MARILLION „Ich bin nicht der Pop-Typ!“

18. Mai 2026

Marillion Steve Hogarth

MARILLION „Ich bin nicht der Pop-Typ!“

Man mag es kaum glauben, aber der ewig jugendliche Marillion-Frontmann Steve Hogarth feiert am 14. Mai seinen 70. Geburtstag – und begibt sich auch gleich mit der Band auf große Tournee. Als Nachfolger der Ikone Fish hatte er es nie leicht; bis heute spaltet er Teile der Marillion-Fans in zwei Lager. Dass er allerdings entscheidend dazu beigetragen hat, Marillion zu einer neuen Identität zu verhelfen, die sie bis heute prägt und ohne die die Gruppe wohl kaum überlebt hätte, wird bei diesen Diskussionen gern übersehen. eclipsed begeht den runden Geburtstag mit einem launigen Gespräch mit dem Sänger über die Band, die sein Leben veränderte und nachhaltig prägte.

eclipsed: Steve, du wirst jetzt 70 Jahre alt, wie fühlst du dich dabei?

Steve Hogarth: Hast du 17 gesagt? Das freut mich sehr…

eclipsed: Du trägst ja auch seit kurzem deine Haare stolz ergraut… 

Hogarth: Ich weiß nicht, warum das für alle so ein großes Thema ist. Es war keine bewusste Entscheidung, um plötzlich zu meinem Alter zu stehen. Sie sind mir nur immer wieder herausgewachsen, und ich fand irgendwann, ich sollte einfach Grau tragen. Es sah ein paar Monate lang ziemlich lächerlich aus, bis das Schwarz herausgewachsen war. Zum Glück habe ich sehr gute Gene und volles Haar, obwohl: Mein Vater ist recht früh kahl geworden.

eclipsed: Als du 1989 zu Marillion kamst, warst du noch ein junger Mann. Erinnerst du dich noch an die Zeit?

Hogarth: Erinnerst du dich daran, was du vor über 35 Jahren gemacht hast? (lacht) Es war ja alles eher zufällig. Ich hatte ein Angebot, bei The The als Keyboarder einzusteigen. Das war die Phase, als Johnny Marr dort Gitarre spielte. In meinen Augen waren The The 1989 die coolste Band der Welt. Und dann bekomme ich ein Angebot von der uncoolsten Band der Welt. Eigentlich war die Sache klar, oder? Ich darf das übrigens sagen, die Jungs sind okay damit.

eclipsed: Du hast dich gegen die Coolness entschieden… 

Hogarth: Ja, warum nur? (lacht) Sie suchten einen Sänger, der gerade nicht so wie Fish war, und natürlich hatten sich unzählige Fish-Klone beworben. Auch deshalb fiel die Wahl wohl auf mich, weil ich ein völlig anderer Typ Sänger und Mensch war. Aber ich trage diese Bürde, wenn ich das mal so nennen darf, seit fast vier Jahrzehnten mit mir herum, ich bin immer noch „der Neue“, obwohl ich mittlerweile viermal so lange in der Band bin wie Fish.

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