STYX - 45 Jahre im Orbit

11. Juli 2017

Styx

0

„Big Bang Theory“, der Titel klingt nach einem Konzeptalbum, war es dann aber nicht. Es sei denn, man will ein Album mit Coverversionen als Konzept verkaufen. „Als wir 2005 diese Platte herausbrachten, war dies eher ein Signal, das nach innen als nach außen gerichtet war“, gibt sich Tommy Shaw ob des „The Mission“-Vorgängers selbstkritisch. „Es war ein Lust-und-Laune-Projekt, bei dem wir unsere Lieblingsstücke von Blind Faith, Jethro Tull, Free, Jimi Hendrix oder Procol Harum aufnahmen. Irgendwie hatte alles den Styx-Stempel bekommen, aber aus Respekt dann auch nicht so sehr, dass man ‚One Way Out‘ nun nicht mehr in der Version der Allman Brothers, sondern von mir gesungen hören muss. Ich will es mal so formulieren: Nach dem im Rückblick schwachen ‚Cyclorama‘ von 2003 hat es uns wieder auf den richtigen Weg gebracht.“

Fluss der Unterwelt

Vor 45 Jahren entschieden sich TW4 ihren Namen in Styx abzuändern. Damals bestand die Band aus Chicago aus den Zwillingsbrüdern John und Chuck Panozzo an Schlagzeug respektive Bass, Keyboarder/Sänger Dennis DeYoung sowie den Gitarristen/Sängern James Young und John Curulewski. Abgesehen von der Hitballade „Lady“ von „Styx II“ (1973) ging es für die Band mit ihrer Mischung aus melodiösem Hardrock, Balladen, Artrock und Prog nur sehr langsam die Erfolgsleiter hinauf. Erst als 1975 Tommy Shaw für Curulewski, der 1988 37-jährig verstarb, dazukam, beschleunigte sich Styx’ Aufstieg. „Ich kam damals in eine funktionierende Band, das machte es von Anfang an einfach für mich“, so Shaw. „Außerdem wollten sie nicht nur einen zweiten Gitarristen. Ich sollte die Option erhalten, meine eigenen Songs zu schreiben und als einer von drei Leadsängern zu agieren. Und im Grunde ist das bis heute so geblieben.“

Eine Band, drei Leadsänger

Wenn eine Band sich mit drei Leadsängern so angenehm breit aufstellt, birgt dies aber immer auch die Gefahr, dass in dem Moment, in dem einer aus dem Gefüge ausbricht, ein Zacken in der Krone fehlt. Dennis DeYoung sieht sich allerdings als viel mehr als nur ein Zacken in der Krone. Er tourt regelmäßig in den USA unter dem Motto „The Music Of Styx“. „Keiner von uns bestreitet, welch großartige Songs Dennis für Styx geschrieben und gesungen hat. Aber Styx waren eben immer auch drei Frontleute mit einer fantastischen Rhythmuscrew im Rücken, die je nachdem, wer gerade welche Ideen hatte, sich mal in die eine, mal in die andere Richtung entwickelt hat. Aber niemand von uns würde die alleinige musikalische Führungsrolle beanspruchen wollen. Dennis jedoch wollte Styx in den Achtzigern und dann auch in den Neunzigern wieder zu seiner Backingband machen. Das wollte damals niemand, und auch heute nicht.“

Die Spannungen begannen zu Beginn der Achtzigerjahre mit den Konzeptalben „Paradise Theatre“ (1981) und „Kilroy Was Here“ (1983), die zur Auflösung der Band 1984 führten, obwohl beide Alben zu den weltweit erfolgreichsten Styx-Arbeiten zählen. „Wir haben die Antwort darauf gegeben, was wir als den Styx-Sound betrachten, als wir vor einigen Jahren auf einer Tour zunächst ‚The Grand Illusion‘ und dann ‚Pieces Of Eight‘ nacheinander in voller Länge spielten.“

Styx - Gone Gone Gone

Lest mehr im eclipsed Nr. 192 (07/08-2017).

Kommentare

Noch keine Kommentare.

Zum Kommentieren bitte einloggen oder registrieren.