WALTER TROUT - Alive and kicking

Er ist zurück! Auf seinem neuen Album „Battle Scars“ gibt es den besten Walter Trout aller Zeiten. Das ist umso erstaunlicher, als der US-Amerikaner im letzten Jahr dem Tod gerade eben noch von der Schippe gesprungen ist. Persönlich durch diese Ereignisse zutiefst sensibilisiert, liefert der Bluesrocker hier sein emotionalstes Werk ab. Das Konzeptalbum ist darüber hinaus sein bislang vielfältigstes Tondokument.

Propheten des Untergangs - GAZPACHO erzählen von einer Maschine, die das Universum zerstören könnte

Das schummrige Licht im Backstage-Bereich der Zeche Carl in Essen passt bestens zur düsteren Atmosphäre, die das norwegische Quintett auf ihrem neuen Album erschaffen hat. Keyboarder und Hauptsongschreiber Thomas Anderson wirkt auf den ersten Blick wie das genaue Gegenteil zur dunklen Kunst Gazpachos: ein blonder Sonnyboy mit einem einnehmenden, freundlichen Wesen. Doch in dem Moment, wo er über „Molok“ zu sprechen beginnt, merkt man in jedem Wort die Ernsthaftigkeit, mit der er und Sänger Jan Henrik Ohme an das Konzept herangegangen sind: „Jeder Mensch, sicherlich auch du, hat sich schon Fragen über die Existenz, den Tod, das Jenseits gestellt. Warum sind wir hier? Was ist unsere Aufgabe auf Erden? Um nicht weniger geht es auf ‚Molok‘, um diese existenziellen Fragen.“

Music From Time And Space Vol. 59

SUBSIGNAL - A Time Out Of Joint (6:36)
Album: The Beacons Of Somewhere Sometime (2015)
Label/Vertrieb: Golden Core/ZYX
www.subsignalband.com

Im Jahr 2007 aus Sieges Even hervorgegangen, nimmt SUBSIGNAL mit jedem Album gleich mehrere Sprossen der Erfolgsleiter. Mit dem vierten Werk präsentiert sich die Band als Meister der Kontraste. Elegische Klassik-Passagen kollidieren kongenial mit wuchtigem Metal-Riffing und erlesenster Melodic-Prog trifft auf sphärischen Folk. (Review: eclipsed 11/2015)

BILLY GIBBONS - Interview zum neuen Album „Perfectamundo“

eclipsed: Was ist so besonders an „Perfectamundo“, dass man es nicht auch mit ZZ Top hätte machen können?

Billy Gibbons: Alles, was ZZ Top je produziert haben, ist für mich Bluesrock, mal moderner, mal traditioneller ausgerichtet. „Perfectamundo“ dagegen ist weiter gefasst. Auf dem neuen Album geht es um Percussions, Percussions, Percussions. Das ist das, was ich mit ZZ Top so nicht hätte machen können.

eclipsed: Auffällig sind die Percussions schon, sie dominieren so manchen Song.

GOLDEN VOID - Alle Regler auf 11

eclipsed: Der Titel eures neuen Albums, „Berkana“, bezieht sich auf eine Baumrune, die für Fruchtbarkeit, Geburt und Wachstum steht und außerdem ein Symbol für die Erdmutter ist. Warum habt ihr diesen Titel gewählt?

Isaiah Mitchell: Meine Frau Camilla (Keyboarderin bei Golden Void; Anm.) stieß zufällig darauf, und da wir in einem der Songs mehrmals die Birke erwähnt hatten, war es naheliegend, diesen Titel zu verwenden. Außerdem wollten wir mit der Platte einen Neuanfang wagen, was sich auch im Titel widerspiegelt.

eclipsed: Ein Neuanfang? Inwiefern?

Mitchell: Der Sound und die Musik sind anders. Wir wollten nicht nur heavy sein, sondern uns auch bei ruhigeren Sachen wohlfühlen, weswegen wir viel mehr mit Dynamik gearbeitet haben.

eclipsed: Ist die Musik auch eher lebensbejahend?

WUCAN - Retro-Rock mit Romantik und Frauenpower

eclipsed: Erzähl mal kurz den Ursprung der Band.

Francis Tobolsky: Also ich hab die Band mittels einer Anzeige gegründet, als ich vor vier Jahren wegen meines Studiums nach Dresden gezogen bin. In meiner alten Heimatstadt Chemnitz habe ich nicht die Chance gesehen, Gleichgesinnte zu finden. Mein Anspruch war es, klassischen Blues Rock von Free und Rory Gallagher zu machen. Zuerst hat sich dann auf die Anzeige unser Schlagzeuger Axel Pätzold gemeldet und peu à peu kamen dann alle zusammen. Über Tim George an der Gitarre zuletzt dann Patrick Dröge am Bass.

eclipsed: Und wie habt ihr zu diesem speziellen Sound, einem Mix aus klassischem Hard- & Blues-Rock mit Tull‘scher Flöte, Krautrock-Einflüssen und modernem Retro-Rock à la Blues Pills gefunden?

KURT VILE im Interview - B'lieve I'm Goin Down...

eclipsed: Deine neue Platte klingt wie eine musikalische Version von „Night Hawks“, dem Gemälde von Edward Hopper. Es hat so eine sinistre Stimmung.

Vile: Die Platte ist nicht anders entstanden als meine früheren Platten. Ich hatte eine Handvoll Songs, die ich aufnehmen wollte. Als ich ins Studio ging, war ich mit den Songs, die ich am besten vorbereitet hatte, zufrieden. Aber die besseren Songs waren jene, die ich einfach so nebenbei und zwischendurch schrieb, denn sie reflektierten jeweils einen bestimmten Moment. Das ist ein Charakteristikum dieser Platte. Vieles entschied sich tatsächlich erst in dem Moment, in dem wir es aufnahmen. Die Platte hat somit nach ihrer eigenen Form verlangt.

WILLE AND THE BANDITS - Der Blues im ständigen Wandel

Der Mann ist ständig unterwegs, aber gejammert wird nicht, ganz im Gegenteil: Wille Edwards, raubeiniger Sänger à la John Mellencamp, kongenialer Gitarrist in bester Ry-Cooder-Manier und Mastermind des englischen Trios Wille And The Bandits, absolviert das Interview standesgemäß backstage unmittelbar nach einem Auftritt. In diesem Fall trifft man sich hinter den Kulissen des Burg Herzberg Festivals, bei dem die drei Banditen, obwohl auf den Nachmittag gesetzt, euphorischen Applaus von Tausenden Zuschauern einheimsten.