THE FLOWER KINGS - 20 Jahre "Unfold The Future“: Musik ohne Grenzen

Zurück in die Vergangenheit oder vorwärts in die Zukunft? War auf den frühen Flower-Kings-Alben eher Ersteres der Fall gewesen, präsentierte sich die Band aus Schweden auf ihrem siebten Studiowerk „Unfold The Future“, das am 5. November 2002 erschien, durchaus zukunftsorientiert. Während weiterhin symphonische Prog-Tracks im Mittelpunkt standen, flirtete sie diesmal überdies mit energiegeladenem Jazzrock und sogar mit World-Music-Einflüssen. Obendrein verewigten Roine Stolt (voc, g, key), Hasse Fröberg (voc, g), Tomas Bodin (key), Jonas Reingold (b) und Zoltan Czörsz (dr) unterstützt von vier Gastmusikern auf der rund 140-minütigen Doppel-CD auch mehrere freie Jams. Unterm Strich ist „Unfold The Future“ neben „Stardust We Are“ (1997) das wichtigste Flower-Kings-Album. Es hob sich durch seine Experimentierfreudigkeit vom Gros der damaligen Prog-Konkurrenz ab und klingt noch heute frisch und dynamisch. Wir sprachen mit Bandgründer Roine Stolt über die Entstehung des Mammutwerks.

ARENA - Tanz der Sänger und Moleküle

Die britische Prog-Institution Arena um diekreativen Köpfe Clive Nolan und Mick Pointer veröffentlicht im Oktober mit „The Theory Of Molecular Inheritance“ ihr zehntes Studioalbum. Zum Jubiläum gab es – wie schon so oft in der Geschichte der Band – einen Wechsel am Gesang. Für den abgewanderten Paul Manzi konnte man Ex-Threshold-Sänger Damian Wilson gewinnen, der sich auf seinem Arena-Debüt exzellent einführt. eclipsed sprach mit Clive Nolan und Damian Wilson unter anderem über Sängerwechsel, das Sci-Fi-Konzept des neuen Albums und die kommende Jubiläumstournee.

KRAFTWERK - Elektronische Volksmusik

Achtung, die Roboter kommen! Der große Freiluftauftritt von Kraftwerk im Bonner Hofgarten ist uns Anlass, die Geschichte der berühmten Band, die zum kulturellen Phänomen wurde, Revue passieren zu lassen. Die Ausnahmeelektroniker waren mehr als bloße Trendsetter: Sie brachten eine ganze Ära der computerisierten Moderne auf den musikalischen Punkt. Angefangen bei den frühen Avantgarde-Krautrock-Tagen (1968–73) bis zur Entwicklung ihres einzigartigen Sounds (von „Autobahn“ bis „Computerwelt“ 1974–81) als Düsseldorfer Zweig der hiesigen Elektronik erzählen wir die Geschichte eines teutonischen Musikexportschlagers, der ganze Genres beeinflusste bzw. entscheidend vorbereitete – sei es Synthiepop, Industrial, House, Detroit Techno oder HipHop. In einem zusätzlichen Beitrag lassen wir die Ex-Roboter Wolfgang Flür und Karl Bartos zu Wort kommen – und natürlich berichten wir auch vom Bonner Konzert als Teil der multimedialen Inszenierung einer Legende.

STATUS QUO - Keine Rede von Ruhestand

Wenn im Dezember mit Status Quo und Manfred Mann’s Earth Band zwei Ikonen des Siebzigerjahre-Rocks gemeinsam auf Deutschland-Tour gehen, haben sich Erstere schon mit einigen Gigs im November hierzulande warmgespielt. Sänger und Leadgitarrist Francis Rossi, einziges Originalmitglied in der seit 1962 existierenden Formation (bis 1967 allerdings noch nicht unter dem Namen Status Quo firmierend), will aber nicht nur die glorreichen Zeiten wiederbeleben. Auf dem gerade veröffentlichten 2- bzw. 3-CD-Sampler „Quo’ing In – The Best Of The Noughties“ entstaubt er etliche oft noch nicht von der breiten Öffentlichkeit entdeckte Juwelen aus der Bandphase seit dem Album „Heavy Traffic“ (2002) bis heute. 

eclipsed: Ich gehe mal davon aus, dass die letzten 20 Quo-Jahre zu deinen Lieblingsphasen der Band gehören, oder?

STEAMHAMMER - Der steinige Weg zum Ruhm

Sie hatten den Ruf einer dampfend heißen Live-Band, deren Progressive Rock & Blues besonders in Deutschland während des R&B-Booms sehr geschätzt wurde. Nun kehren Steamhammer, die lange unter dem Radar liefen, nach 50 Jahren mit zwei Paukenschlägen zurück. Die neue LP „Wailing Again“ und das für Oktober angekündigte Boxset „Steamhammer Live“ machen Lust auf eine Band, deren Stern noch lange nicht erloschen ist.

THE DEAD DAISIES - Band mit eingebauter Drehtür

Neben Bandgründer David Lowy gehören Glenn Hughes und Doug Aldrich mittlerweile zum Stammpersonal der DEAD DAISIES. „Radiance“, das neue, sechste Studioalbum, ist ein weiterer Baustein in Richtung eigenständiger Bandsound, auch wenn das Line-up noch immer beständig im Fluss ist. Selbst ein Glenn Hughes musste es hinnehmen, während seiner Covid-Erkrankung im Sommer kurzerhand für einige Konzerte durch einen anderen Sänger ersetzt zu werden.

AVANTASIA - Mondscheinbegegnungen der außergewöhnlichen Art

Mit „A Paranormal Evening With The Moonflower Society“ geht das All-Star-Projekt AVANTASIA in die nächste Runde. Kopf hinter dem vor über 20 Jahren gestarteten Unternehmen ist Sänger und Bassist Tobias Sammet, der diesmal besonders tief in seine musikalischen Ideen eintauchte, um ein ebenso persönliches wie detailverliebtes Melodic-Power-Metal-Album einzuspielen – ein Werk, das durchaus als typisch bezeichnet werden kann, zugleich aber auch ein Kind seiner Zeit ist.

Das Interview mit Tobias Sammet dauert recht lange, was nicht zuletzt daran liegt, dass er bekanntermaßen Fan des FC Bayern München ist. Also wird zu Beginn und zum Ende des Gesprächs über das am Abend stattfindende Champions-League-Spiel und die Trainerentlassungen des Tages geplaudert. Dazwischen liegen weitreichende Ausführungen zum neuen Album, die fast schon philosophische Dimensionen annehmen.    

TALAS - Neues aus der Vergangenheit

Manchmal dauert es eben etwas länger: Das neue Album der 1985 einstweilig aufgelösten Heavy-Metal-Band Talas besteht hauptsächlich aus Stücken, die in ebenjenem Jahr entstanden. Aber warum wurden diese jetzt erst aufgenommen und veröffentlicht? Und wie geht man über 30 Jahre später an die Sache heran? Bassist Billy Sheehan steht bereitwillig Rede und Antwort. Und lädt zu einer Zeitreise ein.

eclipsed: Billy, Talas ist vielen von uns aus den Achtzigern bekannt. Dabei reicht die Geschichte der Band viel weiter zurück.

Billy Sheehan: Wir begannen vor sehr langer Zeit, ungefähr 1971/72. Anfangs spielten wir alles im Umkreis von zehn bis zwölf Stunden Fahrtzeit. Toronto, Montreal, Boston, Detroit, Chicago, New Jersey, viel in New York City. Und als wir anfingen zu touren, weiteten wir das über ganz Amerika aus.