Aktuelles Heft

27. September 2021

Faust , Krautrock

FAUST - Ein Mythos, der vor 50 Jahren begann

Wenn von Krautrock die Rede ist, muss auch der Name Faust fallen. Von 1971  an schuf diese Band eine Reihe außergewöhnlicher Alben, die zwar kommerziell weitgehend erfolglos blieben, aber künstlerisch umso wertvoller sind. Seit den 90er-Jahren wieder aktiv und innovativ wie eh und je, legen Faust nun die opulente Box „Faust 1971–1974“ vor, die neben den ersten vier Alben bemerkenswertes Archivmaterial enthält – darunter das 1974 aufgenommene, bislang unveröffentlicht gebliebene fünfte Werk der Gruppe.

„Es gibt keine mythischere Band als Faust“, schreibt Julian Cope in seinem Buch „Krautrocksampler“ (1995) über die deutsche Band, deren Werke einen unverzichtbaren Teil der Kronjuwelen des Krautrock darstellen – auch wenn sie sich nie wirklich mit diesem Begriff anfreunden konnte. Werner „Zappi“ Diermaier antwortete jüngst auf die Frage, ob Faust Dada oder gaga seien: „Keines von beidem. Ich möchte unsere Musik nicht irgendwie benennen. Auch nicht Krautrock.“

27. September 2021

Tuesday The Sky , Jim Matheos , Fates Warning

TUESDAY THE SKY - „Ich habe dieses Projekt nicht gestartet, um damit eine Million Alben zu verkaufen“

Für gewöhnlich ist Jim Matheos in härteren Gefilden unterwegs – sei es bei Fates Warning, Arch/Matheos oder OSI. Daneben besitzt der Gitarrist und Komponist aber auch ein Faible für ruhige, größtenteils instrumental gehaltene Klanglandschaften, das er auf seinen Soloalben sowie mit seinem Projekt Tuesday The Sky auslebt. Jüngst erschien dessen zweites Album „The Blurred Horizon“, bereits Ende Juli wurden die ersten beiden OSI-Alben wiederveröffentlicht. Gleich zwei gute Gründe also für ein Gespräch mit dem in New Hampshire lebenden Musiker.

Jim Matheos meldet sich von zu Hause aus. Die Pandemie, so verrät er, habe auf seinen Arbeitsalltag kaum Einfluss. Er sei kein Mensch, der viel ausgehe oder oft das Haus verlasse, daher folge er weitestgehend seinem gewohnten Rhythmus. Allerdings hätten ihm – wie vielen Musikern – die ausgefallenen Touren viel freie Zeit verschafft, die er in das neue Album von Tuesday The Sky investiert habe.

27. September 2021

Charlie Watts , Rolling Stones

CHARLIE WATTS - Der den Song spielte

Am späten Nachmittag des 24. August wurde bekannt, dass Charlie Watts, seit 1963 Schlagzeuger der Rolling Stones, im Alter von 80 Jahren in einem Londoner Krankenhaus gestorben war. Für einen Moment stand die Musikwelt still, und nicht nur Stones-Fans wussten, dass mit dem stillen Drummer einer der ganz Großen gegangen war. Die ungewöhnlich vielen und warmherzigen Trauerbekundungen von Kollegen und Kolleginnen aus allen Musikgenres bestätigten das. Abschied von einem Gentleman, der zur weltweit verehrten Legende wurde.

27. September 2021

Ray Wilson

RAY WILSON - Schwergewicht Homo sapiens

Der schottische Sänger und Songwriter gilt live als Arbeitstier. Warum er sich dennoch erstaunlich gut mit der Corona-bedingten Zwangspause arrangierte, mehr noch, weshalb sie ihm sogar sehr gelegen kam, und wie das neue Album eher ungeplant entstand, verriet er im eclipsed-Interview ...

eclipsed: Ich habe gelesen, dass du es gar nicht so schlimm fandest, als du ziemlich abrupt nicht mehr touren konntest. Wie das?

27. September 2021

Hoelderlin , Krautrock

HOELDERLIN - Zwischen Krautrock, Prog und deutscher Dichtkunst

Zwischen Krautrock, Prog und deutscher Dichtkunst. Es grenzte an ein kleines Wunder: Nach fast einem Vierteljahrhundert hatten sich die Kraut- und Progrockpioniere von HOELDERLIN im Dezember 2005 wiedervereint und feierten mit einem Konzert beim „Rockpalast“ des WDR in der Bonner Harmonie ihr Bühnencomeback. Nun wurde der Konzertmitschnitt „Live At Rockpalast 2005“ auf CD und DVD veröffentlicht. Wir sprachen mit dem langjährigen Bassisten Hans Bäär (bürgerlich Hans Maahn, Bruder von Wolf Maahn), der 1975 zu Hoelderlin stieß, über das damalige Comeback und die Entwicklung der Band.

27. September 2021

David Coverdale , Whitesnake , Deep Purple

DAVID COVERDALE - Der Cock-Rocker wird 70!

Es ist ein Running Gag in der Redaktion, dass wir mal einen David-Coverdale-Text für die „Weiter im Text“-Rubrik übersetzen sollten. Wahrscheinlich würde das eclipsed dann nur noch unter der Ladentheke  verkauft werden dürfen ... Dave, affin für solcherlei Anzüglichkeiten, bittet beim Interview um eine Minute Pause, als er diese Anekdote hört, da er sich gerade kurz vor einer OP wegen seines Leistenbruchs befindet. „Wenn ich auf meine Hose schaue, dann muss ich sagen: Das sind die dicksten Eier, die ich je hatte, aber leider darf ich nicht lachen, noch nicht mal über mich selbst, denn dann wird es schmerzhaft ...“ Kurz zuvor war Old Cov an beiden Hüften operiert worden. „Wenn das mal kein Schicksal ist! Man könnte aber auch sagen, der Mann hat alles gegeben. (kichert) Oje, jetzt habe ich doch wieder über meinen eigenen Witz schmerzhaft gelacht.“

27. September 2021

Lindsey Buckingham , Fleetwood Mac

LINDSEY BUCKINGHAM - Der Unvollendete

Mit Fleetwood Mac hat Lindsey Buckingham rund 120 Millionen Alben verkauft und die größten Arenen der Welt gefüllt. Wirklich glücklich ist er damit aber nicht geworden – der ewige Zwist mit Stevie Nicks hat an seinen Nerven und seiner Gesundheit gezehrt. Nach seinem Rauswurf 2018 und einem beinahe tödlich verlaufenen Herzinfarkt im Jahr darauf versucht der Gitarrist und Sänger nun mit seinem siebten Soloalbum einen Neuanfang, den er selbst als „the small machine“ und „musikalisches Malen“ bezeichnet. Was er darunter versteht? eclipsed hat dem fast 72-Jährigen auf den Zahn gefühlt.

27. September 2021

Finally George , Georg Hahn

Mit „Icy Skies“ bestätigt FINALLY GEORGE seine Artrockambitionen und -qualitäten

2018 kam er aus dem Nichts. Georg Hahn aka Finally George überraschte die Artrockgemeinde mit seinem Debütalbum „Life Is A Killer“. Der damals 52-jährige Werbemusiker, der sich selbst auch schon mal als „Geräuschemacher“ bezeichnete, tauchte so unvermittelt in der Szene auf, dass sich das eclipsed-Interview zur Veröffentlichung als sein allererstes überhaupt entpuppte. Von da an war er „infiziert“ – ein Wort, das im Laufe der drei seitdem vergangenen Jahre eine neue Bedeutung bekommen hat – von der Idee, nun auch am Ball zu bleiben. Und er ist am Ball geblieben – und zwar mit seinem neuen Album „Icy Skies“. Georg Hahn: „Dass ich ein zweites Album aufnehme, war absolut klar, weil das wirklich total Spaß gemacht hat. Ich habe mich tierisch gefreut über all das Lob zum ersten Album. Ich war wirklich überrascht. Das erzeugte aber auch Druck für das nächste. Bei allem, was ich neu gemacht habe, dachte ich: Kriege ich das wieder so gut hin wie auf dem ersten Album?“