Nach längerer Pause meldet sich Ausnahme-Gitarrist Eric Johnson live in Europa zurück. Im Zuge seiner „Texaphonic“-Tour präsentiert er seinen Fusion-Mix im Rahmen einer exklusiven Show am 20.07.2026 im Colos-Saal in Aschaffenburg.
eclipsed: Eric, nach längerer Zeit verschlägt es dich endlich wieder nach Europa. Im Rahmen deiner „Texaphonic“-Tour spielst du auch eine Show in Aschaffenburg. Was bedeutet der Titel „Texaphonic“ für dich im Zusammenhang mit dieser Tour?
Eric Johnson: Wir haben schlicht nach einem passenden Titel gesucht, der nicht schon urheberrechtlich vergeben ist. Alles, was uns zunächst einfiel, war bereits vergeben. Am Ende dachten wir, es sollte etwas mit Texas und Sound zu tun haben – so entstand die Wortschöpfung „Texaphonic“.
eclipsed: Schaut man auf dein Werk als Gitarrist und Songwriter während der letzten Jahrzehnte, fällt es schwer, ein einzelnes Album als Einstieg herauszugreifen. Lass uns daher mit deinem letzten Album „The Book of Making/Yesterday Meets Today“ von 2022 beginnen. Dort hört man nicht nur den Gitarristen, sondern vor allem den Songwriter Eric Johnson…
Johnson: Ich bin zunächst mit der Musik von Songwritern aufgewachsen, bevor ich mich intensiver mit großen Gitarristen beschäftigt habe. Ich wollte immer „richtige“ Songs schreiben – und das natürlich auch in meinem Gitarrenspiel umsetzen.
eclipsed: Welchen Song-Mix beziehungsweise welche Setlist können deine Fans auf der kommenden Europatour erwarten?
Johnson: Ich werde Songs aus verschiedenen Phasen auswählen, dazu neue Stücke von einer EP, die im Herbst erscheinen wird. Außerdem spiele ich Material, das noch gar nicht aufgenommen ist. Ergänzend plane ich ein bis zwei akustische Folk-Nummern sowie zwei oder drei neu arrangierte Jazzstandards. Es wird also ein vielseitiger Mix.
eclipsed: Du wirst die Tour im Trio bestreiten. Mit Tal Bergman (Drums) und Daniel Kimbro (Bass) hast du zwei exzellente Mitstreiter dabei. Wie kam diese Konstellation zustande?
Johnson: Tal hat schon vor einigen Jahren den Titeltrack meines „Bloom“-Albums eingespielt. Live habe ich ihn mehrfach bei Joe Bonamassa erlebt und war völlig begeistert von seinem Spiel. Daniel habe ich bei einer Masterclass näher kennengelernt, die wir gemeinsam gegeben haben. Die Chemie zwischen uns stimmte auf Anhieb. Auch danach haben wir uns viel über Musik ausgetauscht. Es war großartig, mit ihm zusammenzuarbeiten. Er ist hauptberuflich Musical Director und spielt neben Bass auch Banjo und Akustikgitarre auf höchstem Niveau. Ich freue mich sehr darauf, diese Tour mit beiden zu spielen.
eclipsed: Wenn es um deine musikalischen Einflüsse geht, hast du in der Vergangenheit in Interviews in erster Linie keine Jazz-, Fusion- oder technischen Gitarristen genannt, sondern eher Gitarristen wie Eric Clapton, Jeff Beck und vor allem Jimi Hendrix…
Johnson: Was Eric Clapton betrifft: Alles, was er gemacht hat, ist großartig, aber für mich persönlich waren insbesondere seine Phasen mit John Mayall & The Bluesbreakers sowie Cream in besonderem Maße prägend.