Aktuelles Heft

27. Juni 2014

Gentle Giant , Elton John

Dieser Tage erscheint mit „The Power And The Glory“ die erste Veröffentlichung in einer hoffentlich langen Reihe von Neuausgaben der Alben von Gentle Giant. In den letzten Jahren gab es zahlreiche, teils halbherzige Versuche, die Werke wieder ins Bewusstsein der Prog-Fans zu rücken. Nun aber hat sich Steven Wilson – nach King Crimson, Jethro Tull und Yes – der wohl komplexesten aller Prog-Legenden angenommen und ihr seine Remix-Künste zur Verfügung gestellt. Das Ergebnis ist phänomenal. Plötzlich meint man, jedes einzelne der zahlreichen Instrumente, die einen Gentle-Giant-Song formen, gesondert herauszuhören. eclipsed sprach mit Frontmann Derek Shulman über die bewegte Karriere einer Band, die unbeirrt ihren Weg gegangen ist.

eclipsed: Als ihr 1966 anfingt, nanntet ihr euch Simon Dupree & The Big Sound und ward eine Popband…

27. Juni 2014

Jeff Beck

Eric Clapton, Jimi Hendrix, Jimmy Page, Keith Richards – all die großen Gitarristen der klassischen Rockära verbindet etwas, ohne das eine Erfolgsstory im Popgeschäft nicht denkbar ist: Hits. Jeff Beck muss da passen. Nicht einmal ein Gitarrenriff für die Ewigkeit wie etwa das von „Smoke On The Water“ oder doch wenigstens ein Solo wie das in Pink Floyds „Comfortably Numb“ könnte er für sich reklamieren. Der einzige Hit, den er je verbuchen konnte, war „Hi Ho Silver Lining!“, ein obskurer Bierzeltschunkler von 1967, den Produzent Mickie Most verbrochen hatte, um den Gitarristen zum Solostar aufzubauen.

27. Juni 2014

Saga

1978 prangte auf dem Debütwerk der kanadischen Prog-Formation Saga ein goldenes Insekt, das seither zu einer Art Bandmaskottchen geworden ist. Die Chapters, die Mosaiksteine, die zusammengenommen eine Science-Fiction-Mär um Albert Einsteins konserviertes Gehirn ergeben, fanden sich nicht-chronologisch auf den Saga-Alben von 1978 bis 2003. Futuristisches Design und virtuoses Handwerk kennzeichnen Saga bis zum heutigen Tage. Michael Sadler und Ian Crichton berichten, wo die Band 2014 steht.

eclipsed: „Sagacity“ ist ein schönes Wortspiel mit eurem Bandnamen. Worin seht ihr die Weisheit beim neuen Album?

27. Juni 2014

Jack White , White Stripes

Die White Stripes haben vierzehn Jahre lang an der kürzesten Verbindung zwischen Punk und Blues unter Umgehung aller Schnörkel und Umleitungen geschraubt und geschreddert. Auf Dauer reichte Gitarrist Jack White diese Aktionsfläche jedoch nicht aus, und er gründete zusätzlich Bands wie Dead Weather oder die Raconteurs. All diese Gruppen sind vorübergehend Geschichte. Auf „Lazaretto“ tritt er nun zum zweiten Mal im Alleingang an. „Lazaretto“ ist ein Album nach Bauart der Siebzigerjahre. Die Platte steckt voller Knalleffekte, setzt aber auch auf die tiefergehende Wirkung, die sich erst nach mehrmaligem Hören erschließt. Vieles hat White sich bei den Klassikern des Genres wie Led Zeppelin oder Cream abgelauscht.

27. Juni 2014

Stian Westerhus & Pale Horses

„Maelstrom“, der Titel von Stian Westerhus’ neuem Album, ist Programm: Der Gitarrist und Sänger rührt darauf ein brodelndes Stilgemisch an, das stets aufs Neue fasziniert und den Hörer in sich hineinzieht. Dabei lenkt der Norweger seine Band Pale Horses, die aus Keyboarder Øystein Moen und Schlagzeuger Erland Dahlen besteht, durch Experimental-, Psychedelic- und Prog-Gewässer und veredelt das Ganze mit seinem expressiven Gesang, der an Jeff Buckley, Scott Walker und Chris Martin erinnert. Als Kind entdeckte Westerhus seine Musikleidenschaft.

27. Juni 2014

Collapse Under The Empire

In der griechischen Mythologie trägt Atlas das Himmelsgewölbe auf seinen Schultern. An dem Klangbrocken „Shoulders & Giants“, den Collapse Under The Empire vor drei Jahren schufen, hätte sich womöglich selbst der Titan verhoben: instrumentale Höhenflüge, die ihre Kraft aus einer nervenaufreibenden Spannung ziehen, machten aus diesem Album den bisherigen Höhepunkt im Schaffen der norddeutschen Postrocker. Nun lassen sie „Sacrifice & Isolation“ folgen, das ästhetisch unmittelbar an „Shoulders & Giants“ anschließt.

27. Juni 2014

The Brian Jonestown Massacre

Das Brian Jonestown Massacre gehört zu den dienstältesten Bands, die zwischen verklärter Sixties Psychedelia und heftigem Shoegazing vermitteln. Gruppen wie die Wooden Shjips oder die Black Angels wären ohne die Vorarbeit von BJM gar nicht denkbar. Von Anton Newcombe Anfang der neunziger Jahre in San Francisco gegründet und inzwischen in Berlin ansässig, bringt die Band nun ihr 15. Album raus. Auf den letzten Platten tendierten Newcombe und Co. immer stärker in Richtung elektronischer Trance, von orientalischen Sounds und Grooves durchwirkt.

27. Juni 2014

Uriah Heep

Das Leben kann so einfach sein. Tu einfach, was dir Spaß macht, und du wirst es mit Freude, Energie und Leidenschaft tun – wenn es sein muss bis ins Rentenalter. „Klar, habe ich immer noch jede Menge Spaß, sonst würde ich nicht tun, was ich tue“, sagt Mick Box, letztes verbliebenes Gründungsmitglied von Uriah Heep. eclipsed erwischt ihn wenige Tage vor seinem siebenundsechzigsten Geburtstag am 9. Juni. Und, wird es eine richtige Rock’n’Roll-Party geben? „Sicher“, lacht er, „ich lass’ es krachen.“ Vorher stehen aber noch ein paar Liveshows in Skandinavien an, unter anderem beim top besetzten „Sweden Rock Festival“.