Lost in Music - STEVEN WILSON kommt mit neuer EP und Tour und hat das nächste Album schon im Hinterkopf

20. Januar 2016

Steven Wilson

Pünktlich zum Start des nächsten Abschnitts der „Hand. Cannot. Erase.“-Tour hat Steven Wilson seine Schatulle geöffnet und sechs bislang unveröffentlichte Songs der letzten Aufnahmesessions veröffentlicht. „4½“ lautet der Titel des offiziell als EP bezeichneten Release.

eclipsed: Mit seinen 37 Spielminuten wäre „4½“ vor 40 Jahren ein reguläres Album gewesen. Als was betrachtest du es?

Steven Wilson: Was mir fehlt, um es als richtiges Album zu bezeichnen, ist der konzeptionelle Zusammenhang, den ich meinen Alben gern gebe. Dieses hat das gewiss nicht. Daher ist es für mich kein reguläres Album. Der Titel „4½“ sagt schon alles. Es ist nicht der Nachfolger von „Hand. Cannot. Erase.“. Es ist eine Übergangsveröffentlichung.

eclipsed: Vier der sechs neuen Songs stammen von den „Hand. Cannot. Erase.“-Sessions. Wann sind diese entstanden?

Wilson: Zwei wurden komplett geschrieben, bevor das Album aufgenommen wurde. Das sind „Sunday Rain Sets In“ und „Happiness III“. Die andern beiden, „My Book Of Regrets“ und „Vermillioncore“, waren nur halbfertig. Ich hatte einfach keine Zeit sie rechtzeitig fertigzustellen.

eclipsed: Die neuen Songs sind alles andere als Demos. Du hast sie sogar im 5.1-Surround-Sound abgemischt.

Wilson: Ja, „4½“ ist ein offizielles Release. Die Songs darauf sind mit demselben Qualitätsstandard produziert, den ich auch sonst an meine Alben anlege. Dazu gehört auch der Surroundsound. „4½“ hat auch ein aufwändiges Artwork. Jeder der „Hand. Cannot. Erase.“ oder „The Raven“ mag, wird auch Gefallen an der Qualität und Produktion von „4½“ finden. Es hat aber nicht denselben Stellenwert. Es ist etwas leichtgewichtiger. Ich habe die Stücke zwar nicht wahllos zusammengewürfelt, aber es ist eben doch nur eine Sammlung von Songs.

eclipsed: Im Januar wirst du erneut mit „Hand. Cannot. Erase.“ auf Tour gehen. Anfang 2015 sagtest du, dass du das Album nicht in einem Rutsch spielen, sondern andere Songs dazwischenschalten möchtest. Das beinhalte Überraschungen für das Publikum. Jetzt wirst du das Album doch am Stück spielen. Woher der Sinneswandel?

Wilson: Oh, ich wusste, dass mir das jemand unter die Nase reiben würde. Ich möchte die kommende Tour als eine andere, eine neue Erfahrung gestalten. Gerade auch für Leute, die schon den ersten Teil der „Hand. Cannot. Erase.“-Tour gesehen haben. Das Album soll noch mal deutlicher hervorgehoben werden. Wir haben das schon bei der ersten der beiden Shows in der Royal Albert Hall im September so gemacht. Das hat ziemlich gut funktioniert. Ein Nachteil ist natürlich, dass da kein Überraschungseffekt mehr ist. Das Album baut stark aufeinander auf und wirkt noch stärker, wenn es in einem Rutsch präsentiert wird. Es scheint mir einfach der richtige Weg zu sein.

Steven Wilson - Routine

Lesen Sie mehr im eclipsed Nr. 177 (Feb. 2016).