Die norwegischen Multitasker Motorpsycho sind eine Wundertüte. Ihre Alben erinnern an Urlaubsorte, die man aus alter Liebe jedes Jahr aufs Neue bereist. Die Orte bleiben dieselben, und doch lernt man jeden Sommer neue Menschen kennen, findet neue Wanderwege und entdeckt neue kulinarische Köstlichkeiten, um sich im nächsten Jahr erneut auf den Weg ins vertraute Unbekannte zu machen. So funktioniert auch ihr gefühlt 120. Album „The Gaia II Space Corps“. „Wir können einfach nicht vor uns selbst davonlaufen“, lacht Gitarrist Snah.
„Unsere Stimmen sind unsere Stimmen, unser Sound ist unser Sound und unser Geschmack unser Geschmack. Wir haben unser eigenes Studio in Trondheim, in dem wir tun können, was wir wollen. Und wie immer hatten wir viele Songs, aus denen wir auswählen konnten. Am Ende wurde es ein extrem hart rockendes Album.“ Das Wunder, das sie diesmal vollbringen, besteht in der Umwertung aller Werte. Die Platte ist ein großes Experiment, das nicht experimentell klingt. Es besteht aus Metal, der kein Metal ist, Prog, der kein Prog ist, und Psychedelic, die keine Psychedelic ist. Die Sixties- und Seventies-Elemente klingen nicht wirklich nach Sixties und Seventies, und das Resultat dieses grandiosen Kuddelmuddels ist ein Konzeptalbum ohne Konzept.