FOREIGNER - 40 Jahre auf Montage

25. Mai 2017

Foreigner

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„Ich lebe nun schon seit über 40 Jahren in New York City“, sinniert Mick Jones (72), „aber immer, wenn ich wie jetzt gerade in London bin, habe ich das Gefühl zuhause zu sein. Ich bin ein Foreigner geblieben, auch nach all den Jahren. Für Johnny Hallyday und andere schrieb ich einige Jahre Songs und war Sessionmusiker in Frankreich. Das waren aufregende Jahre, bei denen ich mich mit den Beatles und Jimmy Page anfreundete. Ich glaube, diese Zeit in Frankreich hatte ihren Anteil am späteren Foreigner-Sound.“

Befreundet mit den Beatles – da ist es nicht mehr ganz so verwunderlich, dass Jones auf George Harrisons Soloalbum „Dark Horse“ (1974) mitgewirkt hat. „Jetzt, wo ich es selbst in einem Satz ausgesprochen habe, sind das wirklich die beiden Eckpunkte unseres Sounds: die Beatles und Jimmy Pages Led Zeppelin. Dazwischen Frankreich, guter alter Rock’n’Roll, ein wenig von meiner und Ian McDonalds Progphase mit Spooky Tooth und King Crimson und selbstverständlich ganz viel Lou Gramm.“

Long, Long Way From Home

Als Spooky Tooth in Rochester, New York, spielten, nahm Louis Grammatico all seinen Mut zusammen und gab Jones die erste LP seiner Band Black Sheep. „Ich war sofort begeistert von diesem Sänger, und als ich Ian die LP vorspielte, war auch er Feuer und Flamme und meinte, dass das genau der richtige Sänger für Foreigner sei. Der Song ‚Long, Long Way From Home‘ vom ersten Album könnte man auf die drei Briten – die Gitarristen Jones und McDonald und Schlagzeuger Dennis Elliott – beziehen, ist aber tatsächlich ein Text von Lou Gramm, der aus der New Yorker Provinz nach New York City kam, um dort eben mit Foreigner die große Musikwelt zu erorbern.“

Vorher wurde noch aus Grammatico Gramm. „Das ist im übertragenen Sinne typisch für uns als Band. Weniger ist oft mehr.“ Neben Gramm standen mit Keyboarder Al Greenwood und Bassist Ed Gagliardi zwei weitere US-Boys im legendären Line-up. Der Basser aus Brooklyn starb vor drei Jahren an einer Krebserkrankung. „Wenn ich an Ed denke“, so Jones bei einem eclipsed-Interview kurz nach Gagliardis Tod 2014, „muss ich stets an seine Verrücktheit nach allem, was mit Paul McCartney zu tun hat, denken. Er konnte es gar nicht fassen, dass ich mit Paul & Co. schon seit deren ersten Beatles-Auftritten in Frankreich befreundet war.“ Der Bassist spielte zumeist einen Linkshänder-Rickenbacker-Bass. „Der verrückte Hund spielte das Teil sogar linkshändig, obwohl er eigentlich Rechtshänder war. Ich glaube, wenn ich ihm erzählt hätte, dass Paul seine Songs im Liegen aufnahm, hätte er sich wahrscheinlich auch bei uns lang auf den Boden gelegt.“

Lest mehr im eclipsed Nr. 191 (06-2017).

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