RIVERSIDE legen ihr emotionales Debüt „Out Of Myself“ neu auf - und erinnern sich

Als „Out Of Myself“ über das amerikanische Label Laserʼs Edge 2004 auch nach Deutschland schwappt und fortan als echter Geheimtipp in der Progszene kursiert, hat das Album bereits über ein Jahr auf dem Buckel ... Zusammen mit Sänger/Bassist Mariusz Duda blicken wir zurück auf die Anfangstage von Riverside, richten den Fokus aber zunächst auf die Gegenwart und die nähere Zukunft.

eclipsed: Mariusz, wie gehst du mit den Unbilden der Corona-Pandemie um? 

SUZI QUATRO - Die First Lady des Rock ist auf ihrem neuen Album ganz in ihrem Element

Suzi Quatro ist seit über fünf Jahrzehnten PR-Profi und nutzt ihr Können geschickt, indem sie den Nicht-Musikmedien schlagzeilenträchtige Häppchen hinwirft wie „Angus Young hat mir in den Hintern gekniffen“ oder „Ich hatte auch schon das Coronavirus“. Sie weiß, dass sich das in Überschriften gut macht und die Aufmerksamkeit auf das neue Album der inzwischen 70-jährigen Sängerin und Bassistin lenkt. Dabei spricht das aktuelle Werk „The Devil In Me“ für sich. Es ist rotzig, rockt zum Großteil mächtig, und gerade Quatro, die in den Sechzigern mit ihren Schwestern als The Pleasure Seekers und Cradle in Detroit ins Musikbusiness einstieg, verfügt immer noch über eine Monsterröhre, die den Songs Kraft und Identität verleiht. Mit anderen Worten: Man erkennt viel von der Künstlerin wieder, die ab 1973 mit Hits wie „Can The Can“, „48 Crash“ oder „Devil Gate Drive“ die europäischen Charts stürmte. 

Die Hamburger Band OUGENWEIDE ist bis heute eine Legende in Folk-Kreisen

1970 wurde im Hohen Norden der Republik eine Formation mit dem eigenwilligen Namen Ougenweide gegründet. 15 Jahre später hauchte sie ihr Leben aus. Zwar gab es 1996 eine einmalige Reunion mit dem Album „Sol“ – allerdings ohne die maßgebliche weibliche Ougenweide-Stimme Minne Graw und musikalisch recht weit vom früheren Konzept entfernt sowie zudem auch nicht sonderlich überzeugend: zu viel Esoterik-Dampf, zu wenig packender Mittelalter-Rock war zu hören.

FLYING CIRCUS feiern ihren runden Geburtstag mit einer selbstbetitelten „Best-of“-Kollektion

Es hätte alles so feierlich und schön werden können: 1990 gründete sich in Grevenbroich nahe Düsseldorf die Blues-Progrock-Formation Flying Circus. Und nun wollte man aus Anlass des Dreißigjährigen auf Jubiläumstournee gehen, im Reisegepäck ein „Best-of“-Album, auf dem 15 Songs aus den bislang veröffentlichten sieben Studioproduktionen zu finden sind: teils neu eingespielt, teils neu gemischt, teils in der Originalversion. Diese Platte, schlicht nach der Band benannt, ist seit kurzem im Handel. Allerdings erst im 31. Jahr nach Gründung des Quintetts. Und die Live-Präsentation fällt flach. Frontmann Michael Dorp ist dennoch nicht frustriert: „Es kommen auch wieder bessere Zeiten für uns Kreative“, meint der 52-Jährige im Gespräch hoffnungsvoll.

eclipsed: Die Idee, eine „Best-of“-Compilation zu erstellen – wann kam die auf?

THE VINTAGE CARAVAN trotzen allen Widrigkeiten

Schweiß gehört bei The Vintage Caravan offenbar einfach mit dazu: Ihren Ruf als hervorragende Liveband verdanken sie unter anderem sehr bewegungsintensiven Konzerten, Bassist Alexander Örn Númason ist semi-professioneller Trailrunner, die Studiosessions zum fünften Album „Monuments“ entpuppten sich als Ausdauersport. Und ausdauernd plaudern können die Isländer ebenfalls.

eclipsed: Ihr habt während der Krise euren eigenen Podcast gestartet. Wie kam es dazu?

Alexander Örn Númason: Wir alle sind Podcast-Fans, und einige Leute meinten, es mache Spaß, uns beim endlosen Plappern zuzuhören. Außerdem war uns immer wichtig, eine offene Beziehung zu unseren Fans zu unterhalten – was während der Pandemie natürlich schwierig ist. So können sie nun stärker an unserem Leben teilhaben und wir an ihrem.

EVERGREY nutzen ihre neugewonnene Freiheit und spielen alte Stärken aus

2020 war ein Jahr, das für viele Menschen Stillstand bedeutete. Nicht jedoch für Tom S. Englund. Privat lief der Schwede in den Hafen der Ehe ein, musikalisch standen gleich zwei Themen im Raum: Zum einen wurde das Debüt von Silent Skies veröffentlicht, einem Projekt, für das sich Englund mit dem Pianisten Vikram Shankar zusammentat. Zum anderen entstand das neue Evergrey-Album „Escape Of The Phoenix“. Direkt hätten die beiden nichts miteinander zu tun, wie der Musiker betont: „Das Silent-Skies-Album war zudem schon vor drei Jahren fertig. Und meine Aufgabe ist es auch, die beiden Dinge komplett auseinanderzuhalten.“ 

REFLECTION CLUB liefern eine Art Fortsetzung des Meisterwerks von Ian Anderson

„Thick As A Brick” (1972) von Jethro Tull gehört zu den großen Konzeptalben des Progressive Rock, inspiriert und fasziniert mit seinem eleganten Mix aus Klassik-, Folk- und Jazz-Tönen sowie der hochintelligenten Story, garniert mit der erfundenen Kleinstadt-Zeitung „St. Cleve Chronicle“, bis heute. So hat Schöpfer Ian Anderson 2012 auch mit „Thick As A Brick 2“ ein Sequel zum Erfolgsalbum kredenzt. Ein Projekt, zusammengestellt aus Crystal-Palace-, Margin- und Jethro-Tull-Experience-Musikern, erweist dem Original nun mit einem Pastiche ebenfalls die Ehre, dockt in Stil und Sound hieran perfekt an und überzeugt dennoch durch eigenständige Songs und Story einen transparent-organischen Klang und eine exquisite multimediale Aufmachung mitsamt kompletter Musikmagazin-Beilage. Multiinstrumentalist und Komponist Lutz Meinert, Sänger und Akustikgitarrist Paul Forrest sowie Flötistin Ulla Harmuth geben Auskunft.

TWANGMEN halten mit unbändiger Kraft und Spielfreude das Universum zusammen

Aus dem österreichischen Vorarlberg kommt eine bunte Truppe namens Twangmen. 2011 gab es mit der EP „Double Peace“ ein erstes Lebenszeichen. Mit „Triskele And Cascades“ liefern sie nun ihr erstes vollwertiges Album ab. Das Basis-Trio aus Martin „Medy“ Mayer (Gitarre), Daniel Seeger (Bass) und Flow Frick (Drums) spielt laut Letzterem „in unterschiedlichsten Kombinationen schon seit Jugendjahren zusammen“. Und was macht die Instrumentalband Twangmen aus? Worin liegt ihr spezieller Ton, ihr „Twang“ (englisch für „scharfer Ton“)? Frick schlägt gleich einen Bogen vom Sound der Band zum Klang des Kosmos: „Der ‚Twang‘ steht für die positive Kraft im Universum, die alles zusammenhält – die Schwingung, die Gegensätze anzieht und die Grundlage für neue, interessante musikalische Formen bildet.“