FUZZ SAGRADO - Sound der Versöhnung

FUZZ SAGRADO - Sound der Versöhnung

Chris Peters ist nach einigen Jahren in Brasilien zurück in Deutschland. Der Mann hinter Bands und Projekten wie Samsara Blues Experiment, Fuzz Sagrado, Surya Kris Peters oder zuletzt Pedro Preto sprüht aktuell vor Enthusiasmus. Erste Station: Zusammen mit Gitarrist Steffen Schneider, Drummer Charlie Paschen und Bassist Raphael Nigbur von Blackbox Massacre geht es ab Mai unter dem Banner Fuzz Sagrado auf eine dreiwöchige Europatour.

eclipsed: Hallo Leute, wie laufen die Tour-Vorbereitungen?

Chris Peters: Wir haben zunächst eine Playlist erarbeitet, irgendwo schon eine persönliche „Best-of“ aus dem Backkatalog aller Bands, an denen ich beteiligt war, plus einem Song von Blackbox Massacre. Insgesamt soll es eher locker zugehen und auch etwas Jamband-Charakter behalten, daher müssen wir nicht jede Woche proben (Augenzwinkern). Ich denke, wir alle haben genug Skills und Erfahrungen, damit das eine runde Sache wird.

Steffen Schneider: Tatsächlich haben Sound Of Liberation und wir mit unserer neuen Blackbox Agency gemeinsam Konzerttermine für drei Wochen Tour zusammengestellt. Wir spielen in vielen Städten in Deutschland und werden auch in Frankreich, Dänemark, Belgien, den Niederlanden und Tschechien auftreten.

eclipsed: Wie kam es zu der Auswahl von Musikern für die neue Band?

Peters: Der Vorschlag kam vom World-In-Sound-Label-Inhaber Wolfgang, der mir eines Tages Steffens Kontaktdaten zusteckte. Ich kannte Steffens ehemalige Band Spaceship Landing schon seit den frühen 2000ern, aber insgesamt sind wir 20 Jahre eher aneinander vorbeigelaufen, trotz einiger Gemeinsamkeiten und Schnittpunkten in der Szene. Ich war lange Zeit einfach Fan seiner Band, unvergessen bleibt mir ihr Auftritt beim Stoned From The Underground 2005.

Mit Charlie hatte ich in der Vergangenheit einmal kurz gejammt, als wir Coogans Bluff zu einer Silvesterfeier eingeladen hatten, aber auch da war ich ansonsten nur Fan, und man kannte sich nicht weiter. Steffen, Charlie und Raphael haben ja auch ihre gemeinsame Band: Blackbox Massacre, und es passte einfach ganz gut, hier zu fusionieren. Ich bin sehr dankbar, dass die drei sich dazu entscheiden haben, dieses neue gemeinsame Projekt mit mir zu machen!

Und auch, wenn die bisherigen Songs fast alle von mir vorgegeben wurden, haben wir sie noch mal gemeinsam bearbeitet und in nur zwei relativ kurzen Treffen schon einen eigenen Band-Sound entwickeln können. Ich kann mir da in Zukunft noch einiges mehr vorstellen. Die Zeit wird zeigen, wie es weitergeht!

eclipsed: Gratulation zu Gigs auf dem Desertfest, Freak Valley etc.! Wie fühlt es sich an, nach so langer Zeit auf die Bühnen zurückzukehren?

Peters: Ja, sehr spannend natürlich! Das letzte Mal war ich selbst nur als Besucher 2018 auf dem Desertfest. In den Jahren davor waren Samsara oft in Berlin und am selben Wochenende in London zu sehen. Ansonsten habe ich seit 2019 eigentlich auf keinem Szene-Festival oder Konzert gespielt. Abgesehen von unserem kleinen Gig in Dresden im letzten Jahr und einem größeren Konzert in São Paulo, im Vorprogramm von Clutch 2024, waren Fuzz Sagrado bis jetzt ein reines Studioprojekt. Ich habe mehr als fünf Jahre im ländlichen Brasilien, fernab von irgendwelchen Szenen, gelebt.

eclipsed: Wie läuft das überhaupt in einer Band, wenn Musiker auf zwei unterschiedlichen Kontinenten leben?

Peters: Tatsächlich sind wir seit kurzem wieder auf demselben Kontinent, da ich mich derzeit in Deutschland aufhalte und auch meinen Lebensmittelpunkt wieder hierher verlegen möchte. Es ist letztlich doch etwas krass in Brasilien und schwer, dort als „Gringo“ Fuß zu fassen. Man vermisst auch vieles, was hier als selbstverständlich gilt. Der Mittelpunkt der Szene liegt letztlich in Europa, und mir hat das im letzten Jahr zu gut gefallen, als wir in Deutschland intensiv an und mit der neuen Band arbeiteten.

Schneider: (lacht) Witzigerweise wohnen wir seit kurzem zusammen, eine Art Hippie-WG, wie wir sie eigentlich beide nie wollten, aber in diesem Moment ergab es sich einfach so. Chris suchte einen Platz zum Wieder-Ankommen, und wir hatten Raum zu geben. In Vorbereitung auf die erste gemeinsame Tour, als frisch zusammengekommene Band, empfinden wir das als durchaus lohnend und sind dankbar. Meine jüngere Tochter und ich haben als Szun & Dad ein gemeinsames Projekt und auch einen Proberaum im Haus, den wir gerade gemeinsam neu gestalten.

Fuzz Sagrado plays Samsara Blues Experiment (Dresden, 2025)

Das komplette XXL-Interview ist Teil unseres Online-Abos: www.eclipsed.de/abo

Lest mehr im aktuellen Heft ...