THE BREW - Nächster Versuch

26. Oktober 2016

The Brew

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Tim Smith und sein Sohn Kurtis Smith legen seit elf Jahren an Bass und Schlagzeug die rhythmische Basis dafür, dass sich Frontmann Jason Barwick so richtig austoben kann. Live gelingt ihnen dies bei fast jedem Konzert, sodass Brew-Novizen freudestrahlend aus dem Club wanken und sich darüber freuen, eine zeitgenössische bluesrockgetränkte Band entdeckt zu haben. Eine Band, die auf der klanglichen Grundlage von Cream, Jimi Hendrix, The Who und Led Zeppelin etwas sehr Lebendiges erschaffen hat. Weniger euphorisch ist der Blick auf ihre Ergebnisse im Studio. Denn sieht man von vereinzelten Songperlen ab, gelang es der Band über die Jahre nur mit „A Million Dead Stars“ (2010) voll zu punkten. Kann die neue Einspielung „Shake The Tree“ da mithalten…?

Tim Smith: So gehst du als Musiker nicht an eine neue Platte heran! Du setzt dich hin, sichtest deine Songideen, und wenn es sich richtig gut anfühlt für ein neues Album, dann nimmst du dir eine Auszeit von der Bühne und versuchst, die Songs bestmöglich einzufangen.

eclipsed: „Shake The Tree“ klingt zumindest etwas rauer als die Alben davor. War das euer Plan oder ergab es sich zwangsläufig?

Smith: „Control“, das Album davor, war schon geplanter, allein deshalb, weil es textlich betrachtet als Konzeptwerk durchgeht. Auf „Shake The Tree“ wollten wir es, wie du richtig bemerkst, wieder etwas ungestümer angehen.

eclipsed: Was euch live ausmacht, ist eure unbändige Energie, aber auch die musikalische Zügellosigkeit, die etwa dazu führt, dass Jason sich minutenlang Zeit und Raum verschafft, ohne wirklich darauf zu achten, ob dies nun alles songdienlich ist. Aber diese Unberechenbarkeit fehlt im Studio und wird nur bedingt durch schmissige Songs wieder ins Lot gebracht. Wie stehst du dazu?

Smith: Was unsere Livekonzerte betrifft, bin ich sehr zufrieden, dass sie so erlebt werden, wie du es geschildert hast. Bei unseren Alben bin ich ganz anderer Meinung. Die sind unser zweites Standbein und führen bewusst ein Eigenleben. Da geht es darum, uns musikalisch als eigenständige Band zu definieren. Klar sind all die Sechziger- und Siebzigerjahre-Rockbands die Basis für unseren Sound. Doch gehen wir da noch einige Schritte weiter. „Shake The Tree“ ist da ein gutes Beispiel. Es ist ein modernes Rockalbum mit dem Instrumentarium eines klassischen Rocktrios.

Lest mehr im eclipsed Nr. 185 (November 2016).

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