Auf seinem Album „Stitches“ schließt Nils-Petter Molvær Frieden mit sich selbst

Seit seinem Debütalbum „Khmer“ von 1997 hat der norwegische Klangmaler Nils-Petter Molvær in zahlreichen Editionen seiner Musik ebenso viele innere Kämpfe ausgefochten. Mit teils schmerzhafter Direktheit offenbarte er den Kontrast zwischen seiner sanften und seiner aggressiven Seite, die oft unvermittelt aufeinanderprallten. Diese persönliche Zerrissenheit äußerte sich auf jedem Album anders, mal unterschwellig, mal offensiv. Auf seiner neuen CD „Stitches“ scheint der Trompeter Frieden mit sich selbst geschlossen zu haben. Sicher gibt es auch hier Momente, in denen es mächtig zur Sache geht, doch diese sind friedlich eingebettet in einen kontinuierlichen Sog, der ohne harsche Brüche auskommt.

Die MANIC STREET PREACHERS haben endlich wieder ein überragendes Album aufgenommen

Nach eigener Aussage war eine der primären Inspirationsquellen für das neue Manics-Werk „The Ultra Vivid Lament“ das schwedische Quartett ABBA, dessen Melodien Songwriter James Dean Bradfield schon immer sehr geschätzt hat. Er findet, es gebe kaum einen besseren Rahmen als diesen, um die sozialkritischen Botschaften der Band massentauglich zu verpacken … 

eclipsed: Du hast im letzten Jahr mit „Even In Exile“ ein Soloalbum über den chilenischen Folk-Sänger Victor Jara aufgenommen, zu dem der Lyriker Patrick Jones, der Bruder deines Manics-Bandkollegen und Texters Nicky Wire, die Lyrics verfasste. Hat das Album den Weg zum neuen Manics-Werk geebnet?

Für TRIFECTA steht beim Debütalbum „Fragments“ der Spaß im Vordergrund

Dass Soundchecks dazu dienen, sich auszuprobieren und gemeinsam zu jammen, ist nichts Ungewöhnliches. Dass sich aus diesen jedoch eine Band inklusive offizieller Plattenveröffentlichung entwickelt, stellt die Ausnahme dar. So geschehen im Falle der drei Steven-Wilson-Musiker Craig Blundell (Drums), Nick Beggs (Bass) und Adam Holzman (Keyboards). Mit Letzterem sprachen wir über die Hintergründe von Trifecta.

eclipsed: Die Wurzeln von Trifecta liegen in der Band von Steven Wilson. Wie begann das damals alles?

Das irische Projekt VILLAGERS sagt dem Algorithmus Blues den Kampf an

Beatles oder Beach Boys? Oder vielleicht Gil Evans meets Alice Coltrane meets Todd Rundgren meets Burt Bacharach meets Bright Eyes? Villagers alias Conor O’Brien hat auf dem neuen Album „Fever Dreams“ eine surreale Welt erschaffen, die viele Erinnerungen an Bekanntes und Vertrautes weckt und am Ende auf eine wundervolle Klanginsel hinausläuft, auf der man sich vom Stress der Wirklichkeit ausruhen kann. „Ich wollte einfach selbst eine gute Zeit mit der Band haben, mit der ich die drei Jahre zuvor kontinuierlich getourt war“, rekapituliert der Ire. „Mein Hauptziel bestand darin, aus halbfertigen Songs gemeinsam etwas Erfreuliches zu machen. Wichtiger als das Konzept ist mir für das endgültige Ergebnis der soziale Aspekt, mit echten Menschen in einem realen Raum zu spielen.“   

HOT'N'NASTY „brennen“ darauf, mit ihrem neuen Album wieder live aufzutreten

Preisträger „German Blues Awards 2020“ in der Kategorie „Band“. Und zwar so etwas von zu Recht! „Burn“ das jüngst erschienene neue Album von Hot'N'Nasty ist dafür ein mehr als eindrucksvoller Beweis – und den Preis 2021 müssten sie damit eigentlich auch gleich bekommen. „Wir haben schon öfter Preise erhalten, aber dafür kann man sich nichts kaufen, es ist jedoch etwas, worauf man schon stolz sein kann“, ordnet Malte Triebsch, in Dortmund ansässiger Gitarrist und Songschreiber der Band, Ehrungen dieser Art ein. Leider wurde die Formation (wie selbstverständlich fast die gesamte im eclipsed abgebildete Rockszene) von der Pandemie live ausgebremst, aber bei einer bluesrockigen Truppe aus Vollblutmusikern wie Hot'N'Nasty, die seit knapp 30 Jahren aktiv sind, ist die Bühne noch mehr Lebenselixier als für viele andere Acts: „Da wir aus den verschiedensten Ecken Deutschlands kommen, benutze ich die Soundchecks vor Konzerten auch oft dazu, neue Songideen auszuprobieren.“ 

AMYL AND THE SNIFFERS lieben es laut, wütend, sexy und frontal!

Auf der Bühne hat Amy Taylor etwas von einem Derwisch: Sie trägt vorzugsweise nichts anderes als Hot Pants, Bikini-Tops und einen blonden Vokuhila, schreit sich die Seele aus dem zierlichen Leib, flucht und schimpft wie ein Rohrspatz bzw. weist allzu aufdringliche (männliche) Konzertbesucher mit Schlägen und Tritten in ihre Schranken. Sprich: eine Naturgewalt, die an die Wendy O. Williams von den Plasmatics erinnert, die einst selbst Lemmy betörte. Deshalb ist sie in natura dann nicht wiederzuerkennen: eine eher schüchterne, unglaublich freundliche und bemühte 26-Jährige aus Melbourne, die wirkt, als könne sie kein Wässerchen trüben. 

PINK FLOYD - „Meddle“: Ein Meilenstein wird 50

Es war ein zähes Ringen um jeden Ton, eine frustrierende Suche nach einer Vision, einer zündenden Idee. Pink Floyd taten sich zunächst sehr schwer, als es darum ging, ein neues Album einzuspielen. Not macht erfinderisch, und so wagte die Band einen neuen Ansatz, doch bedurfte es dafür eines Aha-Effekts, eines erleuchtenden Augenblicks, der den Weg wies. Ende 1971, nach einem schier endlosen Aufnahmeprozess, wurde „Meddle“ schließlich veröffentlicht. Es zeigte Pink Floyd fokussiert wie nie zuvor. Die Band hatte zu sich selbst gefunden, war endgültig angekommen in den 70er-Jahren. „Meddle“ war buchstäblich ein Meilenstein auf dem Weg zu „The Dark Side Of The Moon“ und „Wish You Were Here“.