AVANTASIA - Mondscheinbegegnungen der außergewöhnlichen Art

Mit „A Paranormal Evening With The Moonflower Society“ geht das All-Star-Projekt AVANTASIA in die nächste Runde. Kopf hinter dem vor über 20 Jahren gestarteten Unternehmen ist Sänger und Bassist Tobias Sammet, der diesmal besonders tief in seine musikalischen Ideen eintauchte, um ein ebenso persönliches wie detailverliebtes Melodic-Power-Metal-Album einzuspielen – ein Werk, das durchaus als typisch bezeichnet werden kann, zugleich aber auch ein Kind seiner Zeit ist.

Das Interview mit Tobias Sammet dauert recht lange, was nicht zuletzt daran liegt, dass er bekanntermaßen Fan des FC Bayern München ist. Also wird zu Beginn und zum Ende des Gesprächs über das am Abend stattfindende Champions-League-Spiel und die Trainerentlassungen des Tages geplaudert. Dazwischen liegen weitreichende Ausführungen zum neuen Album, die fast schon philosophische Dimensionen annehmen.    

TALAS - Neues aus der Vergangenheit

Manchmal dauert es eben etwas länger: Das neue Album der 1985 einstweilig aufgelösten Heavy-Metal-Band Talas besteht hauptsächlich aus Stücken, die in ebenjenem Jahr entstanden. Aber warum wurden diese jetzt erst aufgenommen und veröffentlicht? Und wie geht man über 30 Jahre später an die Sache heran? Bassist Billy Sheehan steht bereitwillig Rede und Antwort. Und lädt zu einer Zeitreise ein.

eclipsed: Billy, Talas ist vielen von uns aus den Achtzigern bekannt. Dabei reicht die Geschichte der Band viel weiter zurück.

Billy Sheehan: Wir begannen vor sehr langer Zeit, ungefähr 1971/72. Anfangs spielten wir alles im Umkreis von zehn bis zwölf Stunden Fahrtzeit. Toronto, Montreal, Boston, Detroit, Chicago, New Jersey, viel in New York City. Und als wir anfingen zu touren, weiteten wir das über ganz Amerika aus.

RAGAWERK - Brückenschlag vom Krautrock zu indischen Ragas

Max Clouth und Martin Standke spielen mit RAGAWERK auf dem gleichnamigen neuen Album globale Fusion mit Räucherstäbchenduft. Nach der Veröffentlichung von „Return Flight“ (2015), dem Debüt des Max Clouth Clan, heimste Bandgründer Clouth 2017 das begehrte Frankfurter Jazzstipendium – den Jazzpreis der Stadt Frankfurt – ein. Neben dem Gitarristen zählt Schlagzeuger Martin Standke zum Kern der Formation. Geprägt sind ihre Stücke vor allem von Einflüssen und Musikern aus Indien. Drei Jahre lebte Clouth auf dem Subkontinent, wo er auch Musik studierte. Nun haben sie ihr Projekt in Ragawerk umbenannt und ein ebenso betiteltes neues Album herausgebracht.

eclipsed: Max und Martin, ihr beide bildet ja den Kern der Band und macht seit 2012 gemeinsam Musik. Könnt ihr ganz kurz Revue passieren lassen, was euch zusammengebracht hat und bis heute zusammenhält?

THE SHADOW LIZZARDS wollen mit Vintage Rock in den Musik-Olymp aufsteigen

The Shadow Lizzards mischen mit ihrem teils Doors-lastigen Rock bereits seit 2015 die fränkischen Musikgefilde auf. Mit ihrem heftigen Retro-Sound haben sie sich dort einen guten Namen erspielt. Mit ihrem zweiten Studioalbum „Someone’s Heartache“ könnte ihnen nun aber glatt der Sprung in die nationale Liga gelingen, so authentisch und zugleich atmosphärisch operieren sie da. Multitalent, Sänger, Orgelmann und Bassist Jochen Leistner gibt Auskunft zum neuen Album, aber auch darüber, wo die Band aktuell steht und was sie für die Zukunft plant.

eclipsed: Ihr kommt ja aus Nürnberg und der fränkischen Umgebung. Wie seht ihr die Musikszene da in Bezug auf euch als aufstrebende Classic-Rock-Band?

Die BLACKBERRIES schenken psychedelischen Kraut-Pop der fruchtig-edlen Sorte ein

2007 gegründet, haben die Blackberries aus Solingen auf der aktuellen Scheibe „Vorwärts Rückwärts“, ihrem vierten Album, nach einigen stilistischen Wandlungen und einer Art Neustart im Jahr 2016 offenbar ganz zu sich gefunden. Warum ihr Stil-Mix so bunt und vielfältig ist, woher ihr fruchtiger Name stammt, welche Rolle die Beatles dabei spielen, wie sie sogar live in China aufgetreten sind und natürlich worum es auf dem neuen Album geht, erläutert uns alles Sänger und Gitarrist Julian Müller.

eclipsed: Kannst du bitte die bisherige Karriere der Blackberries zusammenfassen? 

JOHNNY BOB - Zeit der Besinnung

2017 haben sich Johnny Bob gegründet und schon im selben Jahre wurde das Debüt „Carnival Of The Brahma-Box“ veröffentlicht. Auf ihm findet sich 70er Jahre Progressive Rock, der sich aber nicht in überlange, komplexe Virtuositäten verstrickt, sondern auch auf modernere Sounds und kompaktere Strukturen setzt. Im gleichen Stil folgten 2019 „Fjodor And The Watergiant“ und 2020 „Egbert’s Barber Shop“. 2022 bestehen Johnny Bob nach einigen Besetzungswechseln aus den beiden Brüder Jörg Purfürst (Bass, Keyboards, Gesang) und Carsten Díaz (Vocals) sowie Drummer Philip Mestwerdt. Mit Jürgen Ufer (Gitarre) und Ole Schützler (Keyboards) sind Gastmusiker dabei, die mehr oder weniger zum festen Inventar der Band gehören und einen nicht zu unterschätzenden Anteil am neuen Album „Creatures Of Light And Darkness“ haben. eclipsed sprach mit Purfürst und Díaz über die Geheimnisse der Kreaturen von Licht und Dunkelheit.

DANIEL LANOIS - Im Schatten des Klangs

Ein Pianoalbum von Daniel Lanois - geht das? Der Kanadier ist einer der versiertesten Produzenten in den Bereichen Singer-Songwriter, Rock, Ambient und Jazz sowie ein herausragender Gitarrist mit einer unverwechselbaren Klangästhetik. Doch auf seinem neuen Album „Player, Piano“ wechselt er von den Saiten zu den Tasten. Man braucht nur wenige Töne dieses friedvollen, melodischen Albums zu hören, um zu realisieren, dass Lanois hier seine musikalische Essenz formuliert. Ein Sinneswandel verbirgt sich hinter diesem „Neustart“ nicht - eher die logische Konsequenz aus seinem Schaffen der letzten 40 Jahre.

Auf der Suche nach Utopien

eclipsed: In Zeiten wie diesen ist die Menschheit auf der Suche nach Utopien. Auch viele Musiker beteiligen sich an dieser Suche, werden aber nicht fündig. Du gibst uns mit deiner neuen Platte einen Fluchtpunkt, an dem wir innehalten und nachdenken können.

Mit ihrem Originalsänger Kenny Leckremo schlagen H.E.A.T ein neues Kapitel auf

Kurze Rückblende: Im Juni 2010 verkünden H.E.A.T den Ausstieg ihres Sängers Kenny Leckremo. Sein Nachfolger heißt Erik Grönwall, mit ihm etablieren sich die Schweden als eine der, nun, „heißesten“ Bands in Sachen melodischem Hardrock mit Achtziger-Einschlag. Zehn Jahre später kehrt Grönwall seinen Kollegen den Rücken (momentan ist er als Sänger von Skid Row aktiv). Sein Nachfolger wiederum heißt … Kenny Leckremo. Mutet etwas seltsam an? Ist es aber nicht, betont der Frontmann, der aus seinem Apartment in Alicante, wo er zeitweise lebt, zugeschaltet ist. 

Nach dem Ausstieg von Erik hätten ihn die Jungs quasi unmittelbar kontaktiert und angefragt. Klingt, als wäre er die ganze Zeit über mit ihnen in Kontakt geblieben. „Mit manchen mehr, mit manchen weniger“, so die ehrliche Antwort. „Und mal mehr, mal weniger. Wir kennen uns als Band, seit wir 16 sind. Es ist schon eine brüderliche Verbindung, wenn du so willst.“ Entsprechend gab es auch kein böses Blut.