Der „Squonk“ ist ein hässlicher, dauerheulender Troll, ein Fabelwesen aus der englischen Folklore. Ihm hat Genesis 1976 auf dem Album „A Trick Of The Tail“ ein Lied gewidmet. Der „Agropelter“ wiederum ist ein nicht minder scheußliches Wesen, ein affenartiger, stets bösartig gesinnter Hominide, der in manchen Wäldern der USA gern Holzfäller angreift. Nach ihm hat Multiinstrumentalist Kay Olsen sein aktuelles Projekt benannt.
„Mit Progressive Rock, den ich spiele, hat diese Kreatur übrigens nichts zu tun“, lacht der 43-Jährige beim Interview lauthals ins Telefon, „mir gefiel nur diese Nähe zum Song einer meiner Lieblingsbands …“ Das Agropelter-Debütalbum, welches Olsen nahezu im Alleingang aufgenommen hat, nennt sich „The Book Of Hours“. Es ist eine reine Instrumental-Angelegenheit, erinnert dadurch an „The Snow Goose“ von Camel oder „Lord Of The Rings“ von Bo Hansson. „Super-Platten“, schwärmt der Mann aus der Nähe von Oslo, „aber genauso gern höre ich Eloy, King Crimson, Rachmaninow, Dream Theater oder John Coltrane. Hauptsache, der Sound klingt spannend und unverwechselbar.“
eclipsed: Warum hast du „The Book Of Hours“ weitgehend solo eingespielt und nicht mit einer Band?
Kay Olsen: Als ich mit 19 meiner Ansicht nach die Gitarre genug beherrschte, um mit meinem Können an die Öffentlichkeit zu gehen, war ich ausschließlich bei Bands an Bord. Wir spielten einen Sound ähnlich wie unsere Idole Guns N’ Roses, Nirvana oder Dream Theater. Doch irgendwann machte es mir immer weniger Spaß, dass ich den Launen meiner Mitstreiter ausgesetzt war. Es entstand nur dann ein toller Sound, wenn alle gut drauf waren, was selten vorkam. Also machte ich mich autark, indem ich autodidaktisch mehr und mehr Instrumente zu spielen lernte. Dadurch wurde ich unabhängig. Ich genieße diese Freiheit bis heute.
eclipsed: Allerdings hast du dir mit Jonas Reingold, Mattias Olsson und Andreas Sjøen einige Helfer an Bord geholt. Wie viel Einfluss hatten sie auf das finale Ergebnis?
Olsen: Sie beherrschen ihre Instrumente schlicht besser als ich. Also engagierte ich sie, damit eine möglichst perfekte Platte entsteht. Ebenso ist es mit Jacob Holm-Lupo, dem Gründungsmitglied von White Willow. Für mich einer der besten, einfühlsamsten Toningenieure überhaupt. Daher wollte ich ihn dabeihaben. Und ich kriegte ihn auch. Übrigens habe ich alle diese Typen per Instagram kontaktiert. Seit wir uns kennen, sind wir ziemlich gute Freunde geworden. Uns verbindet das Glücksgefühl, gemeinsam etwas Neues zu kreieren.
eclipsed: Warum gibt es bei euch keinen Sänger?
Olsen: Keiner von uns verspürte Lust auf diesen Job. Außerdem hätte Gesang die Atmosphäre beschnitten, die wir geschaffen hatten. Also ließen wir es.