LEPROUS - Keine Angst mehr!

Die fantastische Reise von Leprous geht weiter. Seit ihrem Debüt „Tall Poppy Syndrome“ haben die Norweger eine faszinierende musikalische Entwicklung genommen. Schon mit „Bilateral“ emanzipierte man sich vom ursprünglichen Ansatz (Black Metal gepaart mit klassischem Progrock der Siebziger und jazzigen Passagen), mit Alben wie „Coal“ und „The Congregation“ setzte man sich dann mit an die Spitze einer frischen neuen Progmetal-Generation. Mit „Pitfalls“, ihrem sechsten Album, befreit sich die Band nun auch mit Vehemenz aus diesem (für sie ohnehin nie wirklich vorhandenen) Korsett, die musikalische Palette des Quintetts scheint ab sofort beinahe unbegrenzt zu sein (siehe dazu auch die ausführliche Rezension zum aktuellen „Album des Monats“!). Im Interview spricht Sänger Einar Solberg darüber hinaus offen über seine schwere Depression.

eclipsed: Einar, „Pitfalls“ ist textlich das wohl persönlichste Leprous-Album überhaupt.

MICHAEL KIWANUKA - „Dieses Album stellt die Frage, wer ich bin“

Der englische Sänger und Gitarrist mit ugandischen Wurzeln hat sich Zeit gelassen. Doch jetzt hat Michael Kiwanuka sein drittes Studiowerk fertig. Am 25. Oktober erscheint das schlicht „Kiwanuka“ betitelte Album. Mit eclipsed sprach der 32-jährige Künstler über Kreativität in schweren Zeiten und die Suche nach sich selbst.

„Kiwanuka“ ist ein Album im Stil der 1970er-Jahre, dem Jahrzehnt, dem sich Michael Kiwanuka als Musiker besonders verbunden fühlt. Es liefert Songs, die einer Grundidee untergeordnet sind. Kiwanukas „epischer“, zeitloser Sound fängt die Vergangenheit ein und weist zugleich in die Zukunft. Man merkt dem Album an, dass Michael Kiwanuka ein Künstler ist, der sich Gedanken macht über die Zusammenhänge von Musik und Gesellschaft.

eclipsed: Dein Album beschreibt einen Ort des Friedens und der Schönheit. Wie ist dieser Ort entstanden?

BETH HART - Mit radikaler Selbstentblößung gegen innere Dämonen

Spätestens seit ihrer Kooperation mit Joe Bonamassa auf dem gefeierten Album „Don’t Explain“ von 2011 gilt Beth Hart als Hohepriesterin des Bluesrock. In ihrem neuen Werk „War In My Mind“ kämpft die Kalifornierin gegen die dunklen Schatten ihrer Vergangenheit an. Beth Hart ist eine emotionale Urgewalt, ein nie erlöschender Vulkan – sie heult, stöhnt und schreit, als ginge es bei jedem Lied um ihr nacktes Dasein, das aus nichts als grässlichem Schmerz, ungezügelter Lust und wehmütiger Sehnsucht zu bestehen scheint. Die wilde, unter Dauerstrom glühende Musikerin verfügt über ein unwiderstehliches, mächtiges Sangesorgan in der Tradition einer Bessie Smith oder Janis Joplin. I

THE MAGPIE SALUTE - Musikalischer Dammbruch

Erneut Hochwasseralarm bei THE MAGPIE SALUTE – doch Mastermind Rich Robinson und seine fünf Mitstreiter waten auf ihrem zweiten Studioalbum „High Water II“ weiterhin entschlossen durch sämtliche Unbill dieser Tage. Er sei sehr stolz auf das neue Album, wie auch auf den Vorgänger „High Water I“, hebt Rich Robinson ganz zu Recht hervor. Bei aller Euphorie bezeichnet sich der Ex-Black-Crowes-Gitarrist aber als einen „sentimentalen Menschen“. Die Trennung seiner früheren Band im Januar 2015 und das damit zusammenhängende Zerwürfnis mit seinem älteren Bruder Chris macht ihm nach wie vor zu schaffen. Im Interview erläutert er sein ambivalentes Verhältnis zu Freundschaft und erklärt, wieso Songtexte für ihn so wichtig sind.

eclipsed: Letztes Jahr hast du im Interview gesagt, es werde auf „High Water II“ vermutlich mehr zur Sache gehen als auf dem Vorgänger, Melancholie müsse hintanstehen. Hat sich deine Erwartung erfüllt?

LAURA COX - Vom YouTube-Star zur neuen Rocksensation

Bereits seit einigen Jahren rockt die französische Sängerin und Gitarristin LAURA COX die Clubs in Europa und hat sich dabei eine treue Fangemeinde erspielt. Die dürfte angesichts des am 8. November erscheinenden grandiosen klassischen Rockalbums „Burning Bright“ noch um einiges größer werden. Am Anfang dieser Karriere standen selbst produzierte Videoclips.

Mit 14 begann Laura Cox, Gitarre zu spielen, drei Jahre später fing sie damit an, nachgespielte Solos und Songs von Slash oder Brian May ins Netz zu stellen. 2013 entstand die Laura Cox Band, die 2015 mit „Cowboys & Beer“ ihre erste Single veröffentlichte und 2017 mit ihrem ersten Album „Hard Shot Blues“ europaweit auf Tour ging. Bei den Hamburg Harley Days in diesem Juni konnte sie mit ihrem intensiven Gig auch anwesende Plattenfirmenrepräsentanten überzeugen.

VVLVA - Es muss knistern!

Vvlva – das sind fünf junge Männer aus Aschaffenburg, die sich dem 60er/70er Jahre Retrorock verschrieben habe und nun nach dem 2018er „Path Of Virtue“ mit „Silhouettes“ das zweite Album vorlegen. Darauf bestätigen Vvlva nicht nur die Qualität des Debüts, sondern steigern sie noch. Eclipsed sprach mit Sänger Tobias Ritter.    

eclipsed: Bereits nach dem ersten Album gab es ein Interview mit eclipsed. Jetzt auch nach dem zweiten Album. Tolle Quote, oder?

Tobias Ritter: Na klar, das ist für uns eine Riesensache!

eclipsed: Jetzt so kurz nach der Veröffentlichung des neuen Albums: Kannst du sagen, was du über „Silhouettes“ denkst?

BENT KNEE agieren noch experimentierfreudiger als bisher

„Erwartet das Unerwartete“ – dieses Motto von Peter Gabriel könnte auch für das amerikanische Artrock-Sextett Bent Knee gelten. Denn während die Absolventen des Berklee College Of Music mit dem Vorgänger „Land Animal“ ihre zugänglichste Songkollektion abgeliefert haben, ist das fünfte Album „You Know What They Mean“ ihr radikalstes Statement, das gelegentlich mit harschen Klängen verstört, andererseits mit emotionalen Artrock-Songs wieder versöhnt.

RAY ALDER nutzt die Fates-Warning-Pause für sein erstes echtes Soloalbum

„Vamos!“, ruft Ray Alder. 22 Grad, ein lauer Abend in Madrid, ideal für eine Runde mit seinem Hund Sam – Telefoninterview hin oder her. „Sorry“, entschuldigt sich Alder. „Ich hoffe, das ist okay?!“ Ist es. Die Promotion für sein Soloalbum „What The Water Wants“ erledigt der 52-Jährige, den die Progmetal-Fans als Sänger von Fates Warning kennen, so nebenbei. Denn Zeit ist etwas, wovon der Wahl-Spanier momentan nicht viel zur Verfügung hat. Das Album fertigzustellen, hat länger gedauert als gedacht.