JOE JACKSON - Die ewige Jugend klassischer Songs

Er ist ein wenig in die Jahre gekommen. Joe Jackson war von Anbeginn ein Künstler, dem Jugendlichkeit nicht viel bedeutete. Auf seiner neuen Studioarbeit „Fool“ hält der britische Stilwandler Rückschau auf seine Laufbahn, die vor vierzig Jahren mit dem Album „Look Sharp!“ begann, und auf ein gutes Jahrhundert klassisches Songwriting von George Gershwin über die Beatles und Kinks bis in die Gegenwart.

Als wir Joe Jackson im Dezember in einem Berliner Hotel gegenübertreten, ist er gegenüber dem letzten Interview, das wir mit ihm führten, sichtlich gealtert. Er wirkt erschöpft und bewegt sich schwerfällig (er habe die Nacht zuvor schlecht geschlafen, erfahren wir hinterher). Damit steht die Momentaufnahme seines Erscheinungsbildes in krassem Gegensatz zu der Kraft und Vitalität, die sein neues Album „Fool“ verströmt.

DREAM THEATER - Zurück als Dream-Team

Nach dem allein von John Petrucci und Jordan Rudess verantworteten Konzeptwerk „The Astonishing“ kehren Dream Theater mit „Distance Over Time“ zum Teamwork zurück. Die neun Stücke des am 22. Februar erscheinenden vierzehnten Soloalbums zeigen, dass die New Yorker Progmetal-Fürsten sich wieder dem für sie typischen Songformat zugewandt haben. Auch von den Fantasythemen, die „The Astonishing“ noch prägten, ist auf dem aggressiven neuen Album nichts übriggeblieben. Stattdessen schalten sich Dream Theater mit ihren Texten wieder in aktuelle gesellschaftliche Diskussionen ein.

Das zweite Album von OAK verbindet ausgereiften Artrock mit Claude Debussy

Oak

Die norwegische Artrockszene hat bereits eine Reihe von international renommierten Bands hervorgebracht. Schon seit einiger Zeit ziehen Gazpacho und Airbag die Aufmerksamkeit auf sich; 2017 legten Soup mit ihrem Album „Remedies“ ein bravouröses Werk vor. Nun veröffentlichte die Osloer Band Oak ihr zweites, ebenso meisterhaftes und doch ganz anders geartetes Album „False Memory Archive“. Zu ihrer Stellung im norwegischen Artrock lässt die Gruppe in einer gemeinschaftlich verfassten E-Mail verlauten: „Wir merken schon, dass die Aufmerksamkeit für diese Art von Musik wächst und die Zahl der Bands zunimmt. Wir kennen die Jungs von Airbag und einige von Soup, sind also in die Szene integriert. Es wäre schön, wenn sie sich weiterentwickeln würde. Allerdings ist das hier in Norwegen schwierig. Wir müssen unser Glück eher außerhalb versuchen.“

Hassnachrichten bringen SOEN nicht davon ab, soziale Verantwortung zu übernehmen – für „Lotus“ auch im Damenkleid.

Vorsätze fürs neue Jahr habe er keine, erklärt Martín López uns am Silvesternachmittag. Er wolle hauptsächlich seine Liebe zur Musik erhalten, nur so könnten Soen weiterexistieren. Wieder Vollzeit als Musiker zu arbeiten, kommt für den ehemaligen Opeth-Schlagzeuger längst nicht mehr infrage. Von einem reinen Spaßprojekt sind Soen dennoch weit entfernt. Mehrfach betont López im Interview, wie wichtig ihm der inhaltliche Wert einer Band ist.

eclipsed: Mit „Lykaia Revisited“ wolltet ihr ein Kapitel der Band abschließen. Inwiefern hat sich eure Perspektive für „Lotus“ verändert?

Martín López: Vor allem klangtechnisch. Bisher hatten wir immer selbst produziert, nun waren wir bereit, Hilfe von außen, durch David Castillo, zuzulassen. Gleichzeitig verfolgten wir wirklich unsere Vision und ließen uns dabei von niemandem abhalten.

SEID - Alle paar Jahre ein süsses Früchtchen

25 Jahre haben Seid nun auf dem Buckel. Nach vier Alben mit englischen Lyrics erfüllen sich die norwegischen Psychedelicer nun mit dem neuen „Weltschmerz, Baby!“ einen langgehegten Wunsch: nein, kein Album auf Deutsch, wie der Titel vermuten lassen könnte, sondern ein kosmisch-psychedelisches Album auf Norwegisch. eclipsed fragte bei Burt Rocket (Gesang, Gitarre, Keyboards, Bass) und Jürgen Kosmos (ebenfalls Gesang und Gitarre) nach den Hintergründen.

eclipsed: Was sofort auffällt: ihr singt nun auf Norwegisch. Warum?

JACK ELLISTER - Länger ist nicht immer besser

Neben seinen zwei Psychedelic-Rock-Alben „Tune Up“ (2015) und „Roots Conference“ (2017) hat der Londoner Jack Ellister eine Reihe an Singles und EPs veröffentlicht. Nun erscheint mit „Telegraph Hill“ eine 9-Track-28-Minuten-EP, die er fast im Alleingang aufgenommen hat und mit der er einen Weg einschlägt: Spartanische LoFi-Songs sind nun angesagt. eclipsed hat ihn nach den Hintergründen befragt.

eclipsed: „Telegraph Hill“ war ursprünglich als Überbrückungs-EP zwischen zwei Alben gedacht. Wann und wie hast du bemerkt, dass mehr darin steckt?

The Art Of Sysyphus Vol. 101

Trackpremiere: RPWL "A New World"