SCORPIONS - Die unendliche Geschichte

International betrachtet gibt es drei nachhaltig erfolgreiche musikalische Aushängeschilder aus deutschen Landen: Kraftwerk, Rammstein und die Scorpions. Nach einigen Jahren der Entfremdung gelten die Hardrockheroen aus Hannover auch daheim wieder als Rockjuwel. Und werden für 50 Jahre Bandgeschichte entsprechend gewürdigt. So auch von uns – mit einem eclipsed-Einkaufszettel XXL.

COLOUR HAZE - Die Götter müssen beglückt sein

Zwanzig Jahre haben Colour Haze nun schon auf’m Buckel. In dieser Zeit hat sich die Münchener Band um Sänger und Gitarrist Stefan Koglek mit einer Reihe großartiger Alben in die Topriege der internationalen Stonerrock-Szene gespielt. Eine Position, die sie durch die jüngste Einspielung „To The Highest Gods We Know“ festigt. Zwischen dem Zubettbringen des Nachwuchses, dem Ärger mit dem heimischen Kulturreferat (das die Band zwingt, das Gebäude mit dem gerade eingerichteten Studio nach kurzer Zeit wieder zu verlassen) und der Arbeit fürs eigene Plattenlabel (Elektrohasch) findet Stefan Koglek die Zeit zum Plausch über die Band und ihre neueste Studioarbeit.

EDGAR FROESE - Stille in der Schwäbischen Straße

Anders als bei den zur selben Zeit angetreten deutschen Krautrockbands wie Amon Düül II, CAN, Kraftwerk oder Faust gab es bei Tangerine Dream immer das eine Zentralgestirn, das Kraftzentrum, das die Geschicke der international gefeierten Elektronikpioniere befeuerte. Daher ist mit dem Tod von Edgar Froese klar: Nach 47 Jahren ist die Geschichte von Tangerine Dream jetzt zu Ende gegangen.

THE DECEMBERISTS - Viktorianischer Snobismus für zwischendurch

Die Decemberists sind keine Band wie jede andere. Denn wo andere Rockgruppen einfach in regelmäßigen Abständen Songalben aufnehmen, erzählen die US-Amerikaner Geschichten. Fabeln von prasselnder Farbigkeit und verführerischer Schönheit, die ohne den geringsten Zweifel auf ihre Erzähler zurückzuführen sind. Ihr neuestes, schrillbunt eingeschlagenes Märchenbuch trägt den Titel „What A Terrible World, What A Beautiful World“. Und so sehr sich die Decemberists von anderen Bands unterscheiden, so sehr variiert die neue CD von den früheren Platten der Band. Colin Meloy und seine Decemberists haben auf ihrer jüngsten Platte eine nicht ganz unmaßgebliche Richtungsänderung vorgenommen.

Music From Time And Space Vol. 55

LONELY ROBOT - God Vs Man (5:41)
Album: Please Come Home (2015)
Label/Vertrieb: InsideOut/Universal
www.insideoutmusic.com

LONELY ROBOT ist das neue Projekt von John Mitchell (It Bites, Arena). Auf dem Debütalbum „Please Come Home“ hat der Brite nicht nur das Songwriting, sondern auch die Produktion übernommen und zeigt, dass er trotz überragender instrumentaler Fähigkeiten eher auf die Erzeugung der passenden Atmosphäre achtet.

 

STEVEN WILSON - Frei, das heißt allein

Vor zwei Jahren erklomm Steven Wilson den Prog-Olymp mit seiner Soloarbeit „The Raven That Refused To Sing“. Der umtriebige Engländer heimste szeneübergreifend überschwängliche Kritiken ein. Nun legt er mit „Hand. Cannot. Erase.“ nach. Einem genauso ambitionierten und vielschichtigen Werk wie der Vorgänger. Die Messlatte liegt indes hoch. Ob und wie Steven Wilson sie überwinden will und welche Richtung er einschlägt, erzählt er im großen Interview.

eclipsed: Steven, würdest du folgender Aussage zustimmen: Du wolltest der Progszene und all deinen Kritikern mit „The Raven“ zeigen, dass du jederzeit ein Progressive-Rock-Album machen kannst, wenn du das willst, und zwar ein großes?

GOV’T MULE - Pink Floyd und all die andern

In Amerika eine Institution, sind Gov’t Mule in Deutschland immer noch ein Geheimtipp. Dabei gibt es die Band bereits seit zwanzig Jahren. Doch wer sie kennt, weiß, dass sie zwei Identitäten besitzt. Diesem Umstand trägt sie jetzt mit einer speziellen CD-Serie Rechnung. Bei dieser stellt sich die Frage: Gov’t Mule und Pink Floyd – geht das zusammen? Durchaus, wie Gov’t Mule auf ihrer jüngsten Veröffentlichung „The Dark Side Of The Mule“ zeigen.

ARCHIVE - Das Wesen des Wesentlichen

Archives neues Album funktioniert wie ein Song, der Phasen von Entspannung aufweist, aber meist aus rhythmischem Sperrfeuer besteht. „Restriction“ packt den Hörer beim ersten Takt am Schlafittchen, um ihn bis zum letzten Ton nicht mehr loszulassen. „Restriction“ ist kein Konzeptalbum, sondern beschreibt eher einen kontinuierlichen Bewusstseinsstrom mit wenigen ruhigen Stellen und vielen Stromschnellen. Die beiden Chefarchivare Darius Keeler und Danny Griffiths staunen selbst.

eclipsed: Jede neue Archive-Veröffentlichung klingt anders als alles, was ihr zuvor gemacht habt. Ihr erfindet euch mit jeder Platte neu. Das Motto von „Restriction“ scheint „Weniger ist mehr“ zu sein.