BIG BIG TRAIN - Aus dem richtigen Holz

9. Februar 2026

Big Big Train

BIG BIG TRAIN - Aus dem richtigen Holz

Seit dem tragischen Tod David Longdons Ende 2021 ist Alberto Bravin bei Big Big Train zuständig für den Leadgesang. Gefühlt ist der Italiener immer noch „der Neue“ in der Band, obwohl er bei den Retroproggern mittlerweile die Zügel in der Hand hält: Auf dem jüngsten Album „Woodcut“ übernahm er auf Wunsch des Bandgründers Greg Spawton die Produktion und damit die Aufgabe, alle musikalischen Ideen sinnvoll zusammenzuführen. Ein Wahnsinnsjob im besten Wortsinn, bei dem Bravin es nicht immer jedem Bandmitglied recht machen konnte.

Interviews mit Big-Big-Train-Sänger Alberto Bravin enthüllen oft Überraschendes. Wie gewohnt in bester Laune stellte sich der 42-Jährige daheim in Triest unseren Fragen zum neuen Konzeptalbum der Band. So erfuhren wir, was ein Engländer und ein Italiener in einem Museum in Oslo ausheckten und was das neue Werk mit „Pinocchio“ verbindet.

eclipsed: Wie waren die ersten Reaktionen auf die Vorabsingle „The Artist“ und das Video?

Alberto Bravin: Es gab viel positive Resonanz. Wir hatten schon mehr als 200.000 Zuschauer auf YouTube, das ist richtig gut. Heutzutage sind YouTube- und Social-Media-Zahlen sehr wichtig.

eclipsed: Was macht „Woodcut“ zu einem Konzeptalbum?

Bravin: Alle Kriterien, die ein Konzeptalbum gemeinhin auszeichnen, können wir abhaken: Es erzählt eine Story, die sich linear durch das Album zieht. Musikalisch sind alle Songs miteinander verbunden, über das ganze Album hinweg tauchen Themen an anderer Stelle wieder auf. BBT hatten natürlich schon konzeptuelle Alben wie „The Underfall Yard“ oder „Folklore“, aber in dieser Konsequenz gab es das noch nie.

eclipsed: Angesichts des Titels „Woodcut“ dachte ich spontan: Warum sollte mich das interessieren? Worauf beruht er?

Bravin: Tatsächlich war der Titel zuallererst da. Wir wissen auch jetzt schon wieder, wie das nächste Album heißen wird (lacht). Als wir auf Tour in Oslo waren, haben Greg und ich das Munch-Museum besucht. Dessen berühmtestes Bild ist „Der Schrei“, aber er hat eine verrückte Zahl an Kunstobjekten geschaffen. Da gab es auch eine Sektion mit Holzschnitten, und wir sahen einander an und dachten beide: „Oh, das wäre ein guter Albumtitel.“ Zu dem Zeitpunkt gab es aber noch keine Story, keine Musik, nichts. So kam uns der Gedanke, etwas über einen Künstler zu machen. Zuerst dachten wir an Munch, wir haben dann aber unseren eigenen Künstler erschaffen. Noch mal zu „Woodcut“: Das ist etwas, das jemand mit seinen Händen geschaffen hat, und genau das tun wir. Ich meine, wir lieben die Musik der 70er. Die Idee, etwas Handgemachtes als Titel zu haben, gefiel uns.

Lest mehr im aktuellen Heft ...