eclipsed Nr. 104 / 9-2008

YES
Spiel ohne Grenzen

„Kunst kommt von Können!“ – diese Parole tragen viele Retroprog-Acts beinahe trotzig vor sich her. „Genie kommt von Genießen!“ – dies launige Wort Ernst Penzoldts möchte man den oftmals verbissen Musizierenden daraufhin entgegenhalten. Ein Hochgenuss ist das, was Yes, die Stammväter des „Retro-Chic“, seit nunmehr 40 Jahren der Progressive-Rock-Welt kredenzen: In ihren besten Momenten hat die Gruppe eine spielerische Raffinesse und Leichtigkeit an den Tag gelegt, die bis heute unerreicht sind. Wir würdigen die britischen Symphonic-Prog-Fürsten mit einem dreiteiligen Feature.

ALICE COOPER
Schizophrenie als Chance

Er ist das Urbild des Schockrockers, einer Musikerspezies, die zumeist in US-amerikanischen Gefilden beheimatet ist. Und auch mit seinen 59 Jahren fühlt sich Alice Cooper in der Rolle des makabren Freaks pudelwohl. Sein neuester Streich erzählt von einem Serienkiller mit Spinnenphobie.

URIAH HEEP
Alles auf Anfang: „Wake Up (Set Your Sights)“

Nach ihren vergleichsweise mediokren Alben in den 90ern wollen Uriah Heep jetzt wieder verlorenes Terrain zurückerobern. Dabei will die Band den Titel ihres ersten Studioalbums seit zehn Jahren als Weckruf an sich selbst verstanden wissen: „Wake The Sleeper“ ist eines der heftigsten Heep-Werke seit langer Zeit.

SIGUR RÓS
Mit einem Fuß auf dem Boden

Studioalbum Nummer fünf markiert einen Wendepunkt in der Entwicklung der isländischen Artrock-Neuerer Sigur Rós: Die ätherischen Zwischenwelteremiten wagen sich plötzlich in Erdnähe, sie wollen schauen, woran die irdischen Bewohner Freude haben: Von welchen, die auszogen, das Leben zu lernen.

THE BLACK ANGELS
Musik als Religion

Mit „Directions To See A Ghost“ haben The Black Angels ihr zweites Album vorgelegt, das ebenfalls die Tradition des von den Velvet Underground begründeten, beseelten, ruppigen Psychedelic Rock fortsetzt. Dennoch bewegen sich die Texaner im Hier und Jetzt und beweisen, dass in ihnen die Gegensätze brodeln.

SYLVAN
Mordsgetöse zu Lebzeiten

Im Jahre 2008 sind Sylvan ein Gütesiegel für Progressive Rock „Made In Germany“. Ihre jüngst veröffentlichte DVD „Posthumous Silence – The Show“ und das Livealbum „Leaving Backstage“ beweisen das eindrucksvoll. Zehn Jahre nach der ersten Veröffentlichung ist es an der Zeit, die Karriere der Hamburger Formation Revue passieren zu lassen.

JADE WARRIOR
Kosmopolitisches Rock-Pingpong

Jade Warrior haben die Musikgeschichte nachhaltig bereichert, auch wenn sich dies anhand von Verkaufszahlen nicht belegen lässt. Die englische Gruppe kreierte ein Klangamalgam, das sich grob vereinfachend als Weltmusik bestimmen lässt. Erst in den letzten Jahren wird der Band, die in den Siebzigern ein Nischendasein fristete, größere Aufmerksamkeit zuteil.

KLAUS SCHULZE & LISA GERRARD
„Musik ist ein Heiligtum!“

Klaus Schulze und Lisa Gerrard: Dieses Bündnis zweier Seelenverwandter mit unterschiedlichem musikalischem Background ist sicherlich eine der spannendsten Künstlerkonstellationen der letzten Zeit. Deutsche Elektronik trifft auf australischen Mystizismus.

Weiter im Text! Kultige Songs und ihre Bedeutung
THE EAGLES – HOTEL CALIFORNIA

„WELCOME TO THE HOTEL CALIFORNIA!“ – WILLKOMMEN IN DER HÖLLE: IN IHREM BEKANNTESTEN SONG KRITISIEREN DIE EAGLES DEN HEMMUNGSLOSEN HEDONISMUS DER SIEBZIGERJAHRE – DEM SIE LANGE ZEIT SELBST ERLEGEN WAREN.

eclipsed-EINKAUFSZETTEL MAN 
Hippeträume in Multicolor

Erst kürzlich bezeichnete eine britische Zeitschrift Man als „The Smoker’s Choice“. Klar, immerhin war seit Bestehen der Band aus dem walisischen Idyll Swansea keine Marihuanaplantage vor ihr sicher. Man verkörperten Hippie-Ideale: Sie waren immer freundlich, stets aufgeschlossen gegenüber Fans sowie anderen Bands (z. B. Nektar), waren friedlich und lebensfroh...

PATTI SMITH
Überlebenskünstlerin

Patti Smith ist eine Überlebende. Anders als Jim Morrison, ihren Bruder im Geiste, haben sie die Exzesse ihrer Anfangstage nicht ins Grab gebracht. Dennoch folgte der Jeanne d´Arc des Rock der Tod in den letzten beiden Jahrzehnten auf Schritt und Tritt – ganz so, als müsse sie für ihr eigenes Fortleben büßen…

TONY IOMMI & NECROMANDUS
Schwergewichte im Produzentensessel (Teil 2)

Neben Ian Gillan, der Anfang der Siebziger Jerusalem produzierte, fand auch Black Sabbaths Tony Iommi Gefallen am Produzentensessel. Ihm war eine Band aus der Nähe von Carlisle aufgefallen, die 1973 dann auch folgerichtig mehrfach als Opener für Black Sabbath in Erscheinung trat.