LONG DISTANCE CALLING - Stimmlos glücklich

Long Distance Calling haben sich längst in der deutschen Postrock- und New-Artrock-Szene etabliert. Nach gut zehn Jahren im Geschäft und zuletzt zwei Alben mit Gesang kehrt das Münsteraner Instrumentalrockquartett jetzt zu seinen Ursprüngen zurück und erschafft mit dem neuen Werk „Boundless“ eines seiner stärksten Statements.

Bassist Jan Hoffmann sieht manches kritisch im bisherigen Schaffen seiner Band Long Distance Calling. Mit der aktuellen Situation, die sich die Gruppe über Jahre erarbeitet hat, aber ist er zufrieden. Was nicht nur, aber auch am neuen Album liegt, wie er im Gespräch mit eclipsed betont.

eclipsed: „Out There“, der Opener des neuen Albums, geht sofort in die Vollen.

MICHAEL SCHENKER - Der letzte Rest vom Schenker Fest

Die Michael Schenker Group nennt sich inzwischen Michael Schenker Fest. Das neue Album „Resurrection“ bringt ein Wiederhören mit den Leadsängern, mit denen die Band in den Achtziger- und Neunzigerjahren punktete. Mit Gary Barden, Graham Bonnet und Robin McAuley sowie Doogie White von Temple Of Rock hat der deutsche Stargitarrist gleich ein ganzes Sangesquartett im Studio um sich geschart. Dass die vielen Köche den Brei nicht verdorben haben, ist das Verdienst von Produzent Michael Voss. Mit ihm und Schenker sprachen wir über die Entwicklungen beim MSF.

RITCHIE BLACKMORE - Back in black

„Memories in Rock“ lautet das Motto der seit 2016 jährlich stattfindenden Minitourneen der neuformierten Rainbow. Ritchie Blackmore erinnert sich hier an seine Großtaten als Purple- und Rainbow-Gitarrist/Songschreiber. Beim Auftakt auf der Loreley schien er phasenweise noch etwas eingerostet, inzwischen ist die Truppe aber wieder eine gut geölte Maschine, mit der Blackmore zu einer Werkschau seiner Hardrockkarriere einlädt. Auch im Gespräch mit eclipsed hat der als exzentrische Engländer Freude, seine Rockjahre Revue passieren zu lassen.

YES - Der Countdown läuft

Yes sind wie ein prachtvolles Passagierschiff. Die 1968 gegründete Formation, die mithalf, den Progressive Rock vom Stapel laufen zu lassen und durch alle Weltmeere zu führen, hat Anfang Februar passenderweise wieder bei der Prog-Allstar-Kreuzfahrt „Cruise To The Edge“ angeheuert. Doch Kapitän Steve Howe bereitet fürs große Bandjubiläum 2018 noch weitere Festivitäten vor. Und er will als Solokünstler aktiv bleiben.

MARK HOLLIS - Die Greta Garbo des Pop

Mark Hollis ist eines der größten Rätsel der Popgeschichte. Der enigmatische Musiker veröffentlichte vor zwanzig Jahren nach vier Alben als Frontmann und Chefdenker der britischen Artpopband Talk Talk sein Solodebüt und entschwand kurz danach aus dem Blick der Öffentlichkeit. Abgesehen von einigen wenigen, fast unbemerkten Kooperationen, ist er nie wieder auf die Bildfläche zurückgekehrt. Wie entstand der Mythos um Mark Hollis, der sich wie einst die Schauspielerin Greta Garbo gänzlich verweigert, und was hat es mit diesem Legendengespinst überhaupt auf sich? eclipsed entwirrt die Fäden.

Mat Sinner und Bernhard Wünsch laden wieder zu ROCK MEETS CLASSIC und setzen dabei auf Saga, Supertramp, Status Quo und Gotthard im XXL-Format

Zum elften Mal heißt es „Rock meets Classic“. Seit 2010 ist der Bassist Mat Sinner der musikalische Leiter und Boss der Rockband, die sich zusammen mit einem großen Orchester unter der Leitung von Bernhard Wünsch Rockprominenz einlädt, um mit dieser ihre Rockklassiker im großen Stil zu zelebrieren. Auf der Gästeliste in diesem Jahr stehen Francis Rossi von Status Quo, Sagas Michael Sadler, Leo Leoni und Nic Maeder von Gotthard, Eric Bazilian von den Hooters und das Supertramp-Duo John Helliwell und Jesse Siebenberg. eclipsed sprach mit Sinner und Sadler über die Neuauflage.

eclipsed: Man könnte meinen, nach elf Tourneen übernimmt die Routine – im besten Sinne – das Kommando bei „Rock meets Classic“. Ist dem so?

Die US-Band CALEXICO malt die Wüste in ungewohnt dunklen Farben

In der aktuellen Musiklandschaft gibt es kaum umtriebigere Figuren als Joey Burns und John Convertino. Sie starteten als Rhythmusgruppe von Giant Sand und den Friends Of Dean Martinez, stärkten so unterschiedlichen Musikern wie Amparanoia, Barbara Manning, De Pedro, Iron & Wine oder Neko Case den Rücken und definierten als Calexico einen sanften, aber engagierten Wüstenrock. Zwanzig Jahre nach ihrer Gründung legen sie eine neue Gangart ein.

THE TEMPERANCE MOVEMENT verabschieden sich von Rock’n‘Roll-Illusionen und schlagen abgeklärtere Töne an

Es ist zwei Jahre her, da saß Phil Campbell im Berliner Ramones-Museum und schwadronierte über das neue Album seiner Band. Im Dezember 2017 scheint die Szenerie exakt dieselbe zu sein. Abgesehen davon, dass der Ramones-Pilgerort an eine andere Adresse gezogen ist – vom teuren Mitte in den passenderen Partykiez an der Oberbaumbrücke – und dass The Temperance Movement inzwischen ein neues, drittes Album fertiggestellt haben.

Doch noch viel mehr hat sich verändert: Die Band, die 2015 aus dem Stand heraus zu einem heißen Livetipp avanciert und mit ihrem Debüt in die Top Ten im Königreich eingestiegen war, musste im Schnelldurchlauf erwachsen werden und dabei einige Tiefschläge einstecken. Davon spricht Bandkopf Campbell gleich zu Beginn: „Die letzten fünf Jahre waren hart, Anfang 2017 war völlig offen, ob wir am Ende sind.“