ATOMIC ROOSTER - Austreibung der Dämonen

9. März 2026

Atomic Rooster

ATOMIC ROOSTER - Austreibung der Dämonen

Damit hatte keiner gerechnet: dass Atomic Rooster, der ewige Geheimtipp unter den Bands mit der Hammondorgel an prominenter Stelle – wie The Nice, Procol Harum oder The Doors –, nach rund vier Dekaden Abstinenz wieder das Licht der Öffentlichkeit suchen würden. Und dazu mit dem bärenstarken Album „Circle The Sun“ und in QuintettBesetzung. Gitarrist Steve Bolton ist beim telefonisch geführten Interview jedenfalls stolz und glücklich über den Umstand, dass die „Roosters“ 2026 wieder im Geschäft sind.

Im Prinzip war das Band-Projekt „Atomic Rooster“ ein großes Chaos. Was vor allem an seinem Mastermind Vincent Crane lag, der die Gruppe im Juni 1969 ins Leben gerufen hatte. Der Musiker aus London war ein äußerst vielschichtiger Charakter – cholerisch und introvertiert, manisch und lebenslustig, depressiv und voller Tatendrang. Ihm war es zu verdanken, dass in den ersten fünf Jahren der Existenz fünf Studio- und eine Live-Platte in den Handel kamen. Ihm war es gleichzeitig aber auch geschuldet, dass es außer ihm keine einzige Konstante in der Formation gab, es war ein stetes Kommen und Gehen.Crane und der Drummer Carl Palmer hatten 1969 die Psych-Rocker The Crazy World Of Arthur Brown verlassen, um mit dem Bassisten und Sänger Nick Graham Atomic Rooster ins Leben zu rufen. 1970 erschien der Erstling „Atomic Roooster“. Noch im Herbst desselben Jahres folgte „Death Walks Behind You“, das Crane mit zwei Novizen aufgenommen hatte. 

1971 stieg der nächste Sänger Peter French in den Ring, er sang auf „In Hearing Of“. Bei „Made In England“ und „Nice ’N’ Greasy“ hat sich dann Chris Farlowe das Mikro geschnappt. Auch unter anderem an Bord: Gitarrist Steve Bolton. „Für mich waren die Roosters zunächst nur eine musikalische Zwischenstation für gerade mal 18 Monate“, reflektiert der freundliche Mann aus Manchester mit Langzeit-Wohnsitz London. „Bei dieser Truppe lief einiges sehr merkwürdig. Vincent etwa wirkte auf mich wie ein verrückter Mönch. Er war wohl das, was man heutzutage als ‚manisch-depressiv‘ bezeichnen würde. Nur kannte dieses Krankheitsbild damals niemand. Deshalb stopften ihn Ärzte mit Tabletten voll, von denen ich nicht weiß, ob sie ihm wirklich halfen...“

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