JOHNNY BOB - Zeit der Besinnung

2017 haben sich Johnny Bob gegründet und schon im selben Jahre wurde das Debüt „Carnival Of The Brahma-Box“ veröffentlicht. Auf ihm findet sich 70er Jahre Progressive Rock, der sich aber nicht in überlange, komplexe Virtuositäten verstrickt, sondern auch auf modernere Sounds und kompaktere Strukturen setzt. Im gleichen Stil folgten 2019 „Fjodor And The Watergiant“ und 2020 „Egbert’s Barber Shop“. 2022 bestehen Johnny Bob nach einigen Besetzungswechseln aus den beiden Brüder Jörg Purfürst (Bass, Keyboards, Gesang) und Carsten Díaz (Vocals) sowie Drummer Philip Mestwerdt. Mit Jürgen Ufer (Gitarre) und Ole Schützler (Keyboards) sind Gastmusiker dabei, die mehr oder weniger zum festen Inventar der Band gehören und einen nicht zu unterschätzenden Anteil am neuen Album „Creatures Of Light And Darkness“ haben. eclipsed sprach mit Purfürst und Díaz über die Geheimnisse der Kreaturen von Licht und Dunkelheit.

DANIEL LANOIS - Im Schatten des Klangs

Ein Pianoalbum von Daniel Lanois - geht das? Der Kanadier ist einer der versiertesten Produzenten in den Bereichen Singer-Songwriter, Rock, Ambient und Jazz sowie ein herausragender Gitarrist mit einer unverwechselbaren Klangästhetik. Doch auf seinem neuen Album „Player, Piano“ wechselt er von den Saiten zu den Tasten. Man braucht nur wenige Töne dieses friedvollen, melodischen Albums zu hören, um zu realisieren, dass Lanois hier seine musikalische Essenz formuliert. Ein Sinneswandel verbirgt sich hinter diesem „Neustart“ nicht - eher die logische Konsequenz aus seinem Schaffen der letzten 40 Jahre.

Auf der Suche nach Utopien

eclipsed: In Zeiten wie diesen ist die Menschheit auf der Suche nach Utopien. Auch viele Musiker beteiligen sich an dieser Suche, werden aber nicht fündig. Du gibst uns mit deiner neuen Platte einen Fluchtpunkt, an dem wir innehalten und nachdenken können.

Mit ihrem Originalsänger Kenny Leckremo schlagen H.E.A.T ein neues Kapitel auf

Kurze Rückblende: Im Juni 2010 verkünden H.E.A.T den Ausstieg ihres Sängers Kenny Leckremo. Sein Nachfolger heißt Erik Grönwall, mit ihm etablieren sich die Schweden als eine der, nun, „heißesten“ Bands in Sachen melodischem Hardrock mit Achtziger-Einschlag. Zehn Jahre später kehrt Grönwall seinen Kollegen den Rücken (momentan ist er als Sänger von Skid Row aktiv). Sein Nachfolger wiederum heißt … Kenny Leckremo. Mutet etwas seltsam an? Ist es aber nicht, betont der Frontmann, der aus seinem Apartment in Alicante, wo er zeitweise lebt, zugeschaltet ist. 

Nach dem Ausstieg von Erik hätten ihn die Jungs quasi unmittelbar kontaktiert und angefragt. Klingt, als wäre er die ganze Zeit über mit ihnen in Kontakt geblieben. „Mit manchen mehr, mit manchen weniger“, so die ehrliche Antwort. „Und mal mehr, mal weniger. Wir kennen uns als Band, seit wir 16 sind. Es ist schon eine brüderliche Verbindung, wenn du so willst.“ Entsprechend gab es auch kein böses Blut. 

Die Psychedelic-Heroen THE BLACK ANGELS setzen mit ihrem neuen Album auf ungewohnte Vielfalt

Fünf lange Jahre haben sich The Black Angels für ihr Album „Wilderness Of Mirrors“ Zeit gelassen. Geplant war das nicht: Tatsächlich war die Band bereits Ende 2019 im Studio und wollte das neue Werk eigentlich 2020 herausbringen. Doch ein gewisses Virus, das auf dem Planeten sein Unwesen treibt, machte es auch ihr unmöglich, auf Tour zu gehen, und so wartete die Gruppe aus dem texanischen Austin einstweilen mit der Veröffentlichung. Angesichts der besonderen Situation nahm sie sich dafür etwas mehr Zeit für die einzelnen Songs ihres sechsten regulären Longplayers: „All unsere vorherigen Platten haben wir zusammen in einem Raum auf Band aufgenommen“, erzählt Sänger und Gitarrist Christian Bland.

HARTMANN motivieren auf „Get Over It“ mit ordentlich Melodic-Rock-Furor

Oliver Hartmann ist ein echtes Multitalent. Der Sänger, Songwriter und Gitarrist stellt dieses nicht nur als festes Mitglied der Pink-Floyd-Coverband Echoes, sondern auch bei den Symphonic-Power-Metallern von Avantasia und bei „Rock meets Classic“-Nächten in den Dienst der Sache. Mit der Melodic-Rock-Band Hartmann hat er aber seit 2004 auch sein eigenes Soloprojekt am Start. Mit dieser Formation durfte er bereits im Vorprogramm von Mother’s Finest, Uriah Heep und gar Toto auftreten. Nun gibt es mit „Get Over It“ ein neues Studioalbum, das zehnte.

Der Weg war lang bis zur Geburt von BIRTH, aber er hat sich gelohnt

Gleich mit ihrem Debüt „Born“ katapultierten sich Birth in der vergangenen September-Ausgabe zum „Album des Monats“. Ganz zu Recht übrigens, bietet „Born“ doch einen authentischen Retroprog, der wie eine verlorene Perle aus den frühen 70er Jahren erscheint, auch Spurenelemente von Psychedelic, Space Rock und RIO enthält, natürlich an all die großen Legenden von damals erinnert und doch weit mehr ist als nur ein Aufguss schon Tausende Male gehörter Stilmittel. Aber auch wenn „Born“ das Debüt der Band aus San Diego ist, so sind die vier Musiker alles andere als Greenhorns. Es begann Anfang der 2000er Jahre, als die beiden Multiinstrumentalisten Conor Riley (mehr Fokus auf Keyboards und Gesang) und Brian Ellis (überwiegend Gitarre, aber auch Keyboards) sich mit zwei weiteren Musikern aus San Diego zur Band Silver Sunshine zusammentaten und in den Jahren 2004 und 2005 ein Album und eine EP mit einem Mix aus Pop/Rock/Indie veröffentlichten.

Synthie-Pop-Spezialist HOWARD JONES setzt mit seinem neuen Album auf Optimismus

Der DIY-Ansatz des Punk und die Entwicklung hin zu bühnentauglichen polyphonen Synthesizern und Drum Machines bereiteten den Boden. Donna Summers Hit „I Feel Love“, Cat Stevens’ Synthesizer-Texturen auf „Izitso“ (beide 1977) und natürlich die Elektroniker selbst, der visionäre Electro Pop Kraftwerks generell oder Jean Michel Jarres „Oxygène“ (1976), waren Vorläufer. Ultravox („Hiroshima Mon Amour“, 1977), Human League („Being Boiled“, 1978), Tubeway Army mit Gary Numan („Are ‚Friends‘ Electric?“, 1979) und OMD („Electricity“, 1979) waren die erste Welle von Synthie-Pop-Künstlern, dem elektronischen Arm des New Wave.

KINGS OF MERCIA sind als Supergroup die neuen melodischen Hardrock-Könige

Das Versprechen ist bombastisch: eine Band mit dem Fates-Warning-Gitarristen Jim Matheos und dem FW-Bassisten Joey Vera (u. a. auch bei Armored Saint) auf der US-amerikanischen Seite; dazu gesellen sich die Engländer Simon Phillips (u. a. MSG, Toto) an den Drums und der Über-Sänger Steve Overland (u. a. FM, Overland)! Zu oft haben sich Verheißungen dieser Art indes als laues Lüftchen herausgestellt – jedoch hatten diese Kombinationen auch niemals einen Sänger wie Overland: Der 62-Jährige aus dem Küstenort King’s Lynn („Ich wusste, dass ich irgendwann in einer Band lande, die den König im Namen trägt. Aber ich weiß gar nicht genau, ob die Mercia-Könige im 6. Jahrhundert ihr Reich bis an die Küste meiner Geburtsstadt ausweiteten …“) könnte wie sein Landsmann Paul Rodgers das Telefonbuch absingen, und man würde sogleich nach einer tieferen Bedeutung in den Lyrics suchen.