AYREON - Sechs Milliarden Jahre in der Zukunft

28. April 2017

Ayreon

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Köln, Eigelstein. Nur fünf Minuten Fußweg entfernt von der ehemaligen Zentrale der legendären Eigelstein Musikproduktion GmbH am Hansaring liegt das Hotel Savoy. Es ist Anfang März. In einer gemütlichen Ecke der Lobby sitzt Arjen Lucassen und gibt vergnüglich Interviews. Noch sind es fast zwei Monate bis zur Veröffentlichung von „The Source“. Doch die Mechanismen der Musikindustrie laufen hinter den Kulissen längst auf Hochtouren. Dazu gehört auch der übliche Gesprächsmarathon, der den Zwei-Meter-Schlacks nach Stationen in Paris, London und Mailand nun auch in drei deutsche Städte führt. Noch am Abend geht es mit dem Zug nach München, von dort mit dem Flieger nach Berlin. Nichts Ungewöhnliches für einen Musiker auf PR-Tour, doch wenn man weiß, dass der 57-jährige Niederländer, der sich selbst gern als Einsiedler beschreibt, nur ungern seine heimische Umgebung verlässt, darf schon mal nachgefragt werden.

eclipsed: Es scheint, als sei für dich eine neue Zeitrechnung angebrochen. Du hast mit The Gentle Storm Akustikkonzerte gegeben, hast dich bei den Aufführungen von „The Human Equation“ mehrfach auf der Bühne blicken lassen und bist für „The Source“ nun auf PR-Tour in ganz Europa unterwegs. Wie kommtʼs?

Arjen Lucassen: Ich sehe „The Source“ noch einmal als eine Art Neuanfang. Mein neues Label Mascot legt sich auch gerade richtig ins Zeug für mich, und ich finde, da muss ich dann auch mal über meinen Schatten springen. Ich gebe ja auch gerne Interviews und genieße Situationen wie diese. Es ist die Reiserei, die mir einfach nicht liegt.

eclipsed: Ich habe dich als sehr loyalen Menschen und als Gewohnheitstier kennengelernt. Wie ist es dann doch zum Labelwechsel gekommen?

Lucassen: Ed van Zijl, der Chef von Mascot, wollte mich schon 1994 unter Vertrag nehmen, doch seine Firma war damals zu klein, um die Sache stemmen zu können. Trotzdem hat er mir damals schon sehr unter die Arme gegriffen, wofür ich ihm sehr dankbar bin. Der Wechsel fiel mir wirklich nicht leicht, und die Entscheidung dauerte fast ein halbes Jahr.

eclipsed: Wie gefällt dir „The Source“?

Lucassen: (lacht) Momentan bin ich noch in meiner Unsicherheitsphase. Die beginnt immer, kurz nachdem ich ein Album an die Plattenfirma gegeben habe. Dann sind es meist noch einige Monate, bis das Album endgültig erscheint, und in dieser Zeit ändert sich meine Meinung meist radikal von „das beste Album, das ich je aufgenommen habe“ zu „Oh, mein Gott, wie konnte ich so was nur veröffentlichen“. (lacht)

eclipsed: Für Ende September sind drei Konzerte unter dem Motto „Ayreon Universe“ im holländischen Tilburg angekündigt. Alle 9000 Tickets waren an einem Tag weg. Wird man dich dort auch auf der Bühne sehen?

Lucassen: Ich bekomme jetzt schon Albträume, wenn ich nur daran denke. Mein Lampenfieber ist wirklich enorm.

Lest mehr im eclipsed Nr. 190 (05-2017).

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