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MIDLAKE ergründen Existenzielles und bauen Brücken

Es gibt ein Leben nach dem Tod. Als Frontmann Tim Smith einst Midlake verließ, hatte man die Band bereits abgeschrieben. Aber statt sie aufzugeben, trat Gitarrist Eric Pulido an dessen Stelle und führte sie vom psychedelischen Folk zu neuen – rockigeren – Ufern. Jetzt erscheint mit „A Bridge To Far“ ein neues Album der Texaner.

Als wir Pulido erreichen, sitzt er am Tresen der Paschall Bar. Die Kneipe in Denton, Texas, wirkt wie aus der Zeit gefallen. Fast erwartet man, Sheriffs, Cowboys und Cherokees an seiner Seite zu sehen. Aber die Tage des Wilden Westens sind längst vorbei. Trotzdem bemühen sich Pulido und seine Bandkollegen darum, das historische Flair der Bar zu bewahren, die sie vor einigen Jahren gekauft haben. Eine Philosophie, die auch zur Musik des Sextetts passt, zum rustikalen Folk, der sich einer verspielten Authentizität hingibt. „Wir singen nicht von Handys und solchen Dingen“, sagt Pulido.

POOR GENETIC MATERIAL erforschen weiter ihren innersten Kern

Mit „Pastoral“ ist Poor Genetic Material eines ihrer bisher besten Alben gelungen, voller Emotionen, Wärme und von großer kompositorischer Reife. Spielt dabei das 2023 von ihnen entdeckte Kleingruppenformat eine Rolle? Philipp Jaehne (keys), Stefan Glomb (g, b), Pia Darmstädter (fl) und Philip Griffiths (voc) gaben nicht nur dazu erhellende Antworten.

eclipsed: Ihr seid wahlweise in Groß- oder Kleinbesetzung unterwegs: als achtköpfiges Ensemble oder im Trio bzw. Quartett. Diesmal war es wieder das Kammerformat.

Bei PILEDRIVER klingt vieles wie gewohnt, doch manches ist neu

Mit ihrem fünften Studioalbum emanzipieren sich die in den 1990ern in Essen als Status-Quo-Tributeband gegründeten Piledriver endgültig vom Sound ihrer Idole. Wir sprachen mit Mastermind Michael Sommerhoff über „First Nations Rock“.

eclipsed: Michael, als Sänger, Gitarrist und Hauptsongschreiber bist du prädestiniert, den Leuten zu erklären, was sie auf eurem neuen Werk erwartet.

Michael Sommerhoff: Es ist ein klassisches Hardrockalbum. Der Titel ist als Synonym für Ursprünglichkeit, Unvergänglichkeit, Bodenständigkeit und Authentizität gedacht. Als er feststand, habe ich unserem Artworkdesigner gesagt, wir bräuchten dafür ein Motiv, das diese Aspekte symbolisiert. Mit den in Stein gemeißelten Gitarren nebst Verstärkern auf einer Bergkuppe hat er vollumfänglich abgeliefert.

eclipsed: Wo siehst du die Hauptunterschiede zum Vorgänger „Rockwall“ von vor immerhin schon sieben Jahren?

Beim neuen FLAMING ROW - Album schlägt ein Fan- und ein Mutterherz höher

Mit „Keeper Of The Scriptures“ haben Flaming Row eine Fantasygeschichte in Musik umgesetzt. Insgesamt gab es 31 Gastmusiker, darunter einige, über die sich Melanie Mau und Martin Schnella ganz besonders freuten.

eclipsed: Wann begann die Arbeit an dem Album?

Martin Schnella: Die Ideen sammeln sich über eine lange Zeit an. Der Plan war, dass wir mal wieder ein Album mit einer härteren Gangart kreieren. Ich habe angefangen, erste Ideen aufzuschreiben. Melli sagte dann: „Wie wäre es, wenn wir unseren guten Freund Christian Dolle bitten, das textliche Grundkonzept zu schreiben?“ Das war noch in der Coronazeit.

Melanie Mau: Man darf sich das aber nicht so vorstellen, dass wir ständig daran gearbeitet haben. Man braucht ja zunächst mal eine Geschichte. Die Idee haben Chris und ich zusammen entwickelt, dann hat er erst mal geschrieben. Bis das erste Grundkonzept gestanden hat, hat es fast zwei Jahre gedauert.

Nach der Trennung von echoes kommen PULSE auf „Acoustic“-Tour

Echoes waren die erfolgreichste deutsche Pink-Floyd-Tributeband. Anfang 2024 trennten sich nach fast 22 Jahren die Wege der Musiker: Sänger/Gitarrist Oliver Hartmann und Bassist Martin Hofmann sowie Keyboarder Markus Nanz, Saxofonist Michael Unger und zwei Backgroundsängerinnen machen seitdem unter dem Namen PULSE ihr eigenes Floyd-Ding. Derzeit touren sie, für Januar 2026 ist die „Acoustic Side Of Moon“-Tour angekündigt. Wir befragten Oliver Hartmann und Martin Hofmann zu Vorgeschichte und Zukunft.

eclipsed: Wie kam es zum Split bei echoes?

Der Colorado-Fünfer SQUEAKY FEET lässt einen neuen Prog-Zweig sprießen

Der Titel ihres letztjährigen Debütalbums, „Cause For Alarm“, war nicht gerade originell, denn den hatte es schon öfter gegeben. Dafür ließ der Bandname aufhorchen: Squeaky Feet (Quietschfüße). Die Band aus Colorado hatte sich dafür von einer Textzeile aus Genesis’ „The Colony Of Slippermen“ („The Lamb Lies Down On Broadway“) inspirieren lassen. Was sie auf ihrem Erstlinkswerk bot, war aber alles andere als ein Wieder-aufleben-Lassen oder gar Wiederkäuen von Mittsiebziger-Prog-Tugenden. Stattdessen ließ das Quintett mit seinem ersten Output gleich mal einen ganz neuen Zweig am Prog-Stammbaum sprießen: Colin Shore (Gesang, Gitarre), Greg King (Gitarre), Jimmy Finnegan (Bass, Gesang), Brian Keller (Keyboards, Saxophon, Flöte, Gesang) und Kevin D’Angelo (Schlagzeug) servierten mit „Cause For Alarm“ eine raffiniert gewürzte Suppe aus Prog, (Jazz-)Fusion und Jamband-Attitüde, wie man sie so noch nie gehört hatte. Phish, Pink Floyd, Pastorius auf einer Bühne? Genesis und Grateful Dead?

DAVE SCHMIDT „Aufpassen, dass du nicht ausbrennst!“

Er ist ein Tausendsassa in Sachen Psychedelic- und Space Rock, aktiv seit fast vier Jahrzehnten, mit unzähligen Bands und Projekten. Nun muss der 1968 in Berlin geborene Dave Schmidt aus gesundheitlichen Gründen kürzertreten.

Im Sommer 2025 gab Dave Schmidt auf der offiziellen Sulatron-Records-Website bekannt, dass er sein Label und den gleichnamigen Onlineshop Ende des Jahres aus gesundheitlichen Gründen einstellen werde. Damit verliert die hiesige und die internationale Psychedelic- und Space-Rock-Szene eine ihrer tragenden Säulen. Seit gefühlten Ewigkeiten fügt Schmidt mit all seinen Bands – von Liquid Visions über Electric Moon, Interkosmos, Minerall, Zone Six bis zu Sula Bassana – dem Genre immer wieder neue Facetten hinzu. eclipsed sprach mit ihm über den aktuellen Status, die Pläne für die Zukunft und seinen bisherigen musikalischen Werdegang.

eclipsed: Zuerst das Wichtigste: Wie geht es dir?