PORCUPINE TREE - Das längste Comeback der Welt?


November 2021: Porcupine Tree geben überraschend bekannt, dass Ende Juni 2022 ihr neues Studioalbum „Closure/Continuation“ erscheinen wird – mehr als zehn Jahre nach der Veröffentlichung des Vorgängers „The Incident“ (2009) sowie nach unzähligen Solo- und anderweitigen Projekten von Steven Wilson, Richard Barbieri, Gavin Harrison und Colin Edwin und wiederholten Dementis bezüglich einer möglichen Reunion. Von Ende der 90er-Jahre an gehörten Porcupine Tree über ein Jahrzehnt lang zu den stilprägenden Bands des New Artrock, und ihr Einfluss ist in diesem Genre bis heute spürbar. Knapp zehn Jahre lang arbeitete die Band heimlich an dem neuen Album, von dem selbst Bassist Colin Edwin nichts wusste, der nun nicht mehr zur Band gehört.

BIRTH CONTROL - Die Rückkehr des Gammastrahls

Mit ihrem neuen Studioalbum „Open Up“ stehen Birth Control in bester Tradition: Rund 50 Jahre nach dem Erscheinen ihres Kultalbums „Hoodoo Man“ hat die Krautrocklegende, deren Einflüsse von Hardrock bis Prog reichen, ein Werk eingespielt, das alle Wünsche und Ansprüche von Fans wie Kritikern erfüllen dürfte. Wir sprachen mit Gitarrist Martin „Ludi“ Ettrich und Sänger Peter Föller über den langen Weg zu seiner Fertigstellung und die Rückkehr der Band ins Rampenlicht.

eclipsed: Euer neues Album steht am Start, viele Livetermine sollen folgen. Wie aufwendig war die Arbeit im Studio in dieser schwierigen Zeit? 

PAUL McCARTNEY - Ein nimmermüder Pop-Innovator

In seinem Klassiker „When I’m Sixty-Four“ machte sich Paul McCartney 1967 bereits im zarten Alter von 25 Jahren Gedanken über das Älterwerden. Am 18. Juni feiert Macca seinen 80. Geburtstag. Das von ihm besungene Lebensjahr, das ihm damals so weit weg und steinalt erschien, liegt bereits seit 16 Jahren hinter ihm, und dennoch wirkt er noch immer wie ein stets neugieriger Jungspund, den es, auch wenn er sich seines Status als lebende Rocklegende bewusst ist, nach wie vor zu neuen Ufern drängt. eclipsed gratuliert dem ehemaligen Beatle mit einer Würdigung seiner großen Karriere, die auch die experimentelle Seite seines musikalischen Schaffens ins Blickfeld nimmt.

ROBERT FRIPP - Auf ungeplanten Wegen zum vorbestimmten Ziel

Interviews mit Robert Fripp sind eine sehr seltene Angelegenheit. Somit war es eine große Ehre für eclipsed, vom King-Crimson-Mastermind eine exklusive Videoaudienz in seinem Arbeitszimmer gewährt zu bekommen. Anlass war sein Ende Mai veröffentlichtes 32-Disc-Boxset „Exposures“ über jene Zeit, die er das „Interregnum“ nennt: die Jahre zwischen 1974 und 1981, als Fripp nach der einstweiligen Auflösung von King Crimson als Solokünstler, durch verschiedene Kooperationen sowie mit dem Projekt The League Of Gentlemen von sich reden machte. Daneben erscheint Ende des Jahres ein anlässlich des 50-jährigen Jubiläums von King Crimson entstandener Dokumentarfilm, der bereits im März auf dem SXSW Film Festival in Austin zu sehen war. Somit gab es genügend Gründe, mit Fripp über seine oft unterbewerteten, aber sehr ereignisreichen Solojahre zu sprechen.

GRAHAM NASH - Der Kämpfer

Er ist ein vitales Stück Musikgeschichte: Trotz seiner 80 Jahre strotzt der gebürtige Brite vor Idealismus und Tatendrang, engagiert sich sozialpolitisch und macht weiter bemerkenswerte Musik – wie in seiner gesamten 60-jährigen Karriere. Ob mit den Hollies (1962–1968), Crosby, Stills, Nash & (manchmal) Young (1969–2014) oder als Solist: Der weißhaarige Dauerbrenner hat über 70 Millionen Tonträger verkauft und mit vielen berühmten Kollegen gearbeitet. In seiner Wahlheimat New York gewährt er eclipsed ein rares Interview.

eclipsed: Graham, warum ein Album mit Live-Versionen von „Songs For Beginners“ (1971) und „Wild Tales“ (1973)?

BILL BRUFORD - Zwischen Jazz und Rock, Rationalität und Leidenschaft

Wollte man einen Kronzeugen für die Geschichte des britischen Progrock von den späten 1960ern bis in die 2000er-Jahre benennen, wäre dafür wohl niemand besser geeignet als Bill Bruford. Die Liste der Bands, in denen er mitwirkte, liest sich wie ein Who’s who der kreativen Speerspitze des Genres. Mit der 6-CD-Kollektion „Making A Song And Dance“ (BMG/Warner) blickt der Ausnahmemusiker nun auf seine gesamte Laufbahn zurück.

Bill Brufords Wirken bei Yes, King Crimson, U. K., Genesis, Gong und nicht zuletzt in seinen eigenen Bands Bruford und Earthworks summiert sich zu einer erstaunlichen Lebensleistung. Von Anfang an verstand sich der mittlerweile 73-Jährige, der mit nicht ganz 60 Jahren seine Karriere als aktiver Musiker beendete, dabei als Gestalter, was in der retrospektiven Zusammenstellung gut zu erkennen ist – denn ebendies ist das Element, das alle Tracks miteinander verbindet. 

DEF LEPPARD - Rick Savage plaudert über einst und jetzt, Drittliga-Fußball und das neue Album

Mächtig aufgebrezelt und mit viel Mut zur Rock-Pose stolzierte Rick „Sav“ Savage im Juli 2019 über die Bühne der Berliner Zitadelle, als ich den heute 61-Jährigen zuletzt live erlebte. Im Mai 2022 im Zoom-Format wirkt der aus seinem Wohnzimmer in Sheffield zugeschaltete Musiker wesentlich natürlicher. Er pariert meine anfängliche Spitze sogleich mit einem Gegentreffer: „Ja, Michael, wenn du noch Haare hättest, könntest du diese auch toupieren …“ Anlass des Gesprächs ist das neue Def-Leppard-Werk „Diamond Star Halos“.

WUCAN - Dämonen im Kopf

Seit die Neokrautrocker aus Dresden ihr zweites Studioalbum „Reap The Storm“ veröffentlichten, sind bereits fünf Jahre vergangen. Auf ihrem Drittling „Heretic Tongues“ präsentieren sich Wucan nun runderneuert: Härter und groovender denn je verlassen sie die Retropfade und schicken sich an, falsche Glaubenssätze aus den Köpfen ihrer Hörer zu vertreiben. Francis Tobolsky, Flötistin, Sängerin und kreativer Kopf der Band, erläuterte im Interview die dahinterstehenden Ideen.

eclipsed: Warum hat es nach dem letzten Album „Reap The Storm“ von 2017 mit „Heretic Tongues“ so lange gedauert?

Francis Tobolsky: Geplant war es schon für 2020. Wir wollten unser strategisch wichtigstes Album aber ganz bestimmt nicht mitten in der Pandemie herausbringen, wenn es niemand gekauft hätte und wir keine Tour hätten spielen können.