OUTLANDERS - Spanische Inselmagie

Outlanders ist das gemeinsame Projekt der finnischen Sopransängerin Tarja Turunen, die man vor allem als ehemalige Leadstimme der Symphonic-Metal-Band Nightwish kannte, und dem EDM-Musiker Torsten Stenzel, der mit Ibiza-Chill-out-Projekten und Remixes für Moby, Faithless und Chris Rea (hier auch als die Künstlerduos York und Taucher & Stenzel) für Furore gesorgt hat. Über zehn Jahre stecken in dem gleichnamigen Album: Turunen und Stenzel lernten sich bereits 2006 im Rahmen des Tarja-Albums „My Winter Storm“ kennen. Unterstützung holte man sich von einigen weltbekannten Gitarristen wie Al Di Meola, Trevor Rabin, Joe Satriani, Steve Rothery oder Mike Oldfield. Sängerin Turunen gibt Auskunft über Ansatz und Entstehung des Albums.

eclipsed: Wie kam es zu diesem Projekt? Ihr beide, Tarja und Torsten, habt euch ja bereits 2006 im Rahmen des Tarja-Albums „My Winter Storm“ kennengelernt. 

ANNEKE VAN GIERSBERGEN tritt auf der Night Of The Prog mit spezieller Kate-Bush-Show auf

Die niederländische Sängerin, Gitarristin und Songwriterin ist seit Mitte der Neunziger aktiv. Bis 2006 war sie bei den stilistisch stets wandelbaren The Gathering Leadsängerin und startete danach ihre Solokarriere. Daneben ist die sympathische Frau auch „everybody’s darling“ im Symphonic-Rock-, Metal- und Prog-Bereich und hat Alben u.a. von Ayreon, Devin Townsend, Within Temptation und Anathema mit ihrer großartigen Stimme veredelt. Live ist sie auch mit Orchester aufgetreten oder ging in ihrem Heimatland auf eine Akustik-Tour. Seit Anfang des Jahres gibt sie in den Niederlanden Kate-Bush-Shows.

eclipsed: Wie entstand die Idee, ein reines Kate-Bush-Programm zu machen, und welche Beziehung hast du zu dieser außergewöhnlichen Künstlerin, der wohl beeindruckendsten Artrock-Musikerin?

Das neue Album der QUEENS OF THE STONE AGE verarbeitet sieben Todesfälle und eine Scheidung

Die letzten vier Jahre, daraus macht Josh Homme - Mastermind der Queens - kein Geheimnis, waren die Hölle. Sei es wegen der schmerzhaften Trennung von Distillers-Frontfrau Brody Dalle, des bitteren Rosenkriegs um das Sorgerecht für die drei gemeinsamen Kinder oder eines Vermögens für Anwälte und Prozesskosten. Das hat den Baum von einem Kerl regelrecht arbeitsunfähig gemacht – und äußert sich auch auf den zehn Stücken seines mittlerweile achten Albums „In Times New Roman …“. Das Bild hinter diesem kryptischen Titel: Die moderne Welt ist dem Untergang geweiht wie einst das Imperium Romanum. Und der Rockstar macht uns den Nero – mit breitem Grinsen und gestrecktem Mittelfinger. Warum? Weil es sein muss: „Ich habe die Frau verloren, die ich liebe – einfach so, von heute auf morgen“, sinniert Homme in seinem Haus im kalifornischen Palm Desert.

THE INTERSPHERE verlassen auf „Wanderer“ die ausgetretenen Pfade

Mit ihrem sechsten Studiowerk „Wanderer“ haben die Mannheimer Alternative-Progger The Intersphere erneut ein Album produziert, das Acts wie Biffy Clyro und Thrice Konkurrenz macht. Dabei hätten die vier Musiker ihre bewährte Erfolgsformel wiederholen können, was sie jedoch bewusst vermieden. Wir sprachen mit Sänger/ Gitarrist Christoph Hessler, der am Tag des CD-Release-Konzerts im Kölner Club Volta für ein Interview zur Verfügung stand.

eclipsed: Im Vorfeld der Album-Veröffentlichung hast du gesagt: „Wir wollten möglichst weit weg von alten, ausgetretenen Pfaden.“ In welchen Bereichen wolltet ihr euch nicht wiederholen?

THE OCEANs Klangreise durch die Erdgeschichte widmet sich mit „Holocene“ der Gegenwart

Das 2020 erschienene The-Ocean-Album „Phanerozoic II: Mesozoic / Cenozoic“ endet mit einem Stück, das nach der jüngsten Epoche der Erdgeschichte, dem Holozän, benannt ist. Eigentlich war nicht geplant gewesen, diesem Zeitabschnitt noch ein komplettes Album zu widmen; nach „Praecambrium“ 2007 und dem „Phanerozoic“-Zyklus 2018/20 sollte es erst mal genug sein mit historischer Geologie. Doch dann schrieben die Berliner Postmetaller nur wenige Wochen nach der Veröffentlichung des Vorgängers das im Mai herausgebrachte Album. „Holocene“ überrascht in vielerlei Hinsicht: zum einen mit einer musikalischen Ausrichtung, die insgesamt ruhiger und wesentlich elektronischer als gewohnt ist, vor allem aber im Hinblick auf seinen Entstehungsprozess. Bandleader Robin Staps nennt das Werk eher einen „Umweg“ als eine klare Richtung für die Zukunft. Gleichwohl betont er: „Wir öffnen mit ‚Holocene‘ neue Türen, und die werden auch offen bleiben.“

LARS FREDRIK FRØISLIE erzählt mit „Fire Fortellinger“ schaurig schöne Geschichten

Lars Fredrik Frøislie steht als Keyboarder der norwegischen Band Wobbler für einen analogen Retroprog-Sound, der direkt den frühen 70ern entsprungen scheint. Als Wobbler aufgrund der Corona-Pandemie auf Eis gelegt waren, wusste Frøislie nicht so recht wohin mit seiner überbordenden Kreativität und kam zu dem Schluss, dass es an der Zeit sei, ein Soloalbum anzugehen. Diese mittlerweile altbekannte Geschichte des „Lockdown-Albums“ resultierte im Falle des Norwegers in einem faszinierenden, vier Stücke umfassenden Retroprog-Werk: „‚Fire Fortellinger‘ bedeutet ‚vier Geschichten‘“, erklärt Frøislie den Titel des Albums, dessen Texte er komplett in seiner Muttersprache verfasst hat. „Der erste Song ‚Rytter av dommedag‘ (‚Reiter der Apokalypse‘) handelt beispielsweise von einem alten merowingischen König, der [einer Legende nach, Anm.] etwa 30 Autominuten von meinem Wohnort entfernt in einem riesigen Hügel [Raknehaugen, Anm.] begraben liegt.

HEINZ RUDOLF KUNZE arbeitet sich mit Schärfe und Sprachwitz an Problemen der Gegenwart ab

Seit Heinz Rudolf Kunze (HRK) zu Beginn der 80er Jahre die Szene betrat, war er eine Reizfigur, wurde damals von der „Hamburger Morgenpost“ etwa – wegen seines biederen Äußeren und seiner disziplinierten Hyperaktivität – als „Preuße des Pop“ gehänselt. So kann man diesen Künstler natürlich sehen. Auch. Nur darf man darüber nicht vergessen, dass der Musiker seit über vier Jahrzehnten einer der intellektuellsten, wortgewandtesten und radikalsten deutschsprachigen Songwriter ist. HRK ist begeisterter Textakrobat und exponiert sich bewusst als Stein jedes Anstoßes. Bereits Ende der 90er Jahre erteilte der „Musikexpress“ dem heute 66-Jährigen Ritterschlag und Absolution gleichermaßen: „Er schafft in jedem Lied einen Bezug zu Randy Newman, Jimmy Page, den Byrds, Beatles oder anderen Vorbildern.“ Soeben ist das sage und schreibe 39. Studioalbum des „Sprachkunst-Rockers“ (O-Ton „Die Welt“) erschienen. „Können vor Lachen“ ist ein Meisterstück!

VINTAGE TROUBLE spielen mit gutem altem Soul und Rock’n’Roll gegen Rassismus und Krisenzeiten an

Das Quartett Vintage Trouble kam 2010 in Los Angeles zusammen und fand mit seinem soulgetränkten R&B- und Rocksound Marke The Animals und Chuck Berry schnell Zuspruch. Ursprünglich wurden die vier Musiker vom Memphis-Soul des Labels Stax inspiriert. Gitarrist Nalle Colt erläutert: „Wir haben diese Verbindung weiterentwickelt und einen Weg gefunden, sie aktueller zu gestalten – ‚Modern Soul‘.“ Drummer Richard Danielson berichtet von der gemeinsamen musikalischen Vision: „Wir lieben das musikalische Feuer der späten 50er- bis frühen 60er-Jahre, als die Musik noch etwas undefiniert war und sich dennoch auf so coole Weise vermischte. Rock’n’Roll, Rhythm and Blues, Soul, Swing – es war eine Zeit großer Begeisterung und Entdeckungen in der Musik.“ Im Bandnamen Vintage Trouble („altmodischer Ärger“) kommt Revoluzzertum zum Ausdruck, was Danielson nur allzu gern bestätigt: „Es gab immer schon Menschen, die früh als Unruhestifter galten.