LUNATIC SOUL - Zurück ins Licht

27. Juli 2026

Lunatic Soul Mariusz Duda

LUNATIC SOUL - Zurück ins Licht

Das monolithische Doppelalbum „The World Under Unsun“ ist noch kein Jahr alt, da meldet sich Mariusz Duda schon mit einer weiteren EP zurück: „Transition II“. Ausgerechnet jetzt, nur wenige Wochen, nachdem er seinen Ausstieg bei Riverside verkündet hat. Es ist der vielleicht größte Einschnitt in der Karriere des polnischen Musikers – und eine Chance, sein genresprengendes Projekt Lunatic Soul neu zu denken.

Eigentlich, sagt Mariusz Duda, wolle er gerade gar keine Interviews geben. Kein Wunder, denn zuletzt herrschte Trubel um den Sänger und Multiinstrumentalisten. Vergangenes Jahr hatte er mit „The World Under Unsun“, seinem achten Album unter dem Namen Lunatic Soul, einen vorläufigen Schlussstrich gezogen. Das 90-Minuten-Werk vertonte die schmerzliche Befreiung aus einer toxischen Beziehung. Heute weiß man, dass Duda dort die Trennung von Riverside verarbeitete, jener Band, die seit 2001 den New Artrock und Progressive Rock prägte. Doch für eclipsed macht er gern eine Ausnahme, obwohl er gerade von einem Termin zum nächsten hetzt. „Das Leben ist eben wie ein Videospiel“, lacht er zu Beginn. „Man ist ständig mit Side Quests beschäftigt, und für die Hauptgeschichte bleibt keine Zeit.“

eclipsed: Mariusz, wenn Lunatic Soul ein Videospiel wäre, erleben wir dann bald das zweite Level? 

Mariusz Duda: (lacht) Zumindest beginnt bald ein neues Kapitel. Mit „The New End“, dem letzten Song auf „The World Under Unsun“, geht für mich eine Ära zu Ende: die Ära des einsamen Helden, dessen Geschichte ich auf den vergangenen acht Alben von Lunatic Soul erzählt habe. Nächstes Jahr möchte ich das Projekt zu einer Band ausbauen und auftreten. Im Moment spiele ich mit dem Gedanken, eine Art Best-of zusammenzustellen, eine Visitenkarte, wenn man so will.

eclipsed: Und jetzt gibt es natürlich noch „Transition II“. 

Duda: Das war ursprünglich ein Bonustrack auf „Through Shaded Woods“ [2020er-Album von Lunatic Soul; Anm.], der nie auf Vinyl erschienen ist. Das wollte ich ändern. Allerdings dauerte er 28 Minuten, war also zu lang für eine Plattenseite. Ich kürzte ihn etwas und ergänzte ihn um zwei weitere Bonustracks. Dann habe ich Blut geleckt. Ich dachte an Mike Oldfield und seine Alben, mit einem langen Song auf der A-Seite und mehreren kurzen auf der B-Seite. Ich fand ein Riff, das ich zur selben Zeit wie „Transition II“ komponierte, aber nie verwendet habe, und komponierte damit einen ganz neuen Song, „Realm Of The Weeping Willows“.

eclipsed: Der Song ist ganz anders als die finstere Musik auf „The World Under Unsun“. 

Duda: Ja, mit akustischer Gitarre, fast folkig. Ich ließ mich von polnischer Volksmusik und den Soundtracks von Krzysztof Komeda [u.a. „Tanz der Vampire“, „Rosemaries Baby“; Anm.] inspirieren. Deswegen taucht die Weide im Titel auf, ein historisch und kulturell wichtiger Baum für mein Heimatland.

Transition II (Condensed Version 2026)

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