FESTIVALS Teil 1: Von Newport über Woodstock bis Live Aid
Festspiele mit Musik gab es schon im antiken Griechenland und alten Rom, doch ab den Sechzigerjahren des letzten Jahrhunderts haben große Rockfestivals im Freien die Menschen in Massen wie nie zuvor vereint und wurden zu soziokulturellen Meilensteinen. 2025 jähren sich viele FestivalGeburtstage, weshalb wir in einer zweiteiligen Story den Spirit berühmter Festivals Revue passieren lassen, insbesondere im Vereinigten Königreich und den USA (Teil 1) sowie in Deutschland (Teil 2). Wir beleuchten die bedeutendsten Ereignisse, spezielle Sternstunden, Wiedervereinigungen und Schwanengesänge. Eine Chronologie der wichtigsten Festivals unserer Zeit.
MARILLION „Misplaced Childhood“ Vs. „Afraid Of Sunlight“
1985 war Prog keinesfalls tot, aber der Mainstream ignorierte die aus Großbritannien überschwappende Welle des Neoprog mit erstaunlicher Konsequenz. Dann kam, wie aus dem Nichts, ein Album, das diese für die 70er Jahre paradigmatische Musik für diese Generation neu erfand, weil es Türen in die Vergangenheit wieder öffnete und gleichzeitig eine Zukunft für die progressive Rockmusik aufzeigte. „Misplaced Childhood“ machte Marillion zu Superstars und öffnete für unzählige junge Menschen das Tor zu neuen Welten. Zehn Jahre später mussten sie mit „Afraid Of Sunlight“ sich dann neu erfinden. eclipsed blickt auf beide Jubiläen und zwei verschiedene Ansätze des Mainstream Prog.
SPOCK’S BEARD - Das Prog-Comeback des Jahres?!
Gehofft hatten sie es vielleicht, ernsthaft damit rechnen wollten aber wohl nicht einmal mehr die härtesten Fans von Spock’s Beard. Und doch ist „The Archaeoptimist“ nun da – das neue Album eines der populärsten Progrock-Acts der letzten 30 Jahre. Ted Leonard, Sänger und Rhythmusgitarrist der US-Band, sprach mit eclipsed über die Gründe für die lange Wartezeit, die ungewöhnliche Entstehungsgeschichte der Disc und über das neue Mitglied der Band.
PETER BURSCH - Gitarrenlehrer der Nation
Der Duisburger Peter Bursch ist nicht nur Mitgründer, Gitarrist und Sänger der Band Bröselmaschine. Als Autor landete er einen wahren Bestseller mit seinem „Gitarrenbuch“, das ganz ohne Noten seit Jahrzehnten mit bekannten Songbeispielen aus Folk, Rock, Blues und Pop Nachwuchsgitarristen den Weg zum Erfolg ebnet. Anlässlich des 50. Jahrestags der Veröffentlichung sprachen wir mit dem Musiker über die Entstehungsgeschichte.
CHEAP TRICK - Die Dauerbrenner
Das Trio Cheap Trick aus Rockford in Illinois zählt zu den dienstältesten und erfolgreichsten Rockbands der USA. In Europa jedoch genießt es den Status eines ewigen Insidertipps. Ein hausgemachtes Problem: Man hat sich über Jahrzehnte auf die Märkte konzentriert, die am meisten Profit abwerfen, und alle anderen vernachlässigt. Das rächt sich auch im Hinblick auf das neue Album „All Washed Up“: Deutschlandkonzerte scheinen nahezu unmöglich.
PROG-SPECIAL 1995 - Das Jahr der Wachablösung
1995 stand der Progressive Rock am Scheideweg. Die musikalisch trostlosen Achtzigerjahre hatten ihre Spuren hinterlassen und dem Genre schwer zugesetzt. Trotzdem gelang es einer Handvoll Künstlern, dem Prog vor dreißig Jahren neues Leben einzuhauchen - nicht zuletzt dank ihrer Verehrung für die großen Ikonen. Eine Zeitreise in das Jahr der Festivals, Fanzines und des Durchbruchs des Retroprog.
RIVERSIDE - Wenn Druck auf Euphorie trifft
Unter den vielen sehr guten Alben der polnischen Prog-Band Riverside wird das vor 20 Jahren erschienene „Second Life Syndrome“ oft als ihr bislang bestes bezeichnet. Dabei stand sie vor der Veröffentlichung gehörig unter Druck. Sich als gut erweisende Entscheidungen, ein Plattendeal und ein klein wenig auch ihr Auftritt beim 8. eclipsed Festival in Aschaffenburg sorgten aber dafür, dass Riverside den richtigen Weg einschlugen und ihr atmosphärischer Mix aus Artrock und härterem Prog durch die Decke ging. Wir zeichnen die Entstehungsgeschichte des Meisterwerks nach.
FLAME DREAM - Aufbacken mit Oregano
Nach ihrem hochgelobten Comeback „Silent Transition“ aus dem letzten Jahr lassen die Schweizer auch weiter von sich hören. Nachdem man zunächst die Vinyl-Version des Neulings nachschob, befinden sie sich nun gerade mitten in der Reissue-Kampagne für ihre ersten vier Studioalben, die bisher noch nie offiziell als CDs auf den Markt kamen und von denen mit „Out In The Dark“ und „Elements“ bereits zwei erschienen sind. eclipsed sprach mit Sänger Peter Wolf und Keyboarder Roland Ruckstuhl.
SMALLTAPE - Ein Wald voller Töne
Ambitioniert, emotional und textlich fordernd, technisch virtuos, musikalisch dicht und dennoch zugänglich: Auf den vielschichtigen Alben seines Projekts smalltape verbindet Philipp Nespital, der als Komponist, Multiinstrumentalist und Produzent alle Fäden in der Hand hält, Elemente aus Art-, Progressive Rock und Jazz. Mit dem vierten Werk „Tangram“ hat er ein ganz persönliches Puzzle vorgelegt.
Nach 16 Jahren Pause hat STEVE MORSE seine Band reaktiviert
„Triangulation“ heißt das Comeback-Album der Steve Morse Band. Erstmals seit 2009 frönt der 71-jährige Gitarrist darauf wieder gemeinsam mit seinen Kollegen Dave La-Rue (Bass) und Van Romaine (Schlagzeug), unterstützt von exquisiten Gästen, der instrumentalen Freiheit. Ein für ihn wichtiger Schritt nach einer schweren Zeit.
Der Colorado-Fünfer SQUEAKY FEET lässt einen neuen Prog-Zweig sprießen
Der Titel ihres Debütalbums „Cause For Alarm“ war nicht gerade eine originelle Wahl – ihn hat es schon öfter gegeben. Dafür ließ der Bandname aufhorchen: Squeaky Feet („quietschende Füße“). Die Gruppe aus Colorado hatte sich dafür von einer Textzeile des Genesis-Songs „The Colony Of Slippermen“ aus „The Lamb Lies Down On Broadway“ inspirieren lassen. Was sie auf ihrem 2023 erschienenen Erstling veranstaltete, war aber alles andere als das Aufwärmen von Prog-Tugenden der Mittsiebziger. Vielmehr ließ das Quintett hier einen ganz neuen Zweig am Prog-Stammbaum sprießen ...
Die norwegischen New Artrocker GAZPACHO erkunden die Macht des Schicksals
Fragt man Musiker nach den Gründen für eine unverhältnismäßig lange Pause zwischen der Veröffentlichung ihrer Alben, so bekommt man meist zur Antwort, man habe mal eine Pause gebraucht, Covid sei dazwischengekommen oder die Tour sei zu lang und kraftraubend gewesen. Nicht so bei Gazpacho, deren letztes Album „Fireworker“ ganze fünf Jahre zurückliegt. An eine Tour war wegen der Pandemie nicht zu denken, sodass man eines jener Live-Konzerte ohne Publikum inszenierte, an dessen Abmischung man dann sehr lange gesessen hat.
Nach dem farbenfrohen „I Just Want To Be A Sound” geben sich KADAVAR wieder düsterer
Auf ihrem neuen Album „Kids Abandoning Destiny Among Vanity And Ruin“ geht es um die Zerstörung der Welt. Nicht zuletzt, weil man eher zum Low-Fi-Sound der Anfangstage zurückgekehrt ist, klingt es brachialer, finsterer, urtümlicher als der Vorgänger. Keine Sorge, neu gewonnene Hörer zu verschrecken? „Nein, warum?“, fragt Gitarrist und Sänger Christoph „Lupus“ Lindemann zurück.
Mit „A Bridge To Far“ ergründen MIDLAKE Existenzielles und bauen Brücken
Es gibt ein Leben nach dem Tod. Als Frontmann Tim Smith einst Midlake verließ, hatte man die Band bereits abgeschrieben. Aber statt sie aufzugeben, trat Gitarrist Eric Pulido an dessen Stelle und führte sie vom psychedelischen Folk zu neuen – rockigeren – Ufern. Jetzt erscheint mit „A Bridge To Far“ ein neues Album der Texaner.
Die deutsche Artrockband POOR GENETIC MATERIAL erforscht weiter ihren innersten Kern
Mit „Pastoral“ ist Poor Genetic Material eines ihrer bisher besten Alben gelungen, voller Emotionen, Wärme und von großer kompositorischer Reife. Spielt dabei das 2023 von ihnen entdeckte Kleingruppenformat eine Rolle? Philipp Jaehne (keys), Stefan Glomb (g, b), Pia Darmstädter (fl) und Philip Griffiths (voc) gaben nicht nur dazu erhellende Antworten.
Auf dem neuen PILEDRIVER-Album klingt vieles wie gewohnt, doch manches ist neu
Mit ihrem fünften Studioalbum emanzipieren sich die in den 1990ern in Essen als Status-Quo-Tributeband gegründeten Piledriver endgültig vom Sound ihrer Idole. Wir sprachen mit Mastermind Michael Sommerhoff über „First Nations Rock“.
Angesichts des neuen Albums von FLAMING ROW schlagen ein Fan- und ein Mutterherz höher
Mit „Keeper Of The Scriptures“ haben Flaming Row eine Fantasygeschichte in Musik umgesetzt. Insgesamt gab es 31 Gastmusiker, darunter einige, über die sich Melanie Mau und Martin Schnella ganz besonders freuten.
Nach der Trennung von echoes kommen PULSE auf „Acoustic Side Of The Moon“-Tour
echoes waren die erfolgreichste deutsche Pink-Floyd-Tributeband. Anfang 2024 trennten sich nach fast 22 Jahren die Wege der Musiker: Sänger/Gitarrist Oliver Hartmann und Bassist Martin Hofmann sowie Keyboarder Markus Nanz, Saxofonist Michael Unger und zwei Backgroundsängerinnen machen seitdem unter dem Namen PULSE ihr eigenes Floyd-Ding. Derzeit touren sie, für Januar 2026 ist die „Acoustic Side Of Moon“-Tour angekündigt. Wir befragten Oliver Hartmann und Martin Hofmann zu Vorgeschichte und Zukunft.
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