60 Jahre THE ROLLING STONES - Der Dartford-Faktor

Sie füllen noch immer die Stadien der Welt, zuletzt standen sie im Sommer auf der altehrwürdigen Berliner Waldbühne. Seit sage und schreibe 60 Jahren gelten die Rolling Stones als Prototyp einer Rock’n’Roll-Band – unverwüstlich, maximal erfolgreich und künstlerisch kredibel. Ein einzigartiges Phänomen, das Fragen aufwirft. Zum Beispiel diese: Was haben die Stones, das all die anderen Bands nicht haben? Die Antwort ist so kurz wie komplex: alles. Standvermögen natürlich. Sex. Gute Songs. Einen einzigartigen Sänger. Und die Zeit, die auf ihrer Seite war. Was blieb ihr auch übrig: Die Rolling Stones hatten all das, aber eben noch so vieles mehr, das braucht, wer unsterblich werden will. 

CHUCK LEAVELL - Der Schattenmann

Der Ex-Keyboarder der Allman Brothers gilt als musikalischer Leiter der Stones. Als derjenige, der Keith & Co. sagt, was sie zu spielen haben, und den ganzen Laden zusammenhält. Im eclipsed-Interview plaudert der 70-Jährige aus dem Nähkästchen – und hat sichtlich Spaß daran. 

Brüssel, am Morgen des Konzerts im König-Baudouin-Stadion: Der kleine Mann mit dem weißen Vollbart, der neben seiner Tätigkeit bei den Stones als Session-Musiker für Eric Clapton, David Gilmour oder John Mayer fungiert, ist das einzige Mitglied der Band, das sich in Corona-Zeiten traut, Interviews zu geben. Der Rest hat Angst vor Infektionen und emotionalen Ausführungen zum Thema Charlie Watts. 

eclipsed: Chuck, du bist seit 40 Jahren in Diensten der Stones. Wie erklärst du dir die lange Zusammenarbeit?

THE FLOWER KINGS - 20 Jahre "Unfold The Future“: Musik ohne Grenzen

Zurück in die Vergangenheit oder vorwärts in die Zukunft? War auf den frühen Flower-Kings-Alben eher Ersteres der Fall gewesen, präsentierte sich die Band aus Schweden auf ihrem siebten Studiowerk „Unfold The Future“, das am 5. November 2002 erschien, durchaus zukunftsorientiert. Während weiterhin symphonische Prog-Tracks im Mittelpunkt standen, flirtete sie diesmal überdies mit energiegeladenem Jazzrock und sogar mit World-Music-Einflüssen. Obendrein verewigten Roine Stolt (voc, g, key), Hasse Fröberg (voc, g), Tomas Bodin (key), Jonas Reingold (b) und Zoltan Czörsz (dr) unterstützt von vier Gastmusikern auf der rund 140-minütigen Doppel-CD auch mehrere freie Jams. Unterm Strich ist „Unfold The Future“ neben „Stardust We Are“ (1997) das wichtigste Flower-Kings-Album. Es hob sich durch seine Experimentierfreudigkeit vom Gros der damaligen Prog-Konkurrenz ab und klingt noch heute frisch und dynamisch. Wir sprachen mit Bandgründer Roine Stolt über die Entstehung des Mammutwerks.

ARENA - Tanz der Sänger und Moleküle

Die britische Prog-Institution Arena um diekreativen Köpfe Clive Nolan und Mick Pointer veröffentlicht im Oktober mit „The Theory Of Molecular Inheritance“ ihr zehntes Studioalbum. Zum Jubiläum gab es – wie schon so oft in der Geschichte der Band – einen Wechsel am Gesang. Für den abgewanderten Paul Manzi konnte man Ex-Threshold-Sänger Damian Wilson gewinnen, der sich auf seinem Arena-Debüt exzellent einführt. eclipsed sprach mit Clive Nolan und Damian Wilson unter anderem über Sängerwechsel, das Sci-Fi-Konzept des neuen Albums und die kommende Jubiläumstournee.

KRAFTWERK - Elektronische Volksmusik

Achtung, die Roboter kommen! Der große Freiluftauftritt von Kraftwerk im Bonner Hofgarten ist uns Anlass, die Geschichte der berühmten Band, die zum kulturellen Phänomen wurde, Revue passieren zu lassen. Die Ausnahmeelektroniker waren mehr als bloße Trendsetter: Sie brachten eine ganze Ära der computerisierten Moderne auf den musikalischen Punkt. Angefangen bei den frühen Avantgarde-Krautrock-Tagen (1968–73) bis zur Entwicklung ihres einzigartigen Sounds (von „Autobahn“ bis „Computerwelt“ 1974–81) als Düsseldorfer Zweig der hiesigen Elektronik erzählen wir die Geschichte eines teutonischen Musikexportschlagers, der ganze Genres beeinflusste bzw. entscheidend vorbereitete – sei es Synthiepop, Industrial, House, Detroit Techno oder HipHop. In einem zusätzlichen Beitrag lassen wir die Ex-Roboter Wolfgang Flür und Karl Bartos zu Wort kommen – und natürlich berichten wir auch vom Bonner Konzert als Teil der multimedialen Inszenierung einer Legende.

STATUS QUO - Keine Rede von Ruhestand

Wenn im Dezember mit Status Quo und Manfred Mann’s Earth Band zwei Ikonen des Siebzigerjahre-Rocks gemeinsam auf Deutschland-Tour gehen, haben sich Erstere schon mit einigen Gigs im November hierzulande warmgespielt. Sänger und Leadgitarrist Francis Rossi, einziges Originalmitglied in der seit 1962 existierenden Formation (bis 1967 allerdings noch nicht unter dem Namen Status Quo firmierend), will aber nicht nur die glorreichen Zeiten wiederbeleben. Auf dem gerade veröffentlichten 2- bzw. 3-CD-Sampler „Quo’ing In – The Best Of The Noughties“ entstaubt er etliche oft noch nicht von der breiten Öffentlichkeit entdeckte Juwelen aus der Bandphase seit dem Album „Heavy Traffic“ (2002) bis heute. 

eclipsed: Ich gehe mal davon aus, dass die letzten 20 Quo-Jahre zu deinen Lieblingsphasen der Band gehören, oder?

STEAMHAMMER - Der steinige Weg zum Ruhm

Sie hatten den Ruf einer dampfend heißen Live-Band, deren Progressive Rock & Blues besonders in Deutschland während des R&B-Booms sehr geschätzt wurde. Nun kehren Steamhammer, die lange unter dem Radar liefen, nach 50 Jahren mit zwei Paukenschlägen zurück. Die neue LP „Wailing Again“ und das für Oktober angekündigte Boxset „Steamhammer Live“ machen Lust auf eine Band, deren Stern noch lange nicht erloschen ist.

THE DEAD DAISIES - Band mit eingebauter Drehtür

Neben Bandgründer David Lowy gehören Glenn Hughes und Doug Aldrich mittlerweile zum Stammpersonal der DEAD DAISIES. „Radiance“, das neue, sechste Studioalbum, ist ein weiterer Baustein in Richtung eigenständiger Bandsound, auch wenn das Line-up noch immer beständig im Fluss ist. Selbst ein Glenn Hughes musste es hinnehmen, während seiner Covid-Erkrankung im Sommer kurzerhand für einige Konzerte durch einen anderen Sänger ersetzt zu werden.