JOE JACKSON - Der Stadtneurotiker

4x4 – in Berlin, New York, Amsterdam und New Orleans nahm der Engländer Joe Jackson jeweils vier Songs für sein neues Werk „Fast Forward“ auf. Und wenn Jackson etwas anpackt, dann tut er dies aus vollster Überzeugung und selten konzeptionslos. So überzeugend wie auf seinem ersten Album mit selbst geschriebenen Songs seit sieben Jahren war er schon lange nicht mehr.

MOGWAI - „Ich möchte nicht in einer Jam-Band spielen“

Es gilt als Inbegriff der Postrock-/New-Artrock-Band. Gruppen wie Mono oder Explosions In The Sky sind stark von ihm beeinflusst. Schritt halten mit ihm konnte freilich keine. Nun begeht das schottische Quintett Mogwai seinen 20. Geburtstag – und beschenkt sich und seine Fans mit einer willkommenen Werkschau, die die stilistische Feinjustierung der einst für ihre bizarre Lautstärke berüchtigte Formation nachzeichnet.

SAGA - Riskantes Puzzle

Wer glaubt, dass Saga ihre Alben nach einer einmal gefundenen Formel zusammenmischen, verkennt die Abenteuerlust der Gruppe. Diese blitzt immer mal wieder auf, und das jeweilige Ergebnis überrascht nicht nur Fans und Kritiker, sondern erwischt auch schon mal die Plattenfirma der progressiven Poprock-Formation auf dem falschen Fuß. So ein Fall stellt das Album „Generation 13“ dar. Dies wird jetzt von EarMusic im Zuge der Saga-Re-Release-Kampagne als Remaster neu aufgelegt.

JEAN-MICHEL JARRE - Eine kurze Geschichte der elektronischen Musik

In den Siebziger- und Achtzigerjahren war er so etwas wie der Popstar unter den Elektronikpionieren. In letzter Zeit ist etwas stiller um ihn geworden. Doch Jean-Michel Jarre ist produktiv wie eh und je. In sein neuestes Projekt „Electronica“ hat er sehr viel Arbeit und Zeit investiert. Er hat etliche Kollegen zu einer Kooperation an dieser seiner Herzensangelegenheit überreden können. So ist diese gleichzeitig die letzte Studioarbeit von Edgar Froese.

Lavalampen-Lambada - Mit abgedrehtem Psych-Sound könnten MEN FROM S.P.E.C.T.R.E. den Dancefloor erobern

Das englische Spectre meint auf Deutsch „Schemen“, „Phantom“ oder „Geist“. In Bond-Filmen wie „Feuerball“ war es die Abkürzung für eine Verbrecherorganisation. Der neue Bond, auf den alle Welt wartet, trägt sogar den Titel „Spectre“. Was könnte da eine bessere Promotion für die fünf bösen Jungs der Schweizer Formation Men From S.P.E.C.T.R.E. sein? Dabei braucht sie diese gar nicht, ihr von einer vollfetten Sixties-Orgel, psychedelischen Gitarrenverzerrungen und treibenden Rhythmen geprägter Sound ist heiß und authentisch genug, um die Welt auch ohne eine Walther PPK im Anschlag einzunehmen.

Hitchcock in Zeitlupe - Die Doom-Spezialisten AVATARIUM legen ihr Opus magnum vor

„Die Idee zu Avatarium ist eigentlich aus einer Bierlaune heraus entstanden“, lacht Marcus Jidell (ex-Evergrey, ex-Royal Hunt), Gitarrist der Stockholmer Band. „Auf einer Party wollten Leif [Edling; Candlemass] und Mikael Åkerfeldt [Opeth] ein Doom-Projekt ins Leben rufen. Aber da Mikael unglaublich viel mit seiner Band um die Ohren hatte, wurde daraus zunächst nichts. Leif schrieb dann aber relativ schnell ein paar Songs, und ich half ihm, die Nummern – es waren glaube ich ,Moonhorse‘, ,Lady In The Lamp‘ und ,Boneflower‘ – einzuspielen. Plötzlich merkten wir, dass sich das Ganze recht vielversprechend anhörte, und beschlossen, die Richtung weiterzuverfolgen. Der große Vorteil von Avatarium ist, dass wir hier wirklich experimentieren können, was bei unseren anderen Bands nur noch bedingt möglich war.“

The Art Of Sysyphus Vol. 84

AVATARIUM - Girl With The Raven Mask (4:10)
Album: The Girl With The Raven Mask (2015)
Label/Vertrieb: Nuclear Blast/Warner
www.avatariumofficial.se

Mit AVATARIUM hat Doom-Legende Leif Edling (Candlemass, Krux) eine fantastische neue Band aufgebaut, bei der zähe Lava-Riffs auf Siebziger-Hammond-Sounds treffen. Über allem thront jedoch die unglaubliche Jennie-Ann Smith, die mit ihrer ergreifenden Blues-Stimme (Janis Joplin lässt grüßen!) für Gänsehaut sorgt. (Review: eclipsed 10/2015)

EUROPE - Interview mit John Norum

eclipsed: Vor einigen Monaten erschien mit „War Of Kings“ ein Album, das allseits auf hervorragende bis euphorische Kritiken und begeisterte Fans stieß. Ist das nicht der Traum eines jeden Musikers?

John Norum: Oh, ja. Ich muss gar nicht typischerweise erklären, weshalb und warum „War Of Kings“ unser bestes Album ist. Das übernehmen nun schon die Presse und unsere Fans für uns. Bei so viel Lob muss man sich manchmal kneifen.

eclipsed: Ist es wirklich euer bestes Album, wie nicht nur das eclipsed-Magazin schrieb? Wie siehst du „War Of Kings“ mit einigen Monaten Abstand?