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ALEX HENRY FOSTER - Die Kunst des Loslassens

Der Kanadier Alex Henry Foster hatte 2023 eine lebensbedrohende Operation am Herzen. Obwohl seine charismatische Bühnen-Persönlichkeit auch in Deutschland Eindruck gemacht hat, ist es deshalb kein Wunder, dass er erst jetzt den legitimen Album-Nachfolger „The Fragile Beauty (Of New Morning Hopes)“ zu seinem Debüt „Windows In The Sky“ (2020) vorlegt. Wir haben den Künstler zum schmerzhaften Entstehungsprozess wie zu seiner Zukunft befragt.

Bei seinen hypnotischen Konzerten der letzten Jahre zusammen mit seiner Band The Long Shadows, so bei der Night Of The Prog und dem Herzberg Festival, zeigte Alex Henry Foster, wie sehr er am Leben war. Sein ekstatischer Mix aus Post-, Progressive und Gothic Rock nahm Dimensionen einer Live-Predigt an. Nach EPs, Live Releases und Ambient-Alben kommt nun Ende Oktober endlich das neue reguläre Studioalbum.

Folklegende RICHARD THOMPSON findet es zu Hause am schönsten

Gibt es so etwas wie ein menschliches Perpetuum mobile? Falls diese besondere Spezies wirklich existieren sollte, gehört der englische Songschreiber Richard Thompson sicherlich dazu. Seit den späten 60ern ein Aktivposten der britischen Folkrock-Szene, scheint der einstige Mitgründer von Fairport Convention ohne Alter zu sein. Seine Stimme klingt noch genauso wie vor einem halben Jahrhundert, am Outfit des Eigenbrötlers hat sich wenig geändert, und die Gesamtheit seiner unzählbaren Veröffentlichungen wirkt wie ein einziges langes Lebens-Album. „Hippies, Thugs And Heroes“ stellt nun einen neuen Höhepunkt des angeblich 77-Jährigen dar, der wie ein Best-of seiner reichen Erinnerungen klingt.

Die FLOWER KINGS dehnen ihre künstlerischen Grenzen weiter aus

Zu Beginn wird erst einmal gratuliert: Zwei Wochen vor dem Interview durfte Roine Stolt seinen 70. Geburtstag feiern. „Etwas Kaffee und Kuchen ist immer nett, aber es gab diesmal kein großes Fest“, nimmt der aus seiner Heimatstadt Uppsala zugeschaltete Musiker die Glückwünsche dankend entgegen. Überhaupt arbeite er momentan sehr viel, sei bereits mit dem nächsten Album beschäftigt. Dabei ist das jüngste Flower-Kings-Werk „Hope“, Nachfolger von „Love“ (2025), gerade erst erschienen. Wird das kommende dann „Faith“ heißen? „Eine gute Vermutung“, lacht Stolt. „Und ja, ‚Hope‘ ist schon eine Art Fortsetzung. Das war aber nicht unbedingt beabsichtigt. Wir haben einfach momentan ein Line-up, das gut funktioniert und harmoniert, musikalisch wie persönlich.“

PALLAS knüpfen an ihre musikalische Vergangenheit an

Die Anfänge von Pallas reichen bis in die 70er zurück. Ihr Debütalbum „The Sentinel“ (1984) ist ein Klassiker des Neoprog. Nach der Rückkehr von Sänger Alan Reed und der Produktion von „The Messenger“ (2023) veröffentlichen sie nun im selben Line-up ihr neues Werk „A Song For Tomorrow“. Wir unterhielten uns mit Reed sowie Keyboarder Ronnie Brown und Gitarrist Niall Mathewson.

eclipsed: Für eure Verhältnisse war die Zeitspanne zwischen „The Messenger“ und dem neuen Album ziemlich kurz!

Ronnie Brown: Zwischen den beiden Alben liegen etwa drei Jahre. Aber die Arbeit an „A Song For Tomorrow“ hat nur ein Jahr gedauert gegenüber fünf, die wir für „The Messenger“ gebraucht haben. Der eigentliche Aufwand war der gleiche; wir hatten uns das Ziel gesetzt, schneller zu arbeiten. Wir hatten der Plattenfirma versprochen, Ende Juni fertig zu sein, und haben es eine Woche früher geschafft.

JOANNE SHAW TAYLOR beschreibt die vielen Facetten der Liebe

Ihr werde nachgesagt, immer nur dann etwas Neues herauszubringen, wenn jemand mit ihr Schluss gemacht habe, erzählt die gebürtige Britin, die seit vielen Jahren in den USA lebt. Dem setzt sie ihre neue Platte entgegen: Auf „The Trouble With Love“ widmet sich Joanne Shaw Taylor ausschließlich dem am meisten besungenen, stets aktuellen Gefühl – und kehrt nach den teils poppigeren Tönen des Vorgängerwerks zu ihrer alten Liebe Bluesrock zurück.

eclipsed: Wann hast du mit den Arbeiten an „The Trouble With Love“ begonnen?

Auf „The Dark“ zelebriert CHELSEA WOLFE den Reiz des Düsteren

Ein neues Chelsea-Wolfe-Album wirft auch immer die Frage auf, welche stilistische Volte die Amerikanerin nun wohl vollziehen würde, hatte sie zuletzt doch sowohl ein reduziertes Folk-Album als auch ein Elektro-Noise-Werk veröffentlicht und auf dem Vorgänger eher sphärischen Klängen gefrönt. „The Dark“ verspricht bereits im Titel, die Quintessenz ihres Werks zusammenzufassen, doch das Album selbst ist – zumindest musikalisch – erstaunlich hell geworden. Chelsea Wolfe fühlte sich beim Konzipieren ihres achten Albums von der an einer Theorie des amerikanischen Mythenforschers Joseph Campbell angelehnten Vorstellung inspiriert, zur dunkelsten Stelle des Waldes zu gehen und dort zu dem zu werden, was man fürchtet. Diesen Gedanken führt sie im gespenstischen Titelsong aus, und man kann ihn gleichzeitig als Gesamtthema des Albums ansehen.

Auf „The Watcher“ hat ERIC GILLETTE das große Ganze im Blick

Er ist einer, der wirklich alle Instrumente spielt und auch noch singen kann: Eric Gillette. Was seinen Output 2026 angeht, steht er selbst seinem Freund Neal Morse in nichts nach. Kurz bevor er zur Europatour mit TEMIC aufbricht, erreicht ihn eclipsed in seinem Heimstudio in Tulsa/Oklahoma. Ein Gespräch über sein neues Soloalbum, seine Arbeitsweise, Zeitmanagement und Neal Morse.

eclipsed: Du bist im Moment wahnsinnig beschäftigt. Erst kam dieses Jahr das NMB-Album heraus, dann das von TEMIC, dazu kommen die anstehende Tour und nun noch dein neues Soloalbum „The Watcher“. Wie kriegst du das alles unter einen Hut?

Eric Gillette: Das ist ein ewiger Kampf. Gleichzeitig bin ich sehr dankbar, dass mir nie die Ideen ausgehen. Aber das zeitlich alles hinzukriegen, ist in der Tat das größte Problem, das ich habe. Nebenbei habe ich dann ja auch noch drei Kinder zu Hause.