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eclipsed Nr. 180 / 5-2016

31. Dezember 2016

KING CRIMSON - Immer wieder auf Anfang

1969 legten King Crimson ihr bahnbrechendes Debüt vor, das die Koordinaten der Rockmusik neu definierte. Danach brach die Band auseinander. Doch Robert Fripp wollte sein Projekt nicht sterben lassen. Es folgten sechs weitere faszinierende Einspielungen. Jede war Ergebnis eines unglaublichen Kraftakts, da Fripp immer wieder neue Musiker zur Verwirklichung seiner Vision suchen musste. 1974 kam es schließlich zum ersten Split. Aus Anlass von Fripps siebzigstem Geburtstag und der Crimson-Comebacktour besehen wir uns die Frühphase der Gruppe. Garnieren tun wir dies mit einem ungewöhnlichen Interview, das Fripp 1974 wenige Tage nach dem offiziellen Ende gab.

KEITH EMERSON - Die letzte Fanfare

Es war nur ein kurzer Moment im Jahr 1992, als Keith Emerson bei einem Konzert von Emerson, Lake & Palmer mit schmerzverzerrtem Gesicht die rechte Hand schüttelte. Was erst wie ein Krampf aussah, entpuppte sich als chronische Nervenerkrankung. Ein Jahr später wurde er am rechten Arm operiert, sein Spiel war seitdem nicht mehr dasselbe. Zuletzt waren die Schmerzen offenbar so schlimm geworden, dass dies vermutlich mit dazu führte, dass sich Emerson am 10. März eine Kugel in den Kopf schoss. Damit endeten jäh Leben und Laufbahn eines des innovativsten Musikers der Rockgeschichte.

PJ HARVEY „The Hope Six Demolition Project“

20. April 2016

Polly Jean Harvey serviert auch auf ihrem neunten Studioalbum keine leichte Kost. Wie schon mit dem Vorgänger „Let England Shake“ erweist sie sich als äußerst scharfsinnige Beobachterin – in diesem Fall von Missständen in den USA und in den von deren Außenpolitik betroffenen Regionen wie etwa das Kosovo und Afghanistan. Dabei erhebt sie nie den Zeigefinger. Sie setzt eigene Erkenntnisse künstlerisch um und überlässt die Interpretation dem Hörer.

Die ungeschminkte Wahrheit - Mit „The Hope Six Demolition Project“ hält PJ HARVEY Amerika den Spiegel vor

20. April 2016

In den 60er-, 70er- und 80er-Jahren war es Usus, dass Musiker Stellung zum Zeitgeschehen beziehen und dabei klare Worte wählen – Pete Seeger, Woody Guthrie, Bob Dylan, Joan Baez und CSN stehen für diese Tradition, aber auch Punkrocker wie The Clash und Stiff Little Fingers bzw. Reggaekünstler wie Bob Marley. Doch wer singt heute noch über globale Missstände? Wer traut sich, den Finger in die Wunden zu legen und dafür auch Kritik einzustecken? Im Grunde niemand – außer einer Dame von der englischen Südküste, die nur zu gern auf Konfrontationskurs geht: Polly Jean Harvey, 46 Jahre alt und eine starke, eine kämpferische Frau.

Hinter den zarten Piano- und Gitarrenballaden von BROKEN TWIN steckt eine starke Frau

29. Mai 2014

Die Dänin Majke Voss Romme ist immer wieder überrascht, mit wem sie so alles verglichen wird. Frau am Klavier – da drängt sich doch Tori Amos als Einfluss auf? „Tatsächlich habe ich zum Beispiel von ihr erst durch Musikjournalisten erfahren. Viel kenne ich nicht von ihr, aber ich mag, was sie macht.“ Stellt sich also die Frage, welche Musikerinnen dann wichtig für sie sind. „Ich liebe die Musik von Stina Nordenstam, einer schwedischen Sängerin und Songwriterin, außerdem von Nina Simone und PJ Harvey. Als Kind habe ich auch gerne Whitney Houston, Toni Braxton und die Spice Girls gehört. Aber inwieweit das mein kreatives Schaffen beeinflusst hat, kann ich nicht sagen.“

eclipsed Nr. 129 / 4-2011

11. April 2014

ROBERT PLANT
The showman must go on

62 Jahre, nominiert für die BRIT Awards – Robert Plant macht nicht den Eindruck, als wollte er das Mikro so schnell an den Nagel hängen. Am 22. Januar, am Rande seiner zwei Auftritte im kanadischen Toronto, sprach der legendäre Shouter darüber, wie er zu dem Musiker wurde, der er heute ist, und warum ihm eine Reunion von Led Zeppelin nichts geben würde.

JOE BONAMASSA
Reisender in Sachen Blues

Scheinbar ruhelos rast Joe Bonamassa von einem Karrierehöhepunkt zum nächsten. Das vergangene Jahr war dabei für ihn das bislang erfolgreichste. Mit dem Album „Black Rock“ und dem noch erfolgreicheren Einstand mit der Supergroup Black Country Communion landete er auch in Deutschland in den Charts. Jetzt ist er wieder in eigener Sache unterwegs. Und auch „Dust Bowl“ ist ein Bluesrock-Leckerbissen geworden.

eclipsed Nr. 110 / 4-2009

10. April 2014

JIMI HENDRIX
Have you ever been to Electric Ladyland…?

Konzerte, Presse- und Fototermine, aufreibende Studio-Sessions, wachsende Spannungen zwischen den Musikern, Druck vom Management – trotz all dieser Faktoren stand im Herbst des Jahres 1968 ein neues Album der Jimi Hendrix Experience in den Läden: die legendäre Doppel-LP „Electric Ladyland“, die dritte und letzte Einspielung des Trios. Bis es soweit war, hatten Hendrix, Bassist Noel Redding und Schlagzeuger Mitch Mitchell einen langen, steinigen und berauschten Weg zurückgelegt.

QUEENSRŸCHE
Zurück an die Front

Drei Jahre nach dem heiß diskutierten zweiten Teil von „Operation: Mindcrime“ legen Queensrÿche ein weiteres Konzeptalbum vor, das für jede Menge Gesprächstoff sorgen wird. Immerhin thematisiert „American Soldier“ die US-Kampfeinsätze seit dem Zweiten Weltkrieg – aus der Sicht des einfachen GIs. Die Initialzündung dafür lieferte Geoff Tates Vater, der nach Jahrzehnten des Schweigens erstmals über seine Erlebnisse in Korea und Vietnam berichtete.

eclipsed Nr. 95 / 10-2007

09. April 2014

BRUCE SPRINGSTEEN
Chronist des amerikanischen (Alp-)Traums

1988 stellte die Band Prefab Sprout in ihrem Song „Cars And Girls“ klar, dass es im Leben um mehr geht als um Autos und Mädchen – ein offensichtlicher Seitenhieb auf Bruce Springsteen und seine vermeintlich beschränkte Weltsicht. Ende September erscheint mit „Magic“ das neue Album vom Boss. Ein willkommener Anlass, auf den Werdegang Springsteens zurückzublicken und zu prüfen, wofür sich der Mann aus New Jersey denn nun wirklich interessiert.

THE FLOWER KINGS
Die Workaholics des Prog

Sie sind verlässliche Lieferanten komplexer, ausladender Rockmusik. Quasi im Jahrestakt stoßen die Flower Kings ihre gewichtigen Alben aus. Die schwedischen Retroprogger feiern mit ihrem aktuellen Opus „The Sum Of No Evil“ einmal mehr die Heroen der Siebziger, die Liebe – und vor allem sich selbst.