BATTLES reisen in verschiedene Epochen der Popgeschichte

Alle vier Jahre bringt die New Yorker Band Battles ein neues Album heraus. Ursprünglich als Quartett gestartet, ist die Formation auf ihrer vierten CD „Juice B Crypts“ auf Duo-Stärke geschrumpft. Ihrem Einfallsreichtum tut das jedoch ebenso wenig Abbruch wie ihrem Volumen. Battles, das sind heute noch Drummer John Stanier und Gitarrist Ian Williams. Die Songs auf „Juice B Crypts“ könnten unterschiedlicher kaum sein.

Der Vierjahresrhythmus der Battles-Veröffentlichungen ist reiner Zufall, aber dem neuen Album hat diese Pause gutgetan, um sich zu sammeln und mit diversen Gastvokalisten an die Klasse des Debütalbums „Mirrored“ anzuschließen. „Nach der letzten Platte sind wir zwei Jahre getourt“, erzählt John Stanier, „dann brauchten wir ein wenig Abstand. Diese Dinge sind normal. Der Unterschied bestand diesmal darin, dass jemand abgesprungen ist: Drei Jahre nach der letzten Platte fragte uns das Label, ob es nicht Zeit für eine neue CD sei.

Acht Jahre nach Ende von Sonic Youth legt KIM GORDON ihr erstes Solo-Album vor.

Meilensteine wie „Daydream Nation“ oder „Goo“ machten Sonic Youth zur Underground-Rock-Institution – bis die Scheidung von Bassistin Kim Gordon und Sänger/Gitarrist Thurston Moore das Ende der Kultband markierte: Im Oktober 2011, nach 30 Jahren und 13 Alben, gaben die New Yorker ihre Trennung bekannt. Jetzt, nach langer Selbstfindung und dem Umzug nach Los Angeles, meldet sich Gordon (66) mit ihrem Alleingang „No Home Record“ zurück.

eclipsed: Wie denkst du heute über die Zeit mit Sonic Youth? Bereust du irgendetwas?

Bluesrockerin SAMANTHA FISH kann sich nur schwer entscheiden

Auf ihren letzten Alben versuchte sich die 30-jährige Gitarristin und Sängerin eher darin, ihr Soundspektrum zu erweitern, und entfernte sich dabei schleichend von ihrer eigentlichen Stärke: dem Bluesrock. Samantha Fish kann sich aber anscheinend auch in privater Hinsicht nicht so recht entscheiden und wechselt zwischen einem Wohnort in Louisiana und ihrer eigentlichen Heimatstadt Kansas City hin und her. „Ich treffe Entscheidungen oftmals sehr intuitiv. Das fühlt sich in dem jeweiligen Moment immer gut an!“ Americana, Soul und Gospel hat sie derart in ihren Sound-Kanon integriert. „Damit bin ich aufgewachsen.“ Doch in ihrem tiefsten Inneren ist sie dennoch Rockerin. Dass sie darüber hinaus eine variable und facettenreiche Stimme hat, schadet einem Bluesrock-Song ganz und gar nicht.

ALCEST machen sich auf den Weg ins mythologische Theben

Im alten Ägypten diente die Sphinx als Ehrenmal für Pharaonen, die Hethiter verehrten sie als Torwächter, in südostasiatischen Kulturen hat sie Beschützerfunktion. In der griechischen Mythologie dagegen wird sie zum Todesdämon. Und nun prangt sie als zentrales Artwork-Element auf dem sechsten Album Alcests, „Spiritual Instinct“. Es ist gerade die Ambivalenz der Figur, die Band-Mastermind Stéphane „Neige“ Paut so fasziniert. „Sie hat ein sehr schönes Gesicht und elegante Flügel, aber besitzt auch Krallen und animalische Elemente. Darin finde ich mich selbst wieder“, sinniert er. „Einerseits ist man dieses spirituelle Wesen, das nach Höherem strebt. Andererseits ist man auch einfach nur ein Tier mit Urinstinkten, das wütend, ängstlich und oft sehr düster ist.“ Damit liefert er die Charakterisierung seiner Musik gleich mit. Schon immer zeichneten sich Alcest durch die Verknüpfung scheinbarer Gegensätze aus.

IMPERIAL JADE sind dabei, ihrem Bandnamen gerecht zu werden

„Kaiserjade“ (engl. „Imperial Jade“) ist die wertvollste Jade-Art überhaupt und ein ganz besonders schönes Schmuckstück. Da dachten sich fünf junge Musiker aus der Gegend von Barcelona, dass dies doch genau der richtige Name für ihre 2012 gegründete Band wäre. „Damals waren wir noch alle Teenies“, erzählt der mittlerweile 22-jährige Keyboarder und Gitarrist Hugo Nubiola lächelnd. Das erste Album hieß dann Ende 2015 treffend „Please Welcome Imperial Jade“, es sorgte allerdings noch nicht für so viel Wellengang, als dass man damit auch außerhalb Kataloniens große Beachtung gefunden hätte.

Das änderte sich Ende des Vorjahres, als die Band die ursprüngliche Version von „On The Rise“ veröffentlichte. „2018 ist viel passiert, wir haben auf einer Reihe von Festivals mit unseren Helden wie Deep Purple, Aerosmith oder Alice Cooper gespielt. Das gab uns noch mehr Selbstvertrauen, und wir wussten, dass wir auf dem richtigen Weg waren.“

The Art Of Sysyphus Vol. 106

OPETH - Das Beste kommt zum Schluss

Wenn Opeth sich auflösen, soll eine Leere entstehen. Das wünscht sich Bandleader Mikael Åkerfeldt. Und er weiß: Seine Karriere beendet man am besten mit einem Meisterwerk. „In Cauda Venenum“ würde einem solchen Abschied gerecht – und ist dabei doch eher ein Neuanfang. Zum ersten Mal in ihrer fast 30-jährigen Geschichte veröffentlichen Opeth ein Album auf Schwedisch. Obwohl ihr Ursprung im Death Metal liegt, zählt die Band längst auch zu einem der prägendsten Acts im zeitgenössischen Progressive Rock. Alle vier der seit 2010 erschienenen Opeth-Alben haben es in unsere Liste der größten Progveröffentlichungen der Zehnerjahre geschafft, die wir als Teil unseres großen Opeth-Features erstellt haben.

IQ - Die Kraft des inneren Widerstands

IQ

Dieser Tage veröffentlicht die britische Neo-Prog-Institution IQ ihr zwölftes Studiowerk. „Resistance“, ein Doppelalbum mit mehreren Longtracks, vereint alle Stärken der Band und veranschaulicht, welch hohe Relevanz ihr nach fast 40-jährigem Bestehen noch immer zukommt.

In Großbritannien droht ein No-Deal-Brexit, und die Bedrohung durch den Klimawandel wurde von den Hitzerekorden dieses Sommers erneut unterstrichen – Entwicklungen, die auch IQ-Gitarrist Mike Holmes und -Sänger Peter Nicholls nicht unberührt lassen. Im eclipsed-Interview sprachen sie über die Notwendigkeit, sich widrigen Umständen nicht zu beugen, und die Rolle von Politik in ihrer Musik.

eclipsed: „Resistance“ ist ein Doppelalbum. Im Unterschied zum Vorgänger „The Road Of Bones“, dessen zweite CD Songs enthält, die es nicht aufs reguläre Album geschafft haben, ist es diesmal ein zusammenhängendes Werk, oder?