Die norwegische New-Art-rock-Band OAK widmet sich den Themen Depression und Selbstmord

Oak

Ursprünglich war das aus Oslo stammende norwegische Quartett Oak ein Folk-Duo und musste sich erst zur New-Artrock-Band entwickeln. Sein drittes Album, das den komplizierten Titel „The Quiet Rebellion Of Compromise“ trägt, ist das vielseitigste Werk bislang. Standen Oak bisher für sphärische, melancholische Songs in der Tradition von The Pineapple Thief, so sind auf „The Quiet Rebellion Of Compromise“ viele neue musikalische Aspekte zu hören. „Unser neues Album handelt von Depression und Selbstmord, und um diese Problematik adäquat darzustellen, benötigten wir eine breitere Sound-Palette“, berichtet Schlagzeuger Sigbjørn Reiakvam. 

Jeder darf, jeder kann, und jeder macht wieder mit bei THE ELECTRIC FAMILY

Zampano Tom „The Perc“ Redecker hat bereits zum siebten Mal alles in die Wege geleitet, um mit „Saba“ einen weiteren Meilenstein der Electric Family entstehen zu lassen, eine aktuelle Bestandsaufnahme der wilden Hippie-Community. „Es ist jedes Mal mehr Arbeit“, stöhnt der inzwischen 64-jährige Westfale. „Seit ich mich nicht nur mit dem Organisieren der Bandmitglieder beschäftige, sondern dank eigenen Labels auch den Vertrieb schmeiße, ist das alles reichlich mühselig geworden.“ Und dennoch freut man sich als Kopf eines so komplexen Projekts „natürlich tierisch, wenn ein ungewöhnliches, originelles Werk entstanden ist“, lacht er befreit auf. „Wir sind ja keine klassische Band mit den immer selben Mitstreitern. Uns geht es um das Pulsierende im Sound, das Überraschende. Unser Motto laute: Jeder darf, jeder kann – solange er das eine oder andere Instrument beherrscht und Spaß an der Improvisation besitzt. Wobei die letzten Entscheidungen immer ich fälle.

„The Last Great Adventurer“ von GALAHAD versieht ein schweres Thema mit Optimismus

Manchmal bedarf es großer Emotionen, um ein großes Werk zu schmieden. Beim aktuellen Album des britischen Quintetts Galahad, das den Titel „The Last Great Adventurer“ trägt, steht das Thema des Todes und der Verabschiedung geliebter Menschen im Mittelpunkt. Musikalisch hat sich die Band aus dem englischen Dorset um das 58-jährige Mastermind Stu Nicholson auch bei Produktion Nummer elf ganz dem Neoprog verschrieben, beeinflusst von Aushängeschildern des Genres wie IQ, Pendragon oder Arena. 

eclipsed: Siehst du dich selbst als „Abenteurer“? Oder ist mit dieser Bezeichnung vor allem dein Vater gemeint, den wir auf dem Cover der Platte als Bergsteiger bestaunen dürfen?

Das remasterte Debütalbum von FLYING CIRCUS hat nichts von seiner Zeitlosigkeit verloren

Dass ihr Debüt „Seasons“, das vor 25 Jahren in den Handel kam, jetzt digital gemastert neu erschienen ist und von den Medien unter anderem als „starkes Stück deutscher Musik-Historie“ gelobt wird, verwundert Sänger und Haupttexter Michael Dorp am meisten. „Es war ein erhabenes Gefühl, die Platte vor einem Vierteljahrhundert in Händen zu halten“, erinnert sich der 54-Jährige. „Wir stammen aus dem eher verschlafenen Grevenbroich nahe der rheinischen Metropole Düsseldorf. Selbst wenn es bei uns über 60.000 Einwohner gibt, stammen wir letztlich aus der Provinz. Und mit einem Mal haben wir Tausende Fans, verkaufen nicht gerade wenige Tonträger, unser Sound wird gehört, wir werden wahrgenommen, absolvieren Konzerte auf großen Festivals. Das ist erstaunlich. Wenngleich sich kein Mitstreiter finanziell ausschließlich mit Flying Circus über Wasser halten kann. Doch welcher Künstler kann das heutzutage schon?“

Die Südstaaten-Schwestern von LARKIN POE sind mit dem Album „Blood Harmony“ zurück

Auf ihrem neuen Album spielen Larkin Poe einmal mehr gekonnt traditionellen Bluesrock im modernen Produktionsgewand, wenn auch mit einer etwas düstereren Note. Wir trafen die beiden Schwestern Rebecca und Megan Lovell zu einer aufschlussreichen Zoom-Konferenz über bedrohliche und unterhaltsame Songs, die Fans, Social Media und ihren Alltag als Schwestern.

eclipsed: Ihr seid eine sehr hart arbeitende Band, die seit über zehn Jahren eine heftige Routine aus Live-Gigs und Platten durchzieht. Wie habt ihr es geschafft, euch immer wieder zu motivieren?

ANDREAS VOLLENWEIDER geht auf „SlowFlow & Dancer“ musikalisch wieder in die Vollen

Damals ungehörte Klangreisen wie „Caverna Magica“ (1982) oder „Down To The Moon“ (1986) machten den musikalischen Freigeist Andreas Vollenweider weltberühmt. Ab „Dancing With The Lion“(1988) begann er, regelmäßig eine illustre Schar an Welt- und Jazzmusikern für seine Alben einzuladen. Seit 2010 wurde es stiller um ihn. Nach seinem spirituellen Entwicklungsroman „Im Spiegel der Venus“ und der kontemplativen Scheibe „Quiet Places“ in Trio-Formation ist der Schweizer nun wieder mit einem Werk in großer Besetzung und mit vielen Gastmusikern zurück. Wir sprechen mit ihm über die Konzeption des neuen Albums und wagen eine kleine Rückschau auf sein Werk.

eclipsed: „SlowFlow & Dancer“ ist endlich wieder ein Vollenweider-Album im großen Maßstab. Wie hat sich das ergeben?

PETER SCHREINER & DIE RELEVANZ wollen mit ihrem ersten Album ein Zeichen setzen

In den Sechzigern und Siebzigern brachten Liedermacher, gesellschaftskritische Barden wie Hannes Wader, Wolf Biermann, Reinhard Mey und Konstantin Wecker deutsch gesungenes Liedgut zurück, das wegen des Bruchs mit der deutschen Tradition aufgrund des Nationalsozialismus bis dahin verschmäht worden war. Der Anschluss an das Singer/Songwritertum wurde dann auch im Deutschrock mit Interpreten wie Udo Lindenberg, BAP, Herbert Grönemeyer, Marius Müller-Westernhagen und Heinz-Rudolf Kunze kultiviert und bis in die Achtziger zu großer massenwirksamer Entfaltung gebracht. Das Nachbarland Österreich brachte mit seiner eigenen Variante, dem Austro-Pop, ebenfalls wichtige Künstler hervor: Wolfgang Ambros, Georg Danzer und Ludwig Hirsch. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat der Deutschrock seine Relevanz, die darin liegt, ein gesellschaftskritisches Sprachrohr der Ängste und Sorgen der Bevölkerung zu sein, aber zunehmend verloren.