GRATEFUL DEAD - Die lebenden Toten

Grateful Dead gaben ihren Fans einmal ein weitreichendes Versprechen: „Solange ihr uns hören wollt, werdet ihr eine Band haben“. Nun sind die Fans der Grateful Dead, die viel besungenen Deadheads, nicht mit anderen Fans zu vergleichen. Sie folgen ihrer Band auf Tour überall hin, junge Fans lassen sich noch heute Tatoos der Gesichter von Pigpen und Jerry Garcia (seit 1973 respektive 1995 tot) stechen, Deadheads verkörpern die Gegenkultur der Spätsechziger, als ob der Summer of Love nie zu Ende gegangen wäre. Der Grad ihrer Hingabe zeigt, dass die 1965 in Kalifornien gegründete Formation nicht irgendeine Band ist. Diesem Umstand tragen jetzt auch Warner Music/Rhino mal wieder Rechnung, indem sie das Gesamtwerk der Formation neu herausbringen. Zudem sind jetzt das 11-CD-Liveboxset „May 1977: Get Shown The Light“ (als Exzerpt das 3-CD-Release „Cornell 5/8/77“) sowie das Doppel-CD-Set „Long Strange Trip: Motion Picture Soundtrack“ zur gleichnamigen Dead-Doku erschienen.

Zwar gibt es offiziell eine Band mit dem Namen Grateful Dead seit dem Tode Garcias nicht mehr. Tatsächlich aber kommt die für ihre kunstvollen psychedelischen Improvisationen berühmte Gruppe in unterschiedlichsten Besetzungen immer wieder zusammen und hält so gegenüber den Fans ihr einmal gegebenes Versprechen. Im Sommer 2015 schien jedoch für einen Augenblick das unweigerliche Ende der Dead heraufzuziehen: Unter dem Motto „Fare Thee Well“ (Lebt wohl) kamen die verbliebenen Originalmitglieder für fünf Konzerte zusammen, um das 50-jährige Bestehen der Gruppe zu feiern und um sich offensichtlich zu verabschieden. Zumindest war dies die offizielle Lesart. Rhythmusgitarrist Bob Weir schloss sich dieser von Anfang an nicht an. Nach den fünf „Fare Thee Well“-Shows war rasch klar, dass er und die Schlagzeuger Mickey Hart und Bill Kreutzmann mit Gastmusikern, darunter US-Singer-Songwriter John Mayer, als Dead & Company weitertouren würden. Derzeit sind sie auf einer 20 Konzerte umfassenden Stadiontournee durch die USA unterwegs.

Lest mehr im eclipsed Nr. 192 (07/08-2017).

Kommentare

spreewilder am 28. Juni 2017 - 18:49

Hallo,

danke für den Artikel...lese gerne noch mehr aus der jamrock szene der staaten oder auch europas....im eclipsed. „Cornell 5/8/77“ läuft bei mir in dauer rotation.

beste grüße
spreewilder

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