Working-Men’s-Club-Mastermind SYDNEY MINSKY SARGEANT beschreitet Solopfade

Working-Men’s-Club-Mastermind SYDNEY MINSKY SARGEANT beschreitet Solopfade

Es scheint, als wäre mit Sydney Minsky Sargeant einfach so ein genialisches Songwriter-Talent vom Himmel auf die Erde geplumpst, ein Enfant terrible, das mit den Anfängen von Beck oder Car Seat Headrest vergleichbar wäre. Die verschroben intimen Songperlen auf seinem Debütalbum „Lunga“ offenbaren eine poetisch distanzierte, sehnsuchtsvolle Weltsicht, die mehr Fragen aufwirft, als sie Antworten gibt. Hinter dem Namen Sydney Minsky Sargeant verbirgt sich jedoch beileibe kein Debütant, sondern eine bewährte Größe der britischen Electronic-Dance-Szene, denn der Sänger, Multiinstrumentalist und Produzent aus Manchester ist kein Geringerer als der Kopf der Band Working Men’s Club.

Die getragenen Grübeleien auf „Lunga“ sind gewissermaßen die Antithese zu den treibenden Beats von WMC. Warum Minsky Sargeant seine emotionale Seite erst jetzt in einem Solo-Projekt kulminiert, weiß er offenbar selbst nicht so genau: „Eigentlich habe ich doch schon immer Soloalben gemacht!“ Doch diese sarkastische Antwort scheint ihm nicht zu gefallen. Er wiegelt sofort ab und öffnet sich. „Ursprünglich hatte ich nur einen einzigen Song, der völlig anders war als alles, was ich mit Working Men’s Club gemacht habe. Ich legte viel mehr Emotionen in ihn hinein als in alles andere, was mit meiner Band passiert ist. Es war nur ein Song, nicht der Beginn eines Albums. Aber jemand fragte mich, ob ich nicht mehr Stücke in dieser Art aufnehmen wolle. Und so kamen immer mehr Songs hinzu, bis ein Album daraus wurde.“

 

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