1972 - Rock ist Chef und ohne Gitarren geht gar nichts

Man schreibt den 3. Februar 1972, und die wenigsten Besucher des Lanchester Arts Festival im Locarno Ballroom, Coventry, England, wissen, dass der Typ da vorne auf der Bühne in seiner Jugend einmal mit dem Gedanken gespielt hat, Comedian zu werden. Und wüssten sie’s, sie würden erst recht jubeln, nach jeder einzelnen Songzeile. Der Mann am Mikrophon rollt mit den Augen, grinst und tut dabei, als könne er kein Wässerchen trüben: „This here song it ain’t so sad, the cutest little song you ever had.“ Indeed, Sir, das Ganze klingt eher nach Schüttelreim und Kinderlied als nach anspruchsvoller Rockkunst. Aber war Rock’n’Roll nicht immer schon Kinderlied und Schüttelreim? Und gehörten nicht auch versaute Anspielungen von Anfang an, ach was, schon lange vor dem Rock’n’Roll, zum Geschäftsmodell des musikalischen Spontan-Entertainments? Der Sänger weiß das: „Those of you who will not sing, you must be playin’ with your own ding-a-ling!“ 

Di Meola/de Lucia/McLaughlin - Der Tag danach

Al Di Meolas, Paco de Lucias und John McLaughlins 1981 veröffentlichter fingertechnischer Husarenritt „Friday Night In San Francisco“ gehört zu den berühmtesten und bedeutendsten Akustikgitarrenalben der Musikgeschichte. Rund 41 Jahre später erschien nun „Saturday Night In San Francisco“, ein Mitschnitt eines weiteren Konzerts der drei Gitarreros am Folgetag. Im Interview erzählte Al Di Meola, wie es dazu kam und wie es damals war. 

eclipsed: Mit „Saturday Night In San Francisco“ veröffentlicht ihr eine Fortsetzung des grandiosen akustischen Speed Metal, der am 5. Dezember 1980 im Warfield Theatre mitgeschnitten wurde. Stammen diese Aufnahmen wirklich vom Samstag nach jenem Freitag?

ASIA - Made in Japan

Dass eine Band ihr bestes Live-Album mit einem Aushilfs-Frontmann einspielt und nicht mit ihrem Original-Sänger, der obendrein einer der Hauptsongwriter ist, klingt zunächst unwahrscheinlich. Wenn dieser Ersatz jedoch auf den Namen Greg Lake hört und das Ganze vor knapp 40 Jahren passierte, dann wird ein Schuh daraus: Carl Palmer erinnert sich an das damalige Ereignis, das nun als „Asia In Asia“ opulent und gut restauriert wiederveröffentlicht wird, und gibt Ausblicke auf zukünftige Aktivitäten der Band.

Auf HUMs erstem Album lauscht man abgründig psychedelischen Metamorphosen

Drei Herren aus dem Musikraum Frankfurt: Gitarrist Harri Gottschalk, Bassist Martin Krause und Drummer Stehn Raupach haben sich unter dem Namen Hum verbündet, um der staunenden Welt ihre Version von Psychedelic Rock zu präsentieren, garniert mit Stoner-Riffs und in Garagenrock-Produktion. Staunen tut man nämlich schon beim Bandnamen und beim Cover von „One“. Da posieren sie nämlich in einer Art außerirdischer Ganzkörper-Strampelanzügen. Was hinter diesem kuriosen, fast surrealistischen Psychedelic-Rock-Angriff steckt, erklären uns die drei Musiker am besten selbst ...

eclipsed: Könnt ihr euch mal ganz kurz mit eurem musikalischen Background vorstellen?

Harri Gottschalk: Bei uns dreien mischen sich viele Einflüsse, 70er Rock, Elektro, Punk, Jazz, NDW, Indie, Noise. Irgendwie findet alles seinen Weg in unsere Songs. Aber das sind ja eigentlich keine Songs, sondern eher düstere Klangwelten, die sich ausbreiten.

GREEN ASPHALT sind die größten Hoffnungsträger im Gefolge von Gentle Giant

Dan Bornemarks T-Shirt mit dem „Free Hand“-Covermotiv sagt alles: Der Sänger, Multiinstrumentalist und Hauptkomponist von Green Asphalt ist ein riesiger Gentle-Giant-Fan. Dies hört man deutlich auf dem selbstbetitelten Debütwerk seiner Band, das dennoch höchst eigenständig tönt und ein gefundenes Fressen für all jene Hörer ist, die auf komplexe Prog-Songs voller Spielwitz stehen. 

Im Interview mit eclipsed berichtet der 57-jährige Schwede von seinem Faible für Kindermusik (er hat mehrere Alben für kleine Zuhörer herausgebracht), seine langjährige Freundschaft zu den Musikern von Gentle Giant und natürlich über das „Green Asphalt“-Album, dessen Entstehungsprozess sich 17 Jahre lang hinzog. Aber wie heißt es doch so schön: Ende gut, alles gut! 

JOURNEY - Looking For Freedom!

Im Laufe ihrer nun fast 50 Jahre andauernden musikalischen Reise machte die 1973 in San Francisco gegründete Band Journey nicht nur viele Häutungen durch – auch massive Meinungsverschiedenheiten blieben nicht aus. So sind ihre heutigen Hauptprotagonisten, Gitarrist Neal Schon (einziges verbliebenes Gründungsmitglied) und Keyboarder Jonathan Cain (Architekt des Massenerfolgs der Band in den 80ern), nicht gerade ein Herz und eine Seele. Im Interview findet Cain für das neue Journey-Album „Freedom“ sowohl lobende als auch leicht kritische Worte.

TEDESCHI TRUCKS BAND - Zum Mond und zurück

Die Tedeschi Trucks Band, eine der wenigen Big Bands in der Geschichte des Rock, mochte es immer schon groß. Bei ihrem letzten Projekt, einer Live-Hommage an das legendäre Album „Layla And Other Assorted Love Songs“ von Derek And The Dominos, trug die Gruppe um das Gitarristenehepaar Susan Tedeschi und Derek Trucks bereits sehr dick auf. Mit dem neuen Mammutwerk „I Am The Moon“ – einem Zyklus aus nicht weniger als vier separat erscheinenden Alben – geht die Großformation nun noch einen deutlichen Schritt weiter.

Ein fast neunhundert Jahre altes Gedicht

ARTHUR BROWN hat auch mit 80 Jahren die Nase weit vorn

Der legendäre „God of Hellfire“ hat sich und seiner weltweiten Fangemeinde mit „Long Long Road“ eine perfekte musikalische Überraschung zu seinem 80. Geburtstag spendiert. Grund genug, mit der nimmermüden Rocklegende ein Zoom-Meeting zu vereinbaren.

eclipsed: Mr. Brown, Sie sind seit fast 60 Jahren im Musikgeschäft. Wie und wo haben Sie angefangen?