Das aktuelle Heft / eclipsed Nr. 274 / 10-25

BOB DYLAN - Die Mutter aller Trennungsalben

1975 veröffentlicht Bob Dylan „Blood On The Tracks“, das fortan gerne als die „Mutter aller Trennungsalben“ bezeichnet wird. Gemeinsam mit dem ein Jahr später erschienenen Nachfolgewerk „Desire“ ragt diese Platte wie ein Monolith über die ansonsten eher triste 70er-JahreLandschaft Dylans. Aber auch konzeptionell ist „Blood On The Tracks“ im Schaffen des Songwriters einzigartig. Zum 50. Jubiläum begeben wir uns auf die Suche nach einem Meisterwerk der Rockgeschichte.

JOHN MCLAUGHLIN - Der Schlussakkord?

John McLaughlin ist nicht nur im Jazz eine Institution. Legionen von Gitarristen verschiedener Generationen von Jazz bis Prog, von Metal bis Klassik, von Punk bis Avantgarde nennen ihn als maßgeblichen Einfluss. Über fünfeinhalb Jahrzehnte nach seinem Debüt vollführt der 83-Jährige mit dem Doppelalbum „Live At Montreux Jazz Festival 2022“ einen „großen Zapfenstreich“ in eigener Sache. Oder ist es nur ein Vorgeschmack auf noch Kommendes?

MICHAEL SCHENKER GROUP - Sechs Saiten für ein Halleluja

Ein neues Album eines der wichtigsten Rockgitarristen der letzten 50 Jahre ist natürlich immer ein Grund für ein Interview – zumal dann, wenn es sich dabei um einen weltweit verehrten Musiker aus Deutschland handelt. So baten wir den ehemaligen Scorpions- und UFO-Mitstreiter Michael Schenker, der mit seinen eigenen Projekten mindestens ebenso einflussreich ist wie jene beiden Bands, zum Gespräch über sein neues Werk „Don’t Sell Your Soul“, aber auch über Vergangenes und in Zukunft Anstehendes.

WALTER TROUT "Ich bin immer noch hier"

Walter Trouts Karriere nahm vor allem in den 1980er-Jahren Fahrt auf. Damals spielte er Leadgitarre bei der legendären Bluesband Canned Heat. Es folgte ein mehrjähriges Engagement bei John Mayall & The Bluesbreakers, ehe er 1989 seine Sololaufbahn startete. Nun erschien sein 21. Solostudioalbum.

ARJEN ANTHONY LUCASSEN - Im Angesicht des Weltuntergangs

Dreizehn Jahre sind seit der Veröffentlichung von Arjen Anthony Lucassens letztem echten Soloalbum „Lost In The New Real“ vergangen – eine Zeitspanne, in der er vor allem mit Ayreon zu neuen Höhenflügen ansetzte. Nun erschien „Songs No One Will Hear“ – ein Konzeptalbum, über dem die Frage steht: „Was würden die Menschen tun, wenn sie aufgrund eines Asteroideneinschlags nur noch fünf Monate zu leben hätten?“ Die Antworten sind ebenso vielfältig wie die musikalische Bandbreite.

MIRADOR - Whole Lotta Riffs

Eigentlich wartet die Rockwelt sehnsüchtig auf ein neues Greta-Van-FleetAlbum – den Nachfolger zu „Starcatcher“ vom Juli 2023. Der sei, so Gitarrist Jake Kiszka, auch in Arbeit. Doch zuvor schiebt er noch ein kleines, aber feines Nebenprojekt ein: Mirador, an der Seite von IdaMae-Mastermind Chris Turpin. Eines der spannendsten Rockalben 2025 – vom Newcomer-Act der Stunde.

JOHN LEES’ BARCLAY JAMES HARVEST - Die Relativität enschlicher Existenz

Nach zwölfjähriger Studioalbum-Pause will es die alte Band um Gründungsmitglied, Sänger und Gitarrist John Lees noch mal wissen. Das neue Werk „Relativity“ knüpft überraschend stark an die progressive Vergangenheit der verdienten englischen Formation Barclay James Harvest an. Wir haben Lees nach der überraschenden Wiederkehr, dem Albumkonzept und den neuen Songs sowie seinen christlichen Texten befragt.

BEAT - Staubfreie Nostalgie

Adrian Belew, Tony Levin, Steve Vai und Tool-Drummer Danny Carey – vier in der Rockszene wohlbekannte Namen machen gemeinsame nostalgische Sache: Als BEAT lassen sie die King Crimson der frühen 80er wieder au eben, mit so viel Leidenschaft und Können, dass es auch ohne Robert Fripp die pure Freude ist – nachzuhören auf dem grandiosen Konzertmitschnitt „Beat Live“. Anlass genug für ein ausführliches Interview mit Bandgründer, Sänger und Gitarrist Adrian Belew.

NIRVANA - Die großen Unbekannten

Nicht jede Band der nostalgisch verklärten Sixties ist eine Legende oder hat Rock geschichte geschrieben. Es gibt auch Hunderte, die es schlichtweg nicht schafften, die weder zu Geld noch Ruhm gelangten – und bis heute von ihren Erinnerungen zehren. Bestes Beispiel: Patrick Campbell-Lyons und Alex Spyropoulos - die wahren Nirvana.

DAVID BYRNE - Wer ist dieser Typ?

Im Video-Gespräch wirkt David Byrne wie ein charmanter, zerstreuter Professor, und man fragt sich, warum er eigentlich so selten und ungern Interviews gibt. Natürlich bleibt ihm dafür auch kaum Zeit, in den vergangenen Jahren kümmerte er sich um sein Broadway-Musical „American Utopia“, die Neuauflage des Talking-Heads-Konzertfilms „Stop Making Sense“ und schließlich um sein neuntes Album „Who Is The Sky?“. Jetzt gerade steckt er mitten in den Vorbereitungen zur begleitenden Tour. 

DEVON ALLMAN - Mountain Full Of Blues

Kurz vor dem einzigen Deutschlandkonzert von DEVON ALLMAN’S BLUES SUMMIT in diesem Jahr sprachen wir mit dem Bandleader über den einzigartigen Spirit des Herzberg Festival, sein aktuelles Projekt und das große Erbe der Allman Brothers.

Auf ihrem neuen Album bewegen sich DISCIPLINE mehr denn je in jazzigen Gefilden

Nach einer sehr langen Anlaufphase mitsamt Promotern, die gern selbst interviewt werden wollten, und fehlgeleiteten Gesprächsterminen bezog Sänger und Keyboarder Matthew Parmenter endlich Stellung zum neuen Album - und tat dies dann so ausführlich, dass locker eine Titelstory drin gewesen wäre …

BIG THIEF wagen einen stilistischen Neubeginn als Jamrock-Band

Fünf Alben und neun Jahre lang waren Big Thief eine kauzige Indie-Folk-Rock-Band, die sich alles und jedem verweigerte – der Mainstream-Presse, dem Format-Radio und der Musikindustrie. Das Quartett aus Brooklyn regelte fast alles in Eigenregie und mutierte von Straßenmusikern und Lo-Fi-Fetischisten zu einer Truppe, die mit ambitionierten Doppelalben wie „Dragon New Warm Mountain I Believe In You“ sogar die Top 30 der amerikanischen Billboard-Charts knackte.

Das dritte Album von FINALLY GEORGE ist ein Spiegel unsicherer Zeiten

„Ich finde, das neue Album ist ein richtiges Artrock-Werk. Wenn ich mir die Stückauswahl und den Spannungsbogen anschaue, dann reiht sich das wunderbar beim Artrock ein. Da hatte ich ein bisschen Bammel, weil Artrock oft sehr getragen ist. Ich war mir unsicher, ob es nicht zu traurig ist“, gibt Georg Hahn zu. Der Hamburger Multiinstrumentalist spricht von seinem dritten Album „Painter“, das er unter dem Bandnamen Finally George eingespielt hat.

GIANTS DWARFS AND BLACK HOLES viertes Album entstand beflügelt mit Freude

„Cherrytree Stories And Other Innuendo Tales“ heißt das neue Album von Giants Dwarfs And Black Holes. Innuendo bedeutet „versteckte Anspielung“. „Ich liebe unterschwellige und vielschichtige Andeutungen, nicht nur in Musik und Texten, sondern auch in der Grafik. Das Cover ist nicht nur eine Verpackung, sondern auch ein wichtiger visueller Teil des Albums. Bei uns sind all diese Aspekte gleichwertig“, erklärt Gitarrist und Keyboarder Tomasz Riedel.

HEINZ RUDOLF KUNZE findet die Mischung zwischen gesellschaftspolitischen Statements und persönlicher Lyrik

Ein wie gewohnt auskunftsfreudiger, spitzfindiger und sprachlich hochversierter Kunze begrüßt uns mit den schon gewohnten Worten „Kunze hier! Sie wollten mit mir sprechen?“ am Telefon und gibt Auskunft über sein neues Album, auf das er sichtlich stolz ist.

CEA SERIN warten zum Glück nicht länger auf Godot

Wir schreiben das Jahr 2014 – eine Welt vor Corona und Trump. Im Interview zu „The Vibrant Sound Of Bliss And Decay“ lässt Jay Lamm, Mastermind der Louisiana-Progmetaller von Cea Serin verlauten, dass „wir derzeit versuchen, Stile wie New Age und World Music in unseren Sound zu integrieren. Das nächste Album ,The World Outside‘ ist schon komplett auskomponiert.“ Elf Jahre später: Auf seine damalige Aussage angesprochen, muss Lamm schmunzeln, aber auch ein wenig Frustration schimmert durch.

Das Duo WATER FROM YOUR EYES verbindet die besten Elemente von Chicago und New York

Nicht erst seit der Geburt des Postrock-Phänomens gehört Chicago zu den innovativsten Tummelplätzen für unabhängige Musik in den USA. Trotzdem zieht es immer mehr Bands und Künstler getreu Frank Sinatras Motto „If I can make it there I’ll make it anywhere“ aus der Windy City nach New York. Jüngstes Beispiel ist das Trio Horsegirl, das den Experimentiergeist von Chicago nach New York transferierte. Eine weitere Band, die es vom Lake Michigan an den Hudson River verschlug, ist das Duo Water From Your Eyes.

Working-Men’s-Club-Mastermind SYDNEY MINSKY SARGEANT beschreitet Solopfade

Es scheint, als wäre mit Sydney Minsky Sargeant einfach so ein genialisches Songwriter-Talent vom Himmel auf die Erde geplumpst, ein Enfant terrible, das mit den Anfängen von Beck oder Car Seat Headrest vergleichbar wäre. Die verschroben intimen Songperlen auf seinem Debütalbum „Lunga“ offenbaren eine poetisch distanzierte, sehnsuchtsvolle Weltsicht, die mehr Fragen aufwirft, als sie Antworten gibt.

... und VIELES mehr!