Auf seinem neuen Albumvereint DANNY BRYANT Songwriter-Tugenden mit Bluesrock

In Interviews verweist der britische Gitarrist Danny Bryant gern auf seine musikalischen Vorbilder. Neben Muddy Waters, Jimi Hendrix, Rory Gallagher und Bruce Springsteen zählt er dazu auch Bob Dylan. Gegenüber eclipsed verriet er, inwiefern dessen 1989er Werk „Oh Mercy“ sein 13. Studioalbum „Rise“ maßgeblich beeinflusst hat und wie er zu seiner Coverversion von „I Want You“ („Blonde On Blonde“, 1966) inspiriert wurde.

eclipsed: Was unterscheidet „Rise“ von seinen Vorgängern?

Danny Bryant: Wir wollten ein Album machen, das ganz und gar ehrlich nach mir, aber auch deutlich moderner klingt. Das Album ist im Grunde zweigeteilt: Es gibt den zuversichtlicheren, aufmunternderen Teil mit „Rise“, „Animal In Me“, „Hard Way To Go“, „Into The Slipstream“. Dazu kommen Balladen wie „Louise“, „Scarlett Street“ und „Julienne“.

eclipsed: „Scarlett Street“ ist ja ziemlich düster. Woher kam die Inspiration dafür?

Das Melodic-Pop-Trio FRONTM3N ist im perfekten Dreiklang wieder „on the road“

Lediglich Stimmen und Gitarren. Aber dieses geradezu spartanische Aufgebot hat es in sich, wenn dieses Instrumentarium den richtigen Leuten gehört - denjenigen von Frontm3n. Ab Dezember ist der britische „Classic“-Dreier in Deutschland wieder auf Tour. Wenn Peter Howarth, Mick Wilson und Pete Lincoln, allesamt in ihren Sechzigern, gemeinsam auf einer Bühne stehen, dann entsteht im perfekten Dreiklang harmonische Magie pur. Zumindest in den Ohren derer, die jenseits der 50 sind und sich in der Kindheit oder Jugend im Radio Songs von The Sweet, den Hollies oder 10cc genehmigten: „Fox On The Run“, „Bus Stop“ und „I’m Not In Love“, um nur einige wenige Klassiker aus den 70ern zu nennen. Die drei Herren geben dem Nostalgie-Affen Zucker. Und das auf höchstem Niveau, ist Pete Lincoln überzeugt …

Seit fast 25 Jahren malen EXPLOSIONS IN THE SKY mit ihrer Musik Filmszenen in unsere Köpfe

Ein Sternenhimmel in den Bergen, ein Sonnenuntergang am Meer, eine Wolkenwelt am Flugzeugfenster – spielt man eine Explosions-In-The-Sky-Platte ab und schließt dabei die Augen, macht der Alltag für kurze Zeit einem Film Platz. Auf ihrem achten Studioalbum „End“ beschert uns die Instrumentalrockband aus Texas sieben Songs mit soundtrackwürdigen Gitarrenschichten, einem dynamischen Schlagzeug und gefühlsbetonten Synthesizer-Elementen. Was die vier Instrumentalisten in jungen Jahren zusammenbrachte, war ein gemeinsames Faible: Gitarrist Michael James bezeichnet sich und seine Bandkollegen als „Cinephile“. Diese Liebe zum Film prägte über den Zeitraum eines Vierteljahrhunderts den Sound und Werdegang des Quartetts und führte letztlich zu seinem Erfolg.

OK GOODNIGHT entführen ihre Hörer in eine märchenhafte Tierwelt

Mit ihrem Konzeptalbum „The Fox & The Bird“, das die Kür zum „Album des Monats“ nur um Haaresbreite verfehlte, wurde die Bostoner Progmetalband Ok Goodnight zur größten Überraschung unserer Oktoberausgabe. Die darauf erzählte Geschichte um einen Fuchs und einen Vogel, die ihr Land vor einer Dürre retten wollen, ist kompositorisch so umgesetzt, dass sich die verschiedenen Tiere und die sie umgebende Landschaft in der Musik widerspiegeln. Seit Kurzem ist das Album über den Internetshop Just For Kicks auch in Deutschland erhältlich. Im Gespräch mit eclipsed erzählten Sängerin Casey Lee Williams und Keyboarder/Gitarrist Martín de Lima viel Interessantes über den Entstehungsprozess. Kennengelernt haben sich die Musiker am Berklee College of Music in Boston, wo es sie aus unterschiedlichen Gründen hingezogen hatte. Martín de Lima führt aus: „Was unseren Schlagzeuger Augusto Bussio angeht, waren Dream Theater seine große Inspiration.

PROG 1983 - Neuerfindung der alten Helden und Morgendämmerung des Neoprog

Mitte der 70er-Jahre überschritt die progressive Rockmusik ihren Zenit und begann, sich in übertriebenem Bombast und Selbstgefälligkeit zu verlieren. Der Aufstieg des mainstreamaffineren AOR und die Disco-Welle setzten ihr ebenfalls mächtig zu. Der neue Feuilleton-Liebling des Vereinigten Königreichs, der Punk, der sich auch als Gegenbewegung zum verkünstelten, aufgeblasenen Rock der „langweiligen alten Säcke“ sah, erschien dann wie der Sargnagel des Genres. Anfang der 80er war Prog nicht mehr hip, sondern geradezu ein Schimpfwort. Doch Totgesagte leben länger: Ende 1983 waren Genesis und Yes mit ihren Hits „Mama“ bzw. „Owner Of A Lonely Heart“ wieder in aller Munde. Zugleich wurde das alte Genre von einer jungen Garde von Musikern wiederbelebt, die erste Erfolge feierten, allen voran Marillion. Im Folgenden beleuchten wir, wie es zu diesen Entwicklungen kam und was den speziellen progressiven Sound der 80er-Jahre ausmachte.

Die OSTROCK-Story Teil 1 - Geh dem Wind nicht aus dem Weg

Als im Jahr 1957 in Ostberlin, Leipzig und Dresden die ersten Schülerbands im Geiste des Rock & Roll für Aufsehen sorgten, ahnte noch niemand, dass 20 Jahre später Ostrockbands mit deutschen Texten eine feste Bank sein würden. Rock „Made in GDR“ wurde durch die Puhdys, City und Karat zum gern gesehenen Exportschlager im Devisen-armen kleineren Teil Deutschlands. Die SED-Administration in Ostberlin war hin- und hergerissen, freute sich über die harte D-Mark, die durch die Langhaarigen ins Land floss, und war gleichzeitig zutiefst besorgt über die unerschrockene Aufmüpfigkeit so mancher Rockband. Egal, ob die nun Blues, Progrock, Jazz, Punk oder Metal spielte. Im ersten Teil unserer dreiteiligen Ostrock-Story sprechen wir mit damaligen Wegbereitern über wilde Anfangsjahre, Beat-Verbot und neue Rhythmen.

STEVEN WILSON - Grenzgänger und Grenzensprenger

Am liebsten hätte Steven Wilson einen musikalischen Diplomatenpass – einen Blankoschein, tun zu können, was immer er will, ohne sich um Genres zu scheren. Diesem Ansatz folgt auch sein siebtes Studiosolowerk „The Harmony Codex“. Der Brite selbst bezeichnet es als „definitives Steven-WilsonAlbum“, weil es all das beinhalte, was ihn über die Jahrzehnte musikalisch ausgezeichnet habe. Da zu dem, was ihn als Menschen und Musiker ausmacht, Porcupine Tree und Pink Floyd ebenso gehören wie die Beschäftigung mit grundlegenden Fragen oder aktuellen gesellschaftlichen Problemen, kommt all dies auch in den Interviews zur Sprache, die unsere Autoren Marcel Anders und Bernd Sievers mit ihm geführt haben.