Um Threshold's „Legends Of The Shires“ weiterzuspinnen, rief Richard West OBLIVION PROTOCOL ins Leben

Ein Thema kann gleich zu Beginn abgehakt werden: Er komme gerade aus Cornwall zurück, wo er an neuem Material für Oblivion Protocol gearbeitet habe, berichtet Richard West auf die Einstiegsfrage, womit er sich derzeit befasse. Das Album „The Fall Of The Shires“ wird also kein „Einzelkind“ bleiben – sein neues Projekt ist längerfristig angelegt. Aber ist „Projekt“ dafür überhaupt der richtige Ausdruck? Die Plattenfirma spricht von einer „Supergroup“. Mit dieser Bezeichnung kann der englische Musiker leben, auch wenn sich Oblivion Protocol wie jede andere neue Band erst noch bewähren müsse. Im Übrigen bezeichnet er die anderen Mitglieder – die erst angefragt wurden, nachdem die Plattenfirma Interesse an seinem Material gezeigt hatte – als „gute Freunde“: Drummer Darby Todd (Devin Townsend) wohnt nahebei, mit Bands des Gitarristen Ruud Jolie (u.a. Within Temptation) gaben Threshold schon Konzerte, außerdem wirkte er bei Wests Projekt League Of Lights mit.

John Lydon und seine Band PUBLIC IMAGE LTD holen zum großen Rundumschlag aus

Schon unter seinem Pseudonym Johnny Rotten war er das Enfant terrible der britischen Rock-Szene, und bis heute liebt er die Provokation, etwa mit polarisierenden Aussagen zu Boris Johnson oder Donald Trump. Dabei ist John Lydon eigentlich ein sehr umgänglicher Typ, freundlich, lustig, ein wenig geschwätzig, aber sehr verbindlich. Vor allem jedoch lebt in ihm ein veritables Stück Rockgeschichte. Auf „End Of World“, dem neuen Album seiner Band Public Image Ltd, wird der alte Bürgerschreck sich dieses Umstands offenbar auch selbst bewusst. Sitzt man John Lydon gegenüber, fällt es zunächst schwer, diesen gesetzt wirkenden Mittsechziger mit dem einstigen Großmaul der Sex Pistols zu synchronisieren. Sowie aus seinen Augen jedoch angriffslustige Blitze schießen, ist er wieder ganz der Alte. Wobei sich diese Blitze nicht gegen seinen Gesprächspartner richten, sondern gegen die Verhältnisse, die Moral, das Business und die allgemeine Auffassung von Geschichte und Gegenwart.

Die Kalifornier ROBERT JON & THE WRECK sind momentan im Herzberg-Höhenflug

Nach dem bejubelten Debüt auf dem Burg Herzberg Festival und mitten in einer rauschenden Club-Tour durch Europa, die noch bis zum 8. Oktober gehen soll, stellte sich der gut gelaunte Bandgründer und Frontmann Robert Jon Burrison unseren Fragen.

eclipsed: Ihr habt eure Fans im Sommer mit „West Coast Eyes“ überrascht. Der Song fällt durch superentspanntes Feeling auf, klingt im ersten Moment gar nicht nach euch.

Robert Jon Burrison: (lacht) Findest du? Nun, wir waren in Nashville, arbeiteten mit Buddy Guy und Leuten aus seinem Umfeld. Es war eine besondere und sehr entspannte Zeit. Dieses Gefühl ist dann in dem Song rübergekommen, den wir in dieser Zeit gemeinsam geschrieben haben. Vielleicht ist er nicht unbedingt typisch für uns, reflektiert die damalige Zeit aber ziemlich gut. Und die Leute scheinen ihn zu mögen.

eclipsed: Warum habt ihr den Song nicht auf dem Herzberg gebracht?

GENESIS - 50 Jahre „Selling England By The Pound“

Das fünfte Studioalbum von Genesis wird in diesem Jahr ein halbes Jahrhundert alt. Zu seinem 40. Geburtstag hatte eclipsed ausführlich die Entstehungsgeschichte nachgezeichnet. Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Veröffentlichung von „Selling England By The Pound“ tauchen wir noch etwas tiefer in die Materie ein und beschäftigen uns mit der Frage, inwieweit das Großwerk tatsächlich ein sozialkritisches Album ist. In diesem Zusammenhang werfen wir, nicht zuletzt unterstützt von Steve Hackett, mit dem wir ein exklusives Interview führten, auch einen weiteren Blick auf die Beziehung zwischen Progrock und Politik. Darüber hinaus blicken wir über den großen Teich, um zu ergründen, wie es der urbritischen Band in Nordamerika erging. Dies war auch Thema eines Gesprächs mit Sébastien Lamothe von der renommierten kanadischen Genesis-Tribute-Formation The Musical Box.

ALICE COOPER - Zurück auf der Strasse

Ein Künstler wie Alice Cooper bringt nicht einfach ein x-beliebiges Album heraus. Nachdem sich Vince Furnier zuletzt auf die Suche nach seinen Detroiter Wurzeln begeben hatte, ist er nun mit „Road“ gemeinsam mit seinem Langzeitproduzenten Bob Ezrin zum bewährten Konzept des Alice-Cooper-Bandalbums zurückgekehrt. Neben diesem spannenden Thema sprach der Musiker, der in diesem Jahr 75 wurde, auch über seine einstigen Suchtprobleme, seine vor 50 Jahren erschienenen Alben „Billion Dollar Babies“ und „Muscle Of Love“ und seine mit Johnny Depp und Joe Perry unterhaltene Zweitband Hollywood Vampires.

SOEN - Die Wunden des Krieges

Seit es keine Coronabedingten Beschränkungen mehr gibt, touren die schwedischen Progmetaller fast ununterbrochen. Zeit zum Songschreiben und Aufnehmen bleibe da nur im Winter, verrät Sänger Joel Ekelöf im eclipsed-Gespräch. Offenbar funktioniert das selbstauferlegte straffe Pensum sehr gut für die Band, die im Jahresrhythmus neue Platten veröffentlicht.

eclipsed: Was war das Besondere bei der Entstehung eures neuen Albums „Memorial“?

Joel Ekelöf: Es ist das erste seit Ende der Pandemie. Als wir den Vorgänger, „Imperial“, fertig hatten, dauerte es, bis wir endlich damit touren konnten. Als es so weit war, spürten wir, wie sehr wir die Liveauftritte und unser Publikum vermisst hatten. Dieses Gefühl hat das aktuelle Album sehr beeinflusst. Es ist voller Energie und ganz darauf ausgerichtet, live gespielt zu werden.

GRETA VAN FLEET - Der Griff nach den Sternen

Drei Alben in fünf Jahren und extensive Touren durch immer größere Hallen. Da stellt sich die Frage: Kann sich eine Band unter diesen Bedingungen weiterentwickeln? Hat sie genug Zeit und Raum für neue Ansätze und Ideen – oder vermag sie sich nur noch zu wiederholen? Greta Van Fleet geben darauf eine starke musikalische Antwort namens „Starcatcher“.