SCORPIONS - Ballade pour Adrénaline

Ihr Hardrockimage haben die Scorpions mit ihren letzten beiden Studioalben aufpoliert. Jedoch fehlte auch dort eine Komponente nicht, mit der die Hannoveraner immer wieder die Gemeinde spalten und gleichzeitig ihre größten Erfolge feiern: die Ballade. „Born To Touch Your Feelings“ ist ihre neueste Kompilation von Rockballaden, auf der neben Altbekanntem auch zwei neue Songs zu finden sind. Ein Muss, wie Rudolf Schenker betont.

THE MOODY BLUES - Auf der Suche nach dem verlorenen Akkord

Anstatt neue Musik zu komponieren, feiern The Moody Blues mit ihren Fans lieber, was sie vor allem in den späten Sechzigern erschaffen haben. Ihr Song „Nights In White Satin“ feierte vor Kurzem sein fünfzigjähriges Jubiläum, und 2018 kann die Gruppe auf ein halbes Jahrhundert „In Search Of The Lost Chord“ zurückblicken. Als Pioniere des Prog und Artrock schufen die Moody Blues zwischen 1967 und 1972 sinfonische Rockalben, die dem Zeitgeist entsprangen und dennoch auf spannende Weise zeitlos erscheinen. 2018 wird die Band in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

ALICE COOPER - Zehntausendmal gestorben

Alice Cooper wird am vierten Februar siebzig Jahre alt. Seit über fünf Jahrzehnten bietet er oft skurriles, manchmal dramatisches, immer unterhaltsames Rocktheater, an dessen Höhepunkt die Bühnenfigur Alice Cooper ihr Leben verliert. Dabei wird oft vergessen, dass in dieser Zeit ein gutes Dutzend Alben entstanden ist, mit dem Cooper Rockgeschichte geschrieben hat. Ebenso wird gerne übersehen, dass der US-Amerikaner neben seinem frühen Mentor Frank Zappa, derjenige war, der Sarkasmus, Ironie und Humor als Ausdrucksmittel der Rockmusik etablierte.

JOE SATRIANI - Aliens unerwünscht

Joe Satriani ist ein Meister in puncto Melodieführung, Ton und Sound. E-Gitarren-Asse wie Steve Vai oder Andy Timmons sind bei ihm in die Lehre gegangen. Er ist mit Deep Purple aufgetreten und hat sich bei Chickenfoot auch im Bandkontext bewährt. Jetzt legt der 61-Jährige US-Amerikaner mit „What Happens Next“ sein sechzehntes Studioalbum vor, bei dem er sich ein Sci-Fi-Verbot auferlegt hat, und bringt im März zusammen mit John Petrucci und Uli Jon Roth auch seine G3-Gitarren-Extravaganz wieder auf deutsche Bühnen.

BOB SEGER - Die ewige Stimme

Bob Seger ist wieder da. Mit Wucht. Die Stimme des 72-Jährigen aus Detroit brodelt auf der aktuellen Veröffentlichung „I Knew You When“, hier wütet weiterhin eine Urgewalt. Nachdem der hemdsärmelige Mann mit dem großen Charisma bereits 2004 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen worden war, wurde er 2015 mit dem „Billboard Legend Of Live Award“ bedacht. Zu Recht.

WHITESNAKE - Vierzig Jahre durchgeschlängelt

Aus der Asche von Deep Purple entstiegen Mitte bis Ende der Siebzigerjahre einige der spannendsten Bands der Rockgeschichte: nach Rainbow (1975) die Ian Gillan Band (1975), die 1978 zur NWOBHM-Truppe Gillan mutierte, Paice Ashton Lord, kurz PAL, (1976) und schließlich Whitesnake (1978). David Coverdales Truppe sollte die Erfolgsleiter bisweilen höher erklimmen als das Mutterschiff. Die Band des Schlangenbeschwörers hat sich seit ihrer Gründung vor vierzig Jahren etliche Male gehäutet, ist bis heute aber ein gefährliches Rockreptil geblieben.

Aufbaukurs „Erwachsenwerden“ - Drei Jahre nach dem Album „Songs Of Innocence“ veröffentlichten U2 die Fortsetzung

Kein U2-Album ist bislang von der Presse derart hämisch seziert worden wie „Songs Of Experience“. Manch ein Kritiker urteilte zwar mit größerem Augenmaß, doch als ein Meisterwerk wird die vierzehnte Studioarbeit der irischen Superstars sicher nicht in die Geschichte eingehen. U2 gehen mit ihrem zeitgenössischen Stadiosound auf Nummer sicher, versuchen sich aber gleichzeitig jüngeren Hörern anzubiedern. Das gibt Bono auch unumwunden zu. So erklärte er unlängst, dass man in Zeiten von Spotify mehr an der Qualität des einzelnen Songs arbeiten müsse, damit er ins Radio komme. Die Zeiten klar definierter Singles seien schließlich vorbei.

Musikalischer Outlaw - ERIK COHEN kombiniert Hardrock mit deutschen Texten

Erik Cohen ist eine Kunstfigur, dies betont der Sänger, der auf den bürgerlichen Namen Daniel Geiger hört, immer wieder. „Er ist definitiv ein musikalischer Outlaw, der auch mal mit dem Kopf durch die Wand geht. Wie ‚Theo gegen den Rest der Welt‘“, erklärt er in Anspielung auf den 80er-Jahre-Film mit Marius Müller-Westernhagen. Mit Kunstfiguren kennt sich Geiger indes aus, seiner Band Smoke Blow steht er seit vielen Jahren als Frontmann Jack Letten vor. Als sich Smoke Blow 2010 dann entschlossen, in den Teil-Ruhestand zu gehen – sie veröffentlichen keine Alben mehr, spielen aber noch hier und da Konzerte –, schlug die Geburtsstunde von Erik Cohen...