SMOKEMASTER - Aus alt mach neu

23. Juni 2020

Smokemaster

SMOKEMASTER - Aus alt mach neu

Smokemaster – das sind fünf junge Kerle aus Köln: TobMaster (Bass), Tobias T (Keys), Lukas (Drums), Björn (Gesang) und Jay (Gitarre) haben es geschafft: Ihr unbetiteltes Debüt ist raus. Sechs Tracks voll mit den Sounds der 60er und 70er Jahre. Stoner Rock meets Psychedelic meets Blues. Alles mit handgemachtem Charme, mit Schweiß, mit Leidenschaft. Im Interview mit eclipsed spricht die Band über die Hintergründe des Albums und der Band selbst.

eclipsed: Ihr seid noch ein unbeschriebenes musikalisches Blatt. Bitte beschreibt, wie und wann ihr euch kennengelernt habt und zusammengekommen seid.

TobMaster: Lukas und ich spielen schon seit etwa fünf Jahren zusammen. Bevor wir Smokemaster gründeten, waren wir gemeinsam bei der Band Cunning Mantrap. Da wir beide vor allem aus persönlichen Gründen die Band verlassen haben, haben wir angefangen an ein paar Ideen, die ich so im Kopf hatte, zu arbeiten. Da der Lukas ausgebildeter Toningenieur ist und ein kleines Heimstudio zur Verfügung hatte, ging das relativ schnell. Wir haben in drei oder vier Wochen bestimmt sechs oder sieben Demosongs aufgenommen und schon mal in den Grundzügen arrangiert. Mit diesen Demos haben wir dann zunächst im Internet nach Mitmusikern gesucht. Allerdings hat der Lukas durch seinen Job beim Music Store letztlich alle Bandmitglieder rekrutieren können. Das war Anfang 2018. Es haben dann allerdings relativ schnell unser damaliger Sänger und unser damaliger Rhythmusgitarrist, sowie unser Organist die Band wieder verlassen. Im Anschluss haben wir dann mit Björnsen Bear [auch: Björn] den Rhythmusgitarrist und Sänger und mit Tack Tack [auch: Tobias T] unseren Organisten ersetzen können.

Tobias T: Ich bin Anfang des letzten Jahres dazugekommen. Meine Freundin hat damals genau wie Jay in dem von Tobi [auch: TobMaster] angesprochenen „bekannten Kölner Musikalienfachgeschäft“ gearbeitet. Er hat ihr erzählt, dass seine Band gerade dringend nach einem Keyboarder sucht, der Orgel und Synthesizer spielt und auf Psychedelic steht. Da hat sie mich empfohlen und wir sind uns schnell einig geworden.

Lukas: Genau, und den Björn kannte ich tatsächlich schon sehr lange, weil wir uns vor Jahren mal auf einer Session begegnet waren. Ich selbst hatte das schon wieder ganz vergessen, aber immer wenn man sich mal wieder über den Weg gelaufen ist, hat man sich gegenseitig auf den Stand der Dinge gebracht. Als wir dann eigentlich schon mit dem Gedanken abgeschlossen hatten, einen Sänger zu suchen, und eine instrumentale Band werden wollten, kam der Björn auf uns zu und war Feuer und Flamme bei uns mitzumachen. (Björn grinst)

eclipsed: Ihr seid noch „junge Kerle“. Wie kommt man in so jungen Jahren dazu, sich einem „so alten“ Musikstil zu widmen?

Björn: Die 60er/70er Jahre sind eigentlich noch gar nicht so lang her. Ich meine, was sollen die Klassiker dazu sagen, wenn sie sich mit Stücken von Beethoven, Mozart oder Chopin auseinandersetzen, die weit älter als 60 Jahre sind. Vielleicht führen wir einfach einen gewissen musikalischen Ausdruck fort, der in einer wilden Zeit entstand und nun in der heutigen verrückten Welt fortgesetzt wird. Für mich steckt in dem 60er/70er Sound sehr viel. Immerhin bedient sich der moderne Rock und Pop aus dieser Zeit immer wieder gern. Außerdem gibt es langsam kaum noch große Liveshows von „legendären Bands“ wie Led Zeppelin, Pink Floyd, Doors oder Deep Purple etc.. Entweder sind sie schon gestorben oder spielen in den nächsten Jahren ihre letzten Touren. Wir versuchen in diese Fußstapfen zu treten, um diese Klangtradition am Leben zu erhalten, weil sie zeitlos ist.

TobMaster: Also für mich spielt da in erster Linie der Vibe, der von dieser Musik ausgeht, eine Rolle. Schön bunt und musikalisch breit gefächert, perfekt für (fast) alle Lebenssituationen.

Tobias T: Ich kann mich tatsächlich mit so gut wie jedem Musikstil beschäftigen, sofern ich finde, dass die Stücke etwas ausdrücken, irgendwie besonders clever gemacht sind oder bestimmte Emotionen hervorrufen. In dieser Hinsicht sprechen mich viele aktuelle Musikgenres und auch viele aktuelle Bands nicht so sehr an. Ich habe das Gefühl, es würde ein selbst auferlegtes Schubladendenken herrschen: Die Leute machen sich vorher zu viele Gedanken über Musik, die sie noch gar nicht geschrieben haben. Aber dass ich jetzt in einer Psychedelic-Band spiele, ist auch ein gutes Stück Zufall. Vorher habe ich Kirchenmusik gemacht und zuhause gejazzt. Würden wir netten Thrash Metal machen, fände ich das auch gut. Aber ich kann nicht Gitarre spielen (lacht).

eclipsed: Ihr habt schon vor der Veröffentlichung des Albums einige Tracks live gespielt. Hat sich das auf die Entwicklung der Songs ausgewirkt? Haben sich die Songs durch das Live-Spielen verändert?

TobMaster: Definitiv! Erst wenn man einen Song live auf der Bühne gespielt hat, weiß man, wie dieser wirkt. Da wir stets versuchen Klangbilder zu erzeugen, welche den Zuhörer einfach mal den Alltag vergessen lassen, ist die Reaktion des Publikums und das Wirken des Livesounds eine wichtige Komponente.

Jay: Genau, und um das Ganze noch runder zu machen. Die meisten unserer Songs entstehen ja quasi als Liveversionen mit festem Rahmen aber genug Freiraum für Improvisation. Durch Publikum vor der Bühne und dessen Reaktionen entsteht natürlich ein anderes Flair, was wir dann mit in den Proberaum und letztendlich auch auf unsere Aufnahmen nehmen können.

Ear of the Universe

Das komplette Interview findet ihr als Teil unseres Online-Magazins: https://epaper.eclipsed.de/