organ von Institutionen, mit denen er eigentlich nichts zu tun haben sollte. Und im Falle von U2 ist es bereits das zweite Fettnäpfchen innerhalb von zwei Monaten.

Erst der Apple-Deal, den sich der Telekommunikationsgigant 100 Millionen US-Dollar kosten ließ und der dafür sorgte, dass das dreizehnte U2-Epos „Songs Of Innocence“ einfach auf die Mobiltelefone von 500 Millionen Kunden geladen wurde – ob diese das wollten oder nicht. Eine Aktion, die einen wahren Shitstorm auslöste und als Marketingaktion gewaltig in die Hose ging. Was mittlerweile auch Bono realisiert hat.

27. November 2014

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Gong

Der Psychedelic-Clan Gong liefert mit „I See You“ ein Meisterwerk ab. Mit komplett neuer Besetzung sollte es im Herbst auch in Deutschland live vorgestellt werden. Doch Mastermind Daevid Allen erkrankte schwer. Die Band wollte dennoch spielen, aber einige Veranstalter winkten ab: Gong ohne Allen? No way! So wurde die komplette Tour gecancelt – und „I See You“ von einem wunderbaren Alterswerk zum Vermächtnis. So jedenfalls lassen sich Allens Aussagen interpretieren. Wir sprachen mit dem 76-jährigen Australier vor Beginn seiner sechswöchigen Strahlentherapie, die ihm nach eigener Aussage eine „gute Chance auf vollständige Genesung“ biete.

eclipsed: Wer ist das „Ich“ im Albumtitel?

27. November 2014

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Jethro Tull

Für Ian Anderson ist „Warchild“ trotz aller Unkenrufe ein wichtiges Album. Wie bereits bei den Vorgängern hat Steven Wilson hier die klanglichen Restaurationsarbeiten vorgenommen. Der in letzter Zeit hyperaktive Tull-Vorsteher zeigt sich einmal mehr begeistert von dessen Fähigkeiten als Studiotüftler, geht aber davon aus, sich demnächst nach einem neuen Remastering-Partner umsehen zu müssen, wie er gut gelaunt verrät.

eclipsed: Auch „Warchild“ erscheint jetzt neu abgemischt und mit zahlreichen Bonustracks versehen. Ein Album, das, bei allem Respekt, verglichen mit „Thick As A Brick“ oder „A Passion Play“ qualitativ doch klar abfällt.

27. November 2014

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Nick Drake

Die kurze Karriere des Nick Drake bedient den Topos des früh verstorbenen, wehmütigen Poeten. Zu Lebzeiten nicht mehr als ein Hauchen im tosenden Tumult des Musikgeschäfts, fand sein überschaubares Werk nach seinem Tod zunehmend die verdiente Anerkennung. Zahlreiche Biografien und Nennungen in Bestenlisten haben dazu beigetragen, seine melancholische, intensive Musik einem neuen Publikum nahe zu bringen. Nicholas Rodney „Nick“ Drake wurde am 19. Juni 1948 in Burma geboren, wo es den Vater aus beruflichen Gründen hin verschlagen hatte. Kurze Zeit später zogen seine Eltern zurück nach Großbritannien, wo er ab 1965 heftig mit dem aufkommenden britischen Folk flirtete.

27. November 2014

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CD-Sampler

PENDRAGON - Faces Of Light (5:49)
Album: Men Who Climb Mountains (2014)
Label/Vertrieb: Toff/www.pendragon.mu
www.pendragon.mu

Mit „Men Who Climb Mountains“ setzen PENDRAGON zum Sturm auf den Prog-Gipfel an. Vom klassischen Neoprog sind Nick Barrett und seine Kompagnons schon seit einiger Zeit abgekommen, und dieser Trend hält 2014 an. Bei „Faces Of Light“ mit seinem süchtig machenden Refrain stoßen Pendragon ins Territorium von Anathema vor.

23. Oktober 2014

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Pink Floyd

Die Ankündigung eines neuen Pink-Floyd-Albums – des ersten seit zwanzig Jahren – glich einem Paukenschlag. Die Entscheidung der Herren Gilmour und Mason, für die Ehrbezeugung gegenüber ihrem verstorbenen Bandkollegen Rick Wright wenig bis gar keine Promotion zu machen, allerdings auch. Zumal dieses Vorgehen zahlreiche Fragen aufwirft. Glauben die Altmeister nicht an sich und ihren Output? Erachten sie das Ganze vielleicht schon als Fehler? Oder haben sie lediglich die falsche PR-Agentur engagiert? eclipsed über die Irrungen und Wirrungen rund um „The Endless River“.

23. Oktober 2014

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Led Zeppelin

Jimmy Page ist bester Laune. Kein Wunder: Nach dem Erfolg des ersten Teils der Remasters sind der Druck und die Unsicherheit verflogen, das mediale Interesse ist auf ein gesundes Maß zusammengeschrumpft und – noch viel wichtiger – er ist sich sicher, dass er in Interviews genau den Respekt erfährt, den er sich stets von der schreibenden Zunft gewünscht hat. Weshalb er beim eclipsed-Termin im Londoner Hotel Gore denn auch wirklich alle Masken fallen lässt und tiefe Einblicke in ein komplexes Innenleben zwischen Stolz, Geltungsbewusstsein, aber auch tiefer zwischenmenschlicher Enttäuschung gewährt –in Bezug auf Ex-Buddy Robert Plant, zu dem der 70-jährige Ausnahmegitarrist inzwischen deutlich auf Distanz geht und ungewohnt starke emotionale Regungen zeigt.

eclipsed: Jimmy, wie empfindest du den Erfolg der bisherigen Remasters und wie gehst du mit dem überwältigenden Medieninteresse um?

23. Oktober 2014

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Electric Orange

Drei Viertel von Electric Orange waren für das Interview zu erreichen. „Double D“, wie sich Keyboarder Dirk Jan Müller und Gitarrist Dirk Bittner, die Gründungsväter der Band, mit Augenzwinkern nennen, und Schlagzeuger Georg Monheim gewähren einen Blick hinter die Kulissen.

eclipsed: Das neue Album enthält einige für Electric Orange ungewohnte Elemente: akustische Passagen, avantgardistische Strukturen, fernöstliche Klänge.

Georg Monheim: Das ist tatsächlich bewusst passiert, und wenn ich mir das Ergebnis anhöre, gefällt es mir sehr gut. Wir empfinden die Klänge übrigens gar nicht als fernöstlich.

Dirk Jan Müller: Wir haben auch ein paar mehr Sessions mit anderen Instrumenten als sonst gemacht, mit akustischem Bass, Mandoline, Banjo, Strohgeige. Fernöstliches höre ich eigentlich gar nichts.

Dirk Bittner: Fernöstlich zu klingen, war kein Vorhaben.