Auf ihrem vierten Album präsentieren sich O.R.k. als harmonische Einheit

Ork

„Der Bandname leitet sich von der italienischen Bezeichnung für den Killerwal Orca ab, ein ebenso schönes wie gefährliches Tier“, erklärt Bassist Colin Edwin gleich zu Beginn des Interviews. Er selbst hatte immer ein wenig Bedenken aufgrund der Verwechslungsgefahr mit den fiesen Wesen aus dem Fantasy-Epos „Der Herr der Ringe“. „Damit haben wir gar nichts am Hut. Aber den Vergleich zwischen dem Wal und unserer Musik finde ich immer noch passend.“ 

BANCO DEL MUTUO SOCCORSO legen ein weiteres innovatives Konzeptalbum vor

Was bringt einen modernen Musiker des 21. Jahrhunderts dazu, sich mit gut 500 Jahre alter Lyrik über Jahre hinweg intensiv zu beschäftigen? Derart intensiv, dass diese Poesie als ausschließliche Inspirationsquelle für sein neues Album dient? „Ganz einfach“, lacht Vittorio Nocenzi, der sich diesen vermeintlich anachronistischen Schuh angezogen hat: „Das Zeug ist grandiose Literatur. Und weist einige Parallelen zu Themen der Gegenwart auf.“ Nocenzi ist das einzig verbliebene Gründungsmitglied der Italo-Prog-Legende Banco Del Mutuo Soccorso, deren selbstbetiteltes Debütalbum vor exakt einem halben Jahrhundert in den Handel kam. Der 1951 in der Nähe von Rom Geborene (wo er bis heute zu Hause ist) klemmt sich seit jeher hinter die Tasteninstrumente. Vor allem aber ist der redselige Vittorio Haupttexter des Sextetts, der sich gern komplexe Themen für seine Lyrics aussucht.

Auf ihrem neuen Album verbinden GLASS HAMMER die musikalische Vergangenheit mit der Gegenwart

Mit „At The Gate“ endet Glass Hammers Albentrilogie um den mysteriösen Dieb Skallagrim. Es ist eine Geschichte von Trauer, Sehnsucht und der vergeblichen Suche nach etwas, das ihm die Welt nicht geben kann. Eine Thematik wie geschaffen für epische und ausufernde Sounds, doch die Progger wählten für das große Finale eine andere Form: Treibende und riffbetonte, bisweilen grimmige Kompositionen dominieren – eine weitere, überraschende musikalische Häutung der 1992 im US-Bundesstaat Tennessee gegründeten Band.

Das Debüt von HAVEN OF ECHOES klingt ungewöhnlich und hat auch einen solchen Hintergrund

Andreas Hack ist nach wie vor bass erstaunt, wenn er daran denkt, wie das Debüt seines neuen Projekts entstand. „Nachdem ich mit meiner früheren Band Frequency Drift acht Alben eingespielt hatte, war ich der Sache ein wenig müde“, konstatiert der 46-jährige Bayreuther. „Wir hatten mit ‚Letters To Maro‘ nicht nur unser kommerziell, sondern auch in kreativer Hinsicht erfolgreichstes Werk vorgelegt, waren damit quer durch Europa getourt. Wie will man das toppen? Jedenfalls liegt die Band auf Eis. Unter einer sehr dicken Eisschicht“, betont er.

Widersprüche pflastern MARATONs Weg auf dem neuen Album

Wie beschreibt man etwas, das man gar nicht kennt? Diese Frage bildete den Leitfaden für Maratons zweites Album „Unseen Color“. Mit jedem Song starten die Norweger einen neuen Annäherungsversuch, fächern dabei wissenschaftliche, philosophische und künstlerische Phänomene auf, reflektieren Widersprüchlichkeiten im Leben, der Natur sowie der Band selbst. Als Inspiration für den Titeltrack etwa diente Stanley Kubricks Science-Fiction-Meilenstein „2001: Odyssee im Weltraum“, „Boltzmann Brain“ nimmt Bezug auf ein gleichnamiges physikalisches Gedankenexperiment, „Contranym“ baut auf dem linguistischen Problem der Janusworte auf, deren zwei Bedeutungen ihr eigenes Gegenteil darstellen, in „Non-Euclidean Heart“ fusionieren die Norweger eine Spezialform der Geometrie mit Emotion.

60 Jahre THE ROLLING STONES - Der Dartford-Faktor

Sie füllen noch immer die Stadien der Welt, zuletzt standen sie im Sommer auf der altehrwürdigen Berliner Waldbühne. Seit sage und schreibe 60 Jahren gelten die Rolling Stones als Prototyp einer Rock’n’Roll-Band – unverwüstlich, maximal erfolgreich und künstlerisch kredibel. Ein einzigartiges Phänomen, das Fragen aufwirft. Zum Beispiel diese: Was haben die Stones, das all die anderen Bands nicht haben? Die Antwort ist so kurz wie komplex: alles. Standvermögen natürlich. Sex. Gute Songs. Einen einzigartigen Sänger. Und die Zeit, die auf ihrer Seite war. Was blieb ihr auch übrig: Die Rolling Stones hatten all das, aber eben noch so vieles mehr, das braucht, wer unsterblich werden will. 

CHUCK LEAVELL - Der Schattenmann

Der Ex-Keyboarder der Allman Brothers gilt als musikalischer Leiter der Stones. Als derjenige, der Keith & Co. sagt, was sie zu spielen haben, und den ganzen Laden zusammenhält. Im eclipsed-Interview plaudert der 70-Jährige aus dem Nähkästchen – und hat sichtlich Spaß daran. 

Brüssel, am Morgen des Konzerts im König-Baudouin-Stadion: Der kleine Mann mit dem weißen Vollbart, der neben seiner Tätigkeit bei den Stones als Session-Musiker für Eric Clapton, David Gilmour oder John Mayer fungiert, ist das einzige Mitglied der Band, das sich in Corona-Zeiten traut, Interviews zu geben. Der Rest hat Angst vor Infektionen und emotionalen Ausführungen zum Thema Charlie Watts. 

eclipsed: Chuck, du bist seit 40 Jahren in Diensten der Stones. Wie erklärst du dir die lange Zusammenarbeit?