DIE REVOLUTION DER ELEKTRONIKER
1976 war für die damals neuartige Synthesizer-Musik ein wichtiges Jahr. Die Berliner Schule um Tangerine Dream und Klaus Schulze hatte ihren Sound mit „Stratosfear“ und „Moondawn“ bereits voll ausformuliert und Kraftwerk sich vom Krautrock früherer Tage zu zukunftweisendem Elektro-Pop entwickelt. Space-Musik fand in „Albedo 0.39“ von Vangelis einen Dreh- und Angelpunkt, und mit „Oxygène“ vom französischen Jungstar Jean-Michel Jarre wurde elektronische Musik erstmals vom Nischenprodukt zum Pop-Massenphänomen.
HACKETT & ROTHERY - Die alten Männer und das Meer
Dass sich Steve Hackett und Steve Rothery für ein gemeinsames Projekt zusammentaten, überrascht kaum. Spannend ist, was die beiden legendären Gitarristen daraus gemacht haben. Aus ihrer Kooperation entstand keine neue Supergroup. Ihr Album „The Roaring Waves“ vereint das Beste aus beiden Welten – ohne Ego-Trips und ohne Wettkampfdenken. Im Gespräch mit eclipsed erklären sie, dass sie eine gemeinsame Vision verfolgen: Sie wollen Musik schreiben, die wie ein Soundtrack wirkt.
ARTHUR BROWN - Späte Heimkehr
Seit Jahrzehnten zählt Arthur Brown zur kleinen Gruppe der einzigartigen, unverwechselbaren Persönlichkeiten der Rockmusik. Der Sänger und Performer galt früh als Visionär, erfand mit „Fire“ das Shock-Rock-Genre. Nun legt er mit „Nature“ erneut ein Album vor, das Geschichte schreiben könnte. Seine 84 Jahre merkt man dem Musiker nicht an. Am Telefon sprudelt Arthur Brown fast über vor Begeisterung ...
GENTLE GIANT - Keiner werfe den ersten Stein
1973 erschien mit „In A Glass House“ eines der bahnbrechenden Alben des Prog, das auch für seine Schöpfer, die britische Band Gentle Giant, ein Schwellenwerk war, das sie in eine damals noch ungewisse Zukunft katapultierte. Frontmann Derek Shulman empfängt uns via Zoom in seinem Arbeitszimmer und ist, wie sich herausstellen wird, mehr als begeistert, über ein Album zu sprechen, das er lange vermieden hat zu hören, aber nun zu den Glanzlichtern seiner Karriere mit Gentle Giant zählt.
JIMI HENDRIX - Der grosse Knall
„Wohl der größte Instrumentalist in der Geschichte der Rockmusik“ – so würdigt die Rock and Roll Hall of Fame in Cleveland, Ohio, die Kunst des 1942 in Seattle, Washington, geborenen Sohns einer Familie mit kunterbunter Ahnenreihe. Neben dem Superlativ schwingt hier auch ein kleiner Zweifel mit. War James Marshall Hendrix ein überlebensgroßes Genie oder auch ein wenig Scharlatan? Wir gehen auf Zeitreise ins Jahr 1966.
THIN LIZZY - Ausbruch als Durchbruch
Vor rund 50 Jahren erschien mit „Jailbreak“ das sechste Studio-Werk der Dubliner Hardrock-Formation Thin Lizzy. Es hätte leicht ihr letztes sein können. Primär dank eines Songs, den die Musiker selbst zunächst gar nicht auf dem Zettel hatten, führte es sie stattdessen aber zum internationalen Erfolg und ließ sie zu einer der Topbands jener Ära avancieren.
INGA RUMPF „Ich bin ständig in Bewegung und lasse mich bewegen!“
Inga Rumpf, soeben 80 Jahre alt geworden, zählt zu den Pionierinnen der deutschen Rockmusik. Bereits in den 1960er und 1970er Jahren arbeitete sie mit Udo Lindenberg zusammen und scheute in ihrer langen Karriere nie das künstlerische Risiko. Ende des Jahres erscheint ihr prominent besetztes Geburtstags-Livealbum.
ANNEKE VAN GIERSBERGEN - Der geteilte Moment
2025 feierte die niederländische Prog-Band The Gathering den 30. Geburtstag ihres Albums „Mandylion“, mit dem die Sängerin Anneke van Giersbergen seinerzeit dort ihren Einstand gab. Aus zwei geplanten Clubshows wurde eine einjährige Welttournee. Warum ihr große Festivalauftritte ebenso Freude bereiten wie Club-Gigs, sei es mit Band oder nur mit Akustikgitarre, erzählte die Künstlerin im eclipsed-Interview.
SYLVAN - Ein Vorzeigealbum feiert runden Geburtstag
„Posthumous Silence“ gilt bis heute als Referenzwerk im Œuvre der deutschen Artrocker Sylvan. Es ist das meistverkaufte im Bandkatalog, seit seinem Erscheinen geht kein Konzert ohne einen Beitrag aus dem Konzeptalbum von 2006 über die Bühne. Nun, zum 20-jährigen Jubiläum, ist die Zeit für die erste Vinyl-Ausgabe gekommen. Inklusive begleitender Tournee. Ein Gespräch mit Bassist Sebastian Harnack.
STOPPOK - So alt, wie er sich fühlt
Der Liedermacher Stefan Stoppok ist 70 geworden. Für viele Menschen wäre das ein Grund, kürzerzutreten. Nicht aber für den Ruhrpottler, der im Rock verwurzelt, aber stilistisch erstaunlich offen ist. Eher das Gegenteil scheint der Fall zu sein: Im Gespräch mit eclipsed berichtete er von seinen vielseitigen aktuellen Aktivitäten, die auch, aber längst nicht ausschließlich mit dem runden Geburtstag zu tun haben.
10CC - Vom Glück des Songwritings
Die britische Band 10cc geht im September auf Deutschland-Tour. Graham Gouldman ist dabei das letzte noch aktive Gründungsmitglied. Er schrieb auch Hits für die Yardbirds, Herman’s Hermits, die Hollies und Jeff Beck.
HIGH END 2026 - Vienna Calling
Die HIGH END, die weltweit renommierte und größte europäische Audio-Fachmesse, hat 2026 ihren Standort gewechselt. Statt in München fand die mehrtägige Veranstaltung nun vom 4. bis 7. Juni im schönen österreichischen Wien im Austria Center Vienna statt. eclipsed traf die diesjährige Markenbotschafterin Dominique Fils-Aimé, aber auch zwei Herren von Deep Purple beim Revox-Stand, begutachtete die diversen Markt-Neuheiten von Lautsprecher-Systemen bis hin zu Start-ups, gönnte sich Listening Sessions und besuchte Fachvorträge. Zuletzt war auch noch ein Abstecher zu Sennheiser im HiFi-Fachgeschäft HeimkinoWelt drin.
IAIN MATTHEWS hat sein erfolgreichstes Album neu eingespielt
Als Iain Matthews in den Siebzigern nach Los Angeles kam, stand dem jungen Singer/Songwriter aus Lincolnshire die Welt offen. Tief verwurzelt in der britischen Folk-Szene um Sandy Denny und Richard Thompson, suchte er in den USA nach neuen musikalischen Horizonten. Dort lernte er Michael Nesmith kennen, der als Gitarrist der TV-Band The Monkees zum Popstar geworden war und gerade als Solokünstler durchstartete. 1973 produzierte Nesmith dann „Valley Hi“, das schnell zu Matthews’ größtem Hit avancierte.
TELEGRAPH feiern den atmosphärischen Artrock der 70er
Das israelische Quartett Telegraph sorgte 2018 mit seinem Debütalbum „MIR“ für Aufsehen, weil es mit ihm die Sound-Ästhetik der britischen Sphären-Progger Camel wiederauferstehen ließ. Nun legt die Band nach: „Topography Of Mind“ geht in dieselbe Richtung, verschiebt den Fokus aber hin zu komplexeren Songstrukturen. Statt songorientierter Tracks servieren Eze Sakson (keys), Tal Rubinstein (g, voc), Liran Herrnstadt (b, voc) und Avi Barak (dr, fl) vier Nummern um die elf Spielminuten. Auch wenn es mit diesen bisweilen in musikalische Irrgärten à la Änglagård geht, steht eine entspannte, verträumte Atmosphäre stets klar im Vordergrund.
KRIS BARRAS BAND bleibt sich auf dem neuen Album „Monsters We Made“ treu
Wenn einer weiß, wie man Riffs und Refrains unter einen Hut bringt, dann Kris Barras. Mit „Monsters We Made“ schärft der Brite den Kurs, den er auf „Halo Effect“ (2024) eingeschlagen hat, noch einmal nach – weg von reiner Riff-Wucht, hin zu Songs, die im Ohr bleiben. „Was bringt es, Musik zu schreiben, die live nicht hängen bleibt, weil keiner mitsingen kann?“, fragt Barras rhetorisch und erinnert sich an die Tour zum Vorgänger, bei der ihm das Mitgrölen der Fans regelrecht die Sprache verschlagen hat. Genau dieses Gemeinschaftsgefühl treibt ihn seither an ...
EMMA RUTH RUNDLE ermächtigt sich zum Widerstand
Kann Musik zu politisch sein? Die kalifornische Songschreiberin Emma Ruth Rundle sieht sich oft mit dem Vorwurf konfrontiert, politische Aussagen gehörten nicht in die Musik. Auf ihrem neuen Album „These Killing Times“ rechnet sie messerscharf mit den Umständen ab, die zu Hunger, Krieg und Feuersbrünsten führen. Was mit einem balladesken Piano-Pattern beginnt, endet in der Apokalypse. Die Musikerin zieht alle Register – in ihrer Musik wie im Gespräch.
THE SAMURAI OF PROG segeln mit Sindbad über die Weltmeere
Seit 2011 veröffentlichen The Samurai Of Prog im Schnitt pro Jahr ein Album. Dass auf ihnen ganz verschiedener Komponisten erklingen, lässt die einen mit dem Konstrukt fremdeln, während es andere dazu verleitet, dieses als Prog-Unternehmung nicht ganz ernst zu nehmen. Spätestens nach der neuen Veröffentlichung „The 7 Voyages Of Sinbad“ sollte man jedoch umdenken. Man erkennt mit ihr einmal mehr: Hier sind Meister ihres Fachs am Werk.
Der britische Song-Konstrukteur LA PRIEST folgt dem Ruf seiner Instrumente
Der Himmel kennt keine Topografie. Das Album „Into The Sky“ des britischen Songwriters, Instrumentenbauers und Produzenten Sam Eastgate, besser bekannt als LA Priest, kennt keine Verortung in bekannten Gefilden. Es ist nicht leicht, sich ohne musikhistorischen Navigator auf Anhieb in den psychoätherischen Songs zurechtzufinden, so fremd muten sie zunächst an. Erst nach und nach ordnen sich die Elemente, und man kann im freien Flug eine Richtung ausmachen. „Genau dieser Effekt ist beabsichtigt“, platzt es aus Eastgate heraus. „So geht es mir mit all meinen Lieblingsplatten.
... und VIELES mehr!