GALAHAD will auch nach diversen Line-up-Wechseln die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllen

Das Wort Beständigkeit hat Stuart Nicholson aus seinem Wortschatz gestrichen. Denn mit ständigen Veränderungen lebt seine Band Galahad seit ihrer Gründung im Jahr 1985. Nicht nur ihre Besetzung hat sich – teils zwangsläufig, teils gewollt – immer wieder geändert. Auch ihr Stil war und ist so wandelbar wie bei kaum einer anderen Formation im Prog. Mit ihrem neuen Studioalbum „Seas Of Change“ setzen die Engländer aus Dorset diese Tradition fort.

Die Zeit der gewöhnungsbedürftigen Discosounds und Dance-/Tranceeinflüsse, die noch auf „Battle Scars“ und „Beyond The Realms Of Euphoria“ zu hören waren, ist für Galahad vorbei. „Wir hatten immer vielfältige Einflüsse, mehr als nur Prog, zum Beispiel auch Folk und harte Sachen wie Rammstein“, sagt Nicholson und fügt erklärend hinzu: „Du musst bedenken: Als wir anfingen, waren viele von uns noch Teenager. Da hat sich vieles erst entwickelt.“

YO LA TENGO machen da weiter, wo sie nicht aufgehört haben

Hoboken ist eine unansehnliche Kleinstadt in New Jersey, die am Hudson River gegenüber Manhattan vor sich hindämmert. Viel hat sie der Welt nicht geschenkt. Na ja, doch: So kam Frank Sinatra hier vor einhundertdrei Jahren zur Welt, und zwei stilprägende Bands der jüngeren amerikanischen Rockgeschichte stammen von hier. Die eine, Sonic Youth, ist selbst schon Geschichte, die andere, Yo La Tengo, erfindet sich auf „There’s A Riot Going On“ gerade neu.

Trackpremiere: PLENTY "It Could Be Home"

Trackpremiere: PLENTY "It Could Be Home"

"It Could Be Home" ist tatsächlich ein Album Debüt, das über dreißig Jahre bis zur Veröffentlichung gebraucht hat. Aus der Asche der in Liverpool ansässigen Post-Punk-Exzentriker A Better Mousetrap und der Warrington-Art-Rock-Band After The Stranger hervorgegangen, entstand Plenty 1986 und war Tim Bowness Band vor der allseitsbekannten No-man Band. Die Akzente zeitgenössischer Künstler wie The Blue Nile Prefab Sprout sowie David Bowie und Peter Gabriel aufgreifend, wechselte die Musik von Plenty zwischen Electro-Pop-Hymnen, ergreifenden Balladen und Ambient-Experimenten.

EARTHLESS - Auf sie mit Gebrüll

Earthless haben auf ihren bisherigen Studioalben vor allem mit langen, instrumentalen Tracks voller ebenso langer Gitarrensoli geglänzt. Diese Mischung aus Retrorock und Psychedelic ist auch auf „Black Heaven“, dem vierten Album des Trios aus San Diego vertreten, aber die insgesamt sechs Tracks sind kürzer geworden und vier von ihnen haben sogar Gesang. Selbstverständlich stehen aber weiter all die Gitarrensoli im Fokus. eclipsed sprach dem Gitarristen Isaiah Mitchell.

eclipsed: Die Tracks auf dem neuen Album sind deutlich kürzer als noch auf den ersten drei Alben. Warum diese Entwicklung?

Isaiah Mitchell: Dieses Mal hatten wir so viele Songs geschrieben und viele waren es einfach wert, auf das Album zu kommen. Sie schrien förmlich danach und formten so das Album. Das Album wollte es einfach so und wir haben darauf gehört. 

eclipsed: Hast du keine Lust mehr auf 15-minütige Gitarrensoli?

THE INFINITE TRIP - Soundtrack des Lebens

Jules und Pete – zwei Briten verbergen sich hinter The Infinite Trip. Bereits in den 60er Jahren lernten die beiden Schulfreunde den Psychedelic kennen und lieben. Doch sollte es bis 2014 dauern, also ein knappes halbes Jahrhundert, bis das Duo als The Infinite Trip mit „We Are Like Dream Children“ sein erstes Psychedelic-Album veröffentlichte. Danach war aber kein Halten mehr. Acht Alben sind es bis Ende 2017 insgesamt gewesen, allesamt voll mit den psychedelischen Sounds der später 60er und frühen 70er Jahre. Beim deutschen Clostridium-Label ist mit „Trips Volume 1“ nun eine Werkschau aus den Alben 6 („All About The Mothership“, Dez. 2016) und 8 („Brain Blossom“, Nov. 2017) erschienen. Im E-Mail-Interview geben Jules (Vocals, Drums, Bass, Rhythmusgitarre, Songwriting, Arrangements) und Pete (Gitarre, Keyboards, Samples, Programming, Produktion, Artwork) die Antworten gemeinsam.

SOUNDS OF NEW SOMA - Wenn Eidechsen weinen

Das deutsche Psychedelic/Neokrautrock-Duo Sounds Of New Soma legt mit „Live At The Green Festival” sein viertes Album vor. Nach dem abgefeierten, in Schönheit und Schrulligkeit schwelgenden „La Grande Bellezza“ geht das neue Werk in eine neue gradlinige Richtung. eclipsed sprach mit den beiden Protagonisten Dirk Raupach (auch Besitzer des Independent-Labels Tonzonen Records) und Alex Djelassi.

eclipsed: Der Titel des neuen Albums ist doch ein Fake. Das Album ist weder live mitgeschnitten, noch gibt es ein Green Mushroom Festival. Netter Gag, oder?

Alex Djelassi: Die Aufnahmen der Basis-Tracks sind tatsächlich einer Livesituation entsprungen. Es geht uns diesmal darum, beim Hörer das Gefühl zu erzeugen, wie sich ein „Green Mushroom Festival“ mit unserer Beteiligung anfühlen und anhören würde.

The Art Of Sysyphus Vol. 97

KINO - I Won’t Break So Easily Any More (5:26)
Album: Radio Voltaire (2018)
Label/Vertrieb: InsideOut/Sony
www.facebook.com/KINObandofficial

Davon, dass 13 Jahre seit dem KINO-Debüt „Picture“ ins Land gegangen sind, ist auf „Radio Voltaire“ nichts zu spüren. John Mitchell und Pete Trewavas haben es geschafft, den besonderen Geist ihrer kleinen „Supergroup“ zu konservieren und nun wieder aus der Flasche zu lassen. Und das mit ordentlich Verve.

Trackpremiere: SANGRE DE MUERDAGO "Noite"

„Noite“, das vierte Album dieser galicischen Neofolk-Band SANGRE DE MUERDAGO, erscheint am 20. April über SickManGettingSick Records / Broken Silence. Ursprünglich in der spanischen Punksubkultur beheimatet, hat die Band ihre Zelte in Leipzig aufgeschlagen. Ihr Neofolk gehört zu der Sorte, die archaische Instrumente bedienen, um in ganz altem Gewand letztlich wieder modern zu klingen...