MICHAEL CHAPMAN - Der Halbjahrhundertmann

22. März 2017

Michael Chapman

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Vor fünfzig Jahren entschied sich Michael Chapman dazu, professionell Musik zu machen. Aus diesem Anlass weist der 76-Jährige aus Leeds auf seinem neuen Album „50“ noch einmal darauf hin, dass er zwar nie der große Hitlieferant war, dafür ein Künstler, der einen geraden Weg gegangen ist: als bisweilen sarkastischer, autobiografischer Songpoet, der sich an Rock, Blues, Folk und Country orientiert. Sechs der Songs auf „50“ sind Umarbeitungen älterer Stückes des Musikers, dazu gesellen sich zwei (LP) bzw. vier (CD) neue Lieder. Um den Jubilar scharen sich dabei Gäste wie Ausnahmegitarrist Steve Gunn, Bridget St. John oder James Elkington. Eine Party großartiger Underdogs!

eclipsed: Wie und wann kam dir die Idee zu dem Jubiläumsalbum?

Michael Chapman: Ich habe Anfang 1967 damit begonnen, professionell Musik zu machen und kann seitdem irgendwie davon leben. Außerdem war ich bis vor Kurzem sicher, neunundvierzig Alben aufgenommen zu haben. Unter diesen beiden Aspekten bot es sich an, diese Platte einzuspielen und sie folgerichtig „50“ zu nennen. Vor einigen Wochen kontaktierte mich dann ein totaler Freak meiner Arbeit und meinte: Hey, Mann, du hast doch bereits sechsundfünfzig Alben eingespielt! Kann sein, dass er recht hat. Man verliert in meinem Alter und im Laufe der Zeit etwas den Überblick, was das eigene Werk betrifft. (lacht) Wie auch immer, ich bin wirklich stolz auf meine Karriere, so arrogant das klingen mag. Und ich bin stolz darauf, nie den großen kommerziellen Durchbruch gehabt zu haben, denn so hatte ich alle kreative Freiheit.

eclipsed: Warum hast du den Durchbruch nie geschafft?

Chapman: Das liegt ziemlich sicher an meinem Naturell. Ich bin ein unauffälliger Typ, übrigens ganz bewusst. Ich habe fast mein ganzes Leben lang irgendwo auf dem Land gelebt, das tue ich heute noch. Da kann ich wunderbar vor mich hin sinnieren, an neuen Songs arbeiten und diese in Ruhe zu Ende bringen. Ich bin unter solchen Umständen auch ständig inspiriert.

eclipsed: Du hast auffällig illustre Gastmusiker dabei – wie kam es dazu?

Chapman: Steve Gunn war letztlich der Motor der ganzen Chose, er hat irre viele Kontakte zu den unterschiedlichsten Musikern, und er mag meine Sachen, warum auch immer. Tatsächlich hat es aber einige Jahre gedauert, ehe die Partygästeliste komplett war.

Lest mehr im eclipsed Nr. 189 (04-2017).

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